Leo Brawand: Die Leute vom Damme

Der Damm, das ist der Engelbosteler Damm, die Hauptstraße des Hannoveraner Stadtteils Nordstadt. Dort hat der Verfasser dieser Zeilen in den 80er und 90er Jahren seine Jugend verbracht. Brawand auch, dieser freilich in den 30er und 40er Jahren.

Leo Brawand, Jahrgang 1924, war kein (oder jedenfalls: nicht nur ein) Heimatforscher und Lokalpatriot. Er hat 1946 zur Gründungs-Redaktion des Spiegels (der ja in Hannover gesessen hat) gehört. Als Rudolf Augstein während der Spiegel-Affäre 1962 einige Monate im Kittchen gesessen hat, hat Brawand ihn als Chefredakteur vertreten. Es gibt die Anekdote, daß er sich während der Durchsuchung der Spiegel-Redaktion am 26. Oktober 1962 schnell mit einem Telefon im Schrank versteckt und so die Presse alarmiert habe – dieses Dönecken läßt sich natürlich auch der Film „Die Spiegel-Affäre“ von 2014 nicht entgehen.

(weiter…)

70 Jahre Niedersachsen. Von der Zwangsheirat zur Vernunftehe

Gefeiert werden soll der Geburtstag nach landesobrigkeitlichen Vorstellungen morgen, am 1. November 2016. Die Verordnung der britischen Militärregierung zur Gründung des Landes stammt vom 8. November 1946, sie wurde aber rückwirkend zum 1. November 1946 ausgestellt. Nun denn, der 8. November ist 2016 wohl doch zu sehr von der US-amerikanischen Präsidentschaftswahl besetzt, um Raum für landes-herrliche Geburtstagsfeiern zu lassen. Allerheiligen ist im mehrheitlich evangelischen Niedersachsen keine Konkurrenz – abgesehen vielleicht davon, daß es durch das mittlerweile allgegenwärtige Halloween doch wieder ein bißchen eine Konkurrenz geworden ist.

(weiter…)

Zur Stadtentwicklung Hannovers im 19. Jahrhundert

Zunächst1 zwei Stadtpläne Hannovers, die genau den selben Ausschnitt im selben Maßstab zeigen: ein Stich von 1834 (Bildvorlage) und ein Screenshot aus dem freien Kartenprojekt Openstreetmap von heute. Zu sehen sind jeweils die heutige Altstadt – also das, was früher ganz Hannover gewesen ist – und die in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts erbaute und in die Stadtbefestigungen miteinbezogene Calenberger Neustadt im Westen der Altstadt.

(weiter…)

Zwanzig Jahre nach dem Höhepunkt der Chaostage in Hannover

Und nun jährt sich die Sache also schon zum zwanzigsten Male – anno 1995 war’s. Im WDR-Stichtag gibt es heute einen anhörbaren Beitrag dazu. Vor knapp zehn Jahren hatte ich in meinem damaligen Forum konjunktiv 2 persönliche Erinnerungen dazu zu Protokoll gegeben und den Text dann hier 2008 aus der Mottenkiste geholt – und hiermit mache ich das nun noch einmal. Um der lieben Authentizität willen habe ich keine Veränderungen am Text vorgenommen, sondern nurmehr zwei kaputte Links entfernt.

(weiter…)

Geknipst XI – März bis Oktober 2014

So, um den Neu- oder Wiederstart dieses Blog um Gottes Willen nicht allzu spannend, interessant und nervenaufreibend zu gestalten, hier etwas aus der Serie „Geknipst“. Es hannövert mithin mal wieder. Diesmal sogar mit Kurfürstin Sophie und Selfies des Bloggers. Und mit Nebel und Gold-Ärschen.

(weiter…)

Geknipst X – Dezember 2013 bis März 2014

Klaasens Hannoveraner Üblichkeiten halt… Diesmal etwas mehr aus dem Süden Hannovers, namentlich aus der Gegend um den Maschsee.

Und auf die Gefahr hin, etwa rührselig zu klingen: Es ist wirklich erstaunlich, welche Freude einem so einer kleiner, nicht ganz neuer Fotoapparat (immer noch ’ne Canon Ixus 60) bereiten kann. :-)

(weiter…)

Südstadt

Die Südstadt ist, meine ich, sozusagen der „normalste“ der innenstadtnahen Stadtteile meiner lieben Heimatstadt… Also nicht so (möchtegern-)szenig, multikulti, studentisch, prollie und an-gentrifiziert wie meine liebe Nordstadt oder Linden. Nicht so lehrerhaft und voll-gentrifiziert wie die Oststadt und vor allem die (nicht nur mir) verhaßte List. Auch nicht so museal-obrigkeitlich wie die Calenberger Neustadt.

Vahrenwald genau im geographischen Norden der Innenstadt fiele wohl auch noch in diese Kategorie „halt normal“. Nicht ganz schlecht. Andererseits: Möchte man da wohnen? Ich weiß es nicht…

Frauenschuhe

Frauenschuh-Austellung im BerggartenIch war heute vormittag in der Frauenschuh-Ausstellung im hiesigen Berggarten und habe unter anderem auch geknipst – und ferner habe ich auch noch ein paar Kakteen und draußen außerhalb der Schauhäuser ein paar Schneeglöckchen geknipst. Hier die Bilder. Es waren draußen im Garten übrigens tatsächlich schon einige wenige Hummeln und Bienen zu sehen – wohl bemerkenswert Ende Februar. (Na, vielleicht ist der Berggarten unter besonders vitalen und neoliberalismus-konformen Bienen und Hummeln ein Geheimtip, insofern da schon im frühesten Frühjahr – wie eben jetzt – fachkundig dafür gesorgt wird, daß draußen nicht ganz wenige Blumen blühen.) Es war schön. :-)

(weiter…)

Geknipst IX – Juni bis November 2013

Kommerzkasten in der Berliner Allee mit Herbstbäume davorDer übliche, keineswegs umwerfende Kram, vor allem aus Herrenhausen, der Nordstadt und einigen anderen Teilen des Geheimen Hannovers – diesmal ergänzt um einige Wahlplakate zur Bundestagswahl 2013.

(weiter…)

Braunschweig und Hannover

hbsDas Foto zeigt ein Reklame-Schmierblatt, das ich gerade mit spitzen Fingern aus dem Postkasten gefischt habe. Am Freitagabend spielen Eintracht Braunschweig und Hannover 96 gegeneinander, und zwar in Braunschweig Hannover. Das wird in diesen finsteren nördlichen Nebellanden als „Derby“ gesehen, also als ein Fußballspiel unter verfeindeten Nachbarn, dem mit besonderer Spannung und mit vielen Emotionen entgegengesehen wird.

Warum?

(weiter…)

52° 24′ N, 9° 42′ O = 52,4° N, 9,7° O

Das sind die nächsten halbwegs runden Geo-Koordinaten hier in der Gegend – das ist im „Schulbiologiezentrum“, gleich südlich des Teiches in demselben, einen guten Kilometer von hier entfernt. Wenn mich also jemand mit ner Interkontinentalrakete erwischen will und nur so‘n olles Ding hat, bei dem man keine Bogensekunden bzw. nur eine Nachkommastelle einstellen kann – damit kriegt er mich noch. Der Sprengkopf muß nicht mal eine Wasserstoffbombe sein, eine größere Fissionsbombe dürfte wohl ausreichen…

Geknipst VIII – Januar bis Juli 2013

Uni-Gebäude - der Chemiker-Komplex Callinstraße/SchneiderbergUnd wieder einmal war der Fotostrom dieses Blogs auf mehr als 60 Bilder angeschwollen: hier die meines Erachtens am wenigsten scheußlichen davon. Und einmal mehr spiegeln sie den überschaubaren Lebensumkreis des Bloggers, seinen beschränkten Horizont, seine mangelnden bis fehlenden photographischen Fertigkeiten und seine nur mehr rudimentäre photographische Ausrüstung (deutlich kleiner als eine Zigarettenschachtel) wieder. :-)

(weiter…)

„Türsteher brauchen wir hier nicht!“

Vorhin in der Üstra (also dem Hannoveraner ÖPNV): Die Straßenbahn steht an die Haltestelle Herrenhäuser Gärten. Die Türen schließen sich nicht, allerdings noch nicht für den Fahrgast auffällig lange. Auf einmal blafft der Fahrer unvermittelt, ziemlich laut und ziemlich rauh ins Mikrofon:

Türsteher brauchen wa hier nicht!! Wenn Se Türsteher werden wollen, müssen Se zum Steintor gehen, da werden immer welche gesucht!!

Leider, leider, der Missetäter, der da durch dämliches Rumstehen auf den Trittstufen das Schließen der Türen blockiert hat, er war im anderen Wagen.

Mir hat die Reaktion des Fahrers ausgezeichnet gefallen – fast eine Wohltat angesichts der üblichen neudeutschen Freundlichkeitsüberschwemmung in Bussen und Bahnen. Ich habe ihn mir beim Aussteigen angeguckt: ein würdiger, brummiger Mann um die sechzig mit schlohweißen, dichten Haaren und Metallbrille.

Wollsocken (ergänzt)

7913622544_4f3c3effb9_cEnde der 80er, Anfang der 90er gab es bei einigen von uns für die Erziehungswissenschaftler einen Spitznamen: die „Wollsocken“.

Die saßen damals in einem imposanten Gebäude aus der Zwischenkriegszeit in der Bismarckstraße (Südstadt). (Wiki: „Derzeit versucht das Land Niedersachsen das historische Gebäude zu vermarkten.“) Wenn man dort mal zu schaffen hatte, sagte man, sagten jedenfalls einige von uns: „So, ich fahr jetzt zu den Wollsocken.“

(weiter…)

Wahlbeteiligung(en) in Hannover

Vor mir liegt eine Aufstellung aller Wahlergebnisse aus den Wahlbezirken und -lokalen Hannovers aus der Druck-HAZ. Schau. Der. Haft. Nämlich die Wahlbeteiligungen:

  • Durchweg gut bis hervorragend ist die Wahlbeteiligung ausgerechnet in den schwarzen Bonzenvierteln: Kirchrode, Zoo, Isernhagen. Alle im 70er-%-Bereich.
  • Noch gut bis durchschnittlich ist sie in den innenstadtnahen, linksgrünen Vierteln wie Linden-Nord, der Nordstadt oder der List: im 60er-Bereich.
  • Mein Herrenhausen und andere Kleine-Leute-Stadtteile mit sozialdemokratischer Tradition (so Ricklingen und Linden-Mitte) schneiden schon unterdurchschnittlich, aber noch akzeptabel ab: 50er-Prozente.
  • Und desaströs schlecht ist die Wahlbeteiligung in den armen Stadtteilen an der Peripherie (70er-Jahre-Sozialwohnungen und/oder hoher Ausländer- und Hartz-IVler-Anteil – etwa Vahrenheide und Mühlenberg, aber auch ein traditionsreiches Arbeiterviertel wie Stöcken): jeweils nur 40er-Prozente.

Hier liegt etwas im Argen. :-/

(Und die gute Nachricht: Doris Schröder-Köpf hat ein noch schlechteres Ergebnis eingefahren als erwartet. :-D Nämlich nur 33,8 % der Erststimmen bei 41,8 % für den CDUler. Sie hat danach dann erstmal ihre Wähler beschimpft, die wohl nicht verstanden hätten, wie das mit den Erst- und Zweitstimmen funktioniert. Doch, doch, das haben sie schon, sieht man ja am Ergebnis.)