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Im Teller. Aus den deutschsprachigen Ländern.
Buchweizengrütze
Diesseits des Boulevards (Spiegel, Bildzeitung) und der Mondsüchtigen-Milieus im Internet ist man sich weiterhin und weithin einig – man verreißt das Opus Thilo Sarrazins.
Ganz rechts in der Welt stellt Michael Kamann das Erzeugnis recht unaufgeregt vor: 200 Seiten Altbekanntes und Unproblematisches, 100 Seiten von den „Islamkritikern“ abgepinnt, 100 Seiten Provokation. So in etwa Kamann.
Impressionen aus Münster
Es gibt einen bestimmten westfälischen Phänotypus, der dem niedersächsischen ähnlich, ihm aber nicht gleich ist. Es sind auch schlichte, solide, in sich ruhende Gesichter, auch sind sie leicht rötlich und gegerbt – jedoch sind sie etwas weniger kartoffelig und dafür faltiger und frommer. Vielleicht auch etwas viereckiger.
Feiertäglicher Vorschlag, die religiösen Feiertage abzuschaffen
Grundsätzlich bin ich der Meinung, daß es in Deutschland eher zu wenige als zu viele Feiertage gibt – dies, um Mißverständnissen vorzubeugen. Dennoch: Was sollen wir mit Feiertagen, denen maximal ein Drittel des Volkes auch nur irgendwie emotional verbunden ist, und deren Bedeutung nurmehr ein Zehntel des Volkes ansatzweise erklären kann?
Vorschlag zur Güte
Vielleicht könnte man sich folgendermaßen einigen. Die Moslems dürfen Moscheen bauen, aber keine protzigen mit Scheichi-Geld, und vor allen Dingen eben keine mit Minaretten, jedenfalls nicht mit auffälligen. Die Christen wollen eh keine neuen Kirchen bauen, gut. Sie haben aber ihre Kirchtürme, und die kann man schlecht wieder loswerden.
#swisselection (ergänzt)
Es sei auch hier notiert: Ich finde es so bemerkenswert wie absehbar, daß die gleichen irgendwie-linksliberalen Social-Media-Vollidioten, die sich im Sommer mit „#iranelection“ geschmückt haben, nun in voller Lautstärke und mit den üblichen Krawall-Adjektiven („provinziell“, „rassistisch“, „populistisch“ etc. pp.) über die Schweiz herfallen.
Ich kann nicht zeichnen
Leider nicht, und es stört mich seit langen Jahren schon – es ist dies eines der zahlreichen Talente, die mir fehlen, und eines der wenigen, bei denen mich das wirklich stört. Nach Meinung der Sprachartisten des Deutschen Bundestages kann ich immerhin etwas mitzeichnen, nämlich Petitionen, und das habe ich gerade getan: „Schuldrecht – Kostenfreiheit bei fristgerechter Beseitigung des Abmahngrundes“. Lobenswertes Anliegen, auch wenn’s einen schaudert, wenn Petitionen „gezeichnet“ oder gar „mitgezeichnet“ werden sollen.
Lieb, aber doof
So sieht Henryk Broder in einer trotz zahlreicher Standard-Broderiana immer noch lesenswerten Rede treffend und klug die Deutschen: lieb, harmlos, tolerant, naiv, unaggressiv, normal. Finde ich auch – und ich freu mich auch drüber, wer wollte das nicht? Nur es fehlt eben ab und zu was und es ist oft zuviel des Guten – Broder deutet seinen Unmut an, artikuliert ihn aber nicht offen. Was fehlt, sind meines Erachtens und Erfühlens: Grandezza, Schneid, Rattigkeit, Panache. Ich mag das Wort „gesunde Aggressivität“ nicht (wegen seines ersten Bestandteils), aber auch das trifft es leidlich.
Unterstriche in Oberland?
Es kommen da gerade so vage Hinweise herein, daß die Österreicher mit ihren komischen Gender-Schreibweisen wieder ein neues Spielzeug haben, nämlich den Unterstrich („_“). Klar, es ist bekannt, daß die mit Begeisterung und/oder fast schon durchgängig dieses große I („MitarbeiterInnen“) und „man/frau“ schreiben, wie das hier in den Unis in den 80/90ern schick war.
Anträge statt Argumente
In der FAZ ein weiterer, sehr lesenswerter Bologna-Schmäh-Artikel von Heike Schmoll: „Die Bologna-Blase ist geplatzt“. Daraus:
Heulsusen-Kultur
Nein, nein, nein – es stimmt alles nicht mehr. Ich mag mir, hin- und hergerissen, jetzt doch keine Duldsamkeit gegen Teddybärchen, Trauer-Herzchen und Kerzchen mehr einreden lassen. Es paßt einfach nicht. Es paßt nicht, daß da Fußballapparatschiks vor laufender Kamera flennen. (Gesagt als Mann, der vermutlich in einem Monat mehr weint als diese Typen in ihrem ganzen Leben.) Jämmerlich und desaströs, dieses Spiel gegen Chile flennend abzusagen. Das wäre in Israel niemals so gemacht worden, es paßt zur Käßmann in der Marktkirche. Uäh.
„Weiter, weiter, weiter!“ (Das wäre, wie immer, die Reaktion gewesen.)
Bildquelle: No Longer Active !!, CC
„Jetzt die Außenwette! #mauerfall“
Der hübsche Tweet dieses Inhalts von @klandestina hat’s wohl gestern abend ganz gut auf den Punkt gebracht, hm? Ich konnte dann der Versuchung nicht widerstehen, doch noch ins ZDF reinzuschauen. Nach ~45 Sekunden war ich bedient: Murkel, Pobereit und – allen Ernstes – der Fernseh-Moderator Thomas Gottschalk. Brrr.
Tag der Deutschen Eigenheiten
Länder & Monate
Kann man Länder und Monate assoziieren? Frankreich, natürlich, das wäre der volle und harte Juli! Rußland die unschlüssigen Monate September und Mai. (Keineswegs ein Wintermonat. Ach, der Mai in Südrußland… :-) ) Für die USA käme der unschuldig-naive, aber ehrliche März in Frage. Für Israel – natürlich – der Juni, der Löwe am Mittag. Spanien, ein Spätherbstland, schwarz = November. Deutschland ist dunkelgrün – die ersten kühleren Nächte Ende August paßten ganz gut. Andererseits gehört der späte warme August mit dem Schwan am Nachthimmel (dem Kreuz des Nordens!) für mich zu Polen! England, das ist der biegsame April (um Pardon…). Und der Mai? Obervolta? Skandinavien? Hm.
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