Audio ohne Slideshow zu Schleswig-Holstein
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Links: Die Angst vor der großen Koalition
Bildquelle: TF28, CC
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Anläßlich der Bemerkung über den Begriff „Gutmenschen“ hier noch etwas aus Brandts Erinnerungen. Bekanntlich hat Brandt im April 1972 ein konstruktives Mißtrauensvotum nur knapp – nämlich mit zwei Stimmen Mehrheit – überstanden.
Weil es – wieder einmal – vor allem für die Bevölkerungsgruppen attraktiv ist, deren Sprößlinge in einer Kita besser aufgehoben wären als zu Hause. Also für die berühmten „bildungsfernen Schichten“ („Bajuffen“ sagten wir als Ziwis) und, nun ja, „Religiöse“ (falls letztere nicht schon per se unter „bildungsfernen Schichten“ subsumiert werden können). Man muß islamisches oder christliches „Home Schooling“ nicht auch noch staatlich prämieren. Und die Bionade-Glucken müssen wir auch nicht noch weiter mästen.
Schade, schade, wenn das Ergebnis im Saarland für die Grünen nur um noch 0,1 Prozentpunkte schlechter ausgefallen wäre, wäre es noch deutlicher, als es ohnehin schon ist: Die Partei der reichen Weiber, die Angst vor vergiftetem Salat haben, hat Konkurrenz bekommen – Söhnchen Alexander Philipp hat noch mehr Angst vor „Stasi 2.0“ und ACTA.
Mal im Ernst: Wer soll diese Leute wählen? Ich sehe da nur noch marktschreierische Jüngelchen um die 30, Äffchen in Schlips und Kragen – völlig gesichtslose Bürschchen, die nicht einmal mehr Pockennarben haben. Und Blondies in Kostümchen mit Bindestrich-Namen und ergaunerten Doktortiteln. Ich sähe einfach nicht, wer um Himmels Willen diese Leute wählen sollte.
Nachdem er kurz von mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Mauern gehandelt hat:
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Im Grunde bringt es ausgerechnet Mely Kiyak in der FR schon bestens auf den Punkt – siehe die Zitate unten. Zu ergänzen wäre nur mehr ein Wort des Unmuts über die jetzt offenbar einreißende Masche, sich zur Erregung maximaler Aufmerksamkeit für derlei generische Preise, die keiner kennt, gezielt Arschlöcher auszugucken: Erdogan. Putin. Demnächst vielleicht noch Lukaschenko oder Orban. (Oder auch mal Bildzeitungs- und SpOn-Sternchen wie die „Bischöfin“ Charlotte Käsemann.)
… in „Führungspositionen“ bleibt meine Überzeugung die, daß es zumindest kein sozialdemokratisches Kernanliegen sein kann, ohnehin schon privilegierten Weibern zu noch mehr Privilegien zu verhelfen. (Die Formulierung stammt im Kern von @frei_sein, ich habe sie nur mehr vergröbert und auf links gewendet.) Nicht um diese Tanten sollte es der SPD gehen, sondern um die Frauen, die – bei Subunternehmen angestellt oder auch gerne mal nicht so richtig angestellt – ihre Büros saubermachen.
Es scheint mir schon bemerkenswert, daß diejenigen, die ansonsten nicht laut genug vor „Populismus“ warnen können, nun in der erbärmlichen und pöbelhaften „Ehrensold“-Debatte mitmischen. Es ist eine völlige Selbstverständlichkeit, daß ein ehemaliges Staatsoberhaut eine anständige Apanage bekommt – so viele sind es ja nicht. Und 200.000 €/Jahr scheinen mir eher eine bescheidene denn eine angemessene Summe zu sein; das sollte wohl gerade noch drin sein bei der führenden Wirtschaftsmacht des Kontinents. Der Begriff „Ehrensold“ ist lächerlich, das stimmt, aber ansonsten gibt es hier nichts zu kritisieren. Und ich sehe auch für Wulff keinerlei Veranlassung, freiwillig auf diese Bezüge zu verzichten. Ein Ex-Bundeskanzler mit einem Aufsichtsratspost bei Putins Gasprom, das ist ein Skandal – aber nicht ein Ex-Bundespräsident, der sich üppig ausstaffiert der Annahme ebensolcher Posten enthält.
Also: Es tut mir leid, mich auf dieses ölige, angelsächsisch-gefühlige „Mein Präsident, nicht mein Präsident, Präsident der Herzen“ überhaupt eingelassen zu haben – und sei es auch halbwegs ironisch gebrochen. (Zu den Twitterspastis, ich hatte es schon verlinkt, unübertrefflich gestern die Jungle World.)