Licht aus

mond

Also gut, wenn es denn den sächselnden Protofaschisten gelungen ist, einen kleinen Sieg, einen allerersten Anfangserfolg gegen die übermächtige und allgegenwärtige Dauer-Anstrahlerei jedes auch nur halbwegs sehenswerten Gebäudes in wirklich jeder langweiligen Mittelstadt zu erringen, so sei ihnen von Herzen gedankt.

Lutz, bitte noch ’ne Bratwurscht! Und meine Mendy, Jahrgang ’75: Ich liebe Dich! :love:

Seit fünfzehn Jahren bin ich auf dem Weg nach links. Hier, wo ich jetzt stehe, werde ich wohl eine Weile bleiben. Ich hoffe mithin, gegen den Vorwurf, „Kulturkritik“ zu betreiben, halbwegs gewappnet zu sein.

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Flüchtlinge willkommen! Wirklich?

refugees_welcome

Nicht nur Dresden läuft. Auf dem Logo der gegen die Dresdner Ereignisse gerichteten sicher sehr lobenswerten und sehr gutgemeinten Kampagne laufen auch die Flüchtlinge. (Die ein bißchen aussehen wie die alten grünen DDR-Ampelmännchen.) Es steht zu hoffen, daß sie besser laufen können als der Slogan, den man um sie herum drapiert hat: „Refugees welcome“. Denn dieser Slogan hinkt auf beiden Beinen.

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Dresden bleibt Dresden, wie es singt und läuft

semperoper

Dresden singt. Zwar erst seit gestern und auch nur etwas holprig und dürr die erste Strophe von „Alle Jahre wieder“, den Text vom Blatt im Großdruck abgelesen. Aber Dresden singt. Nur Dresden singt. Und Dresden läuft. Seit zehn Wochen schon, und bis jetzt laufen immer mehr Dresdner mit. (Nächsten Montag will man nicht laufen, denn dann kämen der Feiertage wegen zum erstenmal nicht noch mehr Leute, und das wäre ja peinlich.) Vor allem aber: nur Dresden läuft.

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Bürgerliche Tapferkeitsmedaille – ein Vorschlag

Sonnenblume_Schwarz-Rot-Gold

Die tapfere deutschtürkische Studentin, die in Offenbach totgeschlagen worden ist, hätte eine respektablere Auszeichnung verdient als das elende Bundesverdienstkreuz. Daß ich den Fall Tugce A. nur anhand dessen zu beurteilen vermag, was in den Medien zu lesen ist, brauche ich kaum zu betonen – wir alle müssen aber zumindest bis auf weiteres davon ausgehen, daß sie eine junge Frau war, die ihren uneigennützigen Mut mit dem Leben bezahlt hat. Jeder mag sich fragen, ob er selbst diesen Mut gehabt hätte.

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Stalins Ukraine

ukraine_wappen

Viel ist dieser Tage von der Souveränität der Ukraine und von der Verletzung dieser Souveränität durch Rußland die Rede – am allermeisten und wieder und wieder in der FAZ, aber auch in vielen anderen rußlandfeindlichen Mainstream-Medien. Auch wenn dem nicht per se zu widersprechen sein sollte, scheint doch ein Blick in die Geschichte angezeigt, um sich klarzumachen, daß die Souveränität und die territoriale Ausgestaltung dieser Souveränität direkte Ergebnisse der bolschewistischen Nationalitätenpolitik in den Jahren nach der Oktoberrevolution sind.

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Mein 9. November 1989

Mauerfall_89

Im November 1989 war ich im zweiten Semester und demgemäß mit dem noch eifrigen Studieren befaßt – noch eifriger hingegen mit Partyfeiern, Diskogehen und irgendwelchen Weibergeschichten. Meine Erinnerungen an den 9. November und die Tage danach sind daher vage und unpräzis.

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junge Welt: „Rechtsrutsch droht“

07.04.2014: Rechtsrutsch droht (Tageszeitung junge Welt)

Ähnliche Stimmen warnen, daß der Dynastie der Gandhi-Familie nun eine harsche Modi-Diktatur folgen könnte. Sie wäre eine besondere Variante des Neoliberalismus, verquickt mit hinduistischem Nationalismus und ökonomischem Fortschritt. In der Times of India schreibt der Analyst Kanti Bajpai von der Gefahr einer »Reise in Richtung weichem Faschismus«. Sie erhalte Nahrung durch die Ansicht, nur Modi könnte Indien retten, er sei der »einzige entschlossene, effektive, saubere und visionäre Politiker«. Unterstützt werde er von Unternehmern, die genug hätten von kostspieligen Sozialprogrammen, maroder Infrastruktur und zu vielen bürokratischen Vorschriften, und einer enttäuschten Mittelklasse, die zwischen der Oberschicht und den Armen hänge und nicht genug vom Wirtschaftsaufschwung profitiere.

Das kennen wir doch irgendwie aus der näheren Nachbarschaft Europas, nicht wahr?

FAZ: „20 Jahre nach dem Völkermord: Staatlich verordnete Versöhnung in Ruanda“

20 Jahre nach dem Völkermord: Staatlich verordnete Versöhnung in Ruanda

Cécile Mukagasana und Fréderic Kazigweno wohnen Haus an Haus. Während des Völkermords an den Tutsi vor 20 Jahren war er Täter, sie Opfer. Am Gartenzaun begegnen sich die beiden – zur staatlich verordneten Versöhnung.

Puh…

Raus

Raus

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Daß das am 70. Geburtstag Gerhard Schröders abgeschickt wurde, ist Zufall – aber es paßt. :-D

Über meine Gründe habe ich schon genug gesagt. Nur eines noch: Jedesmal wenn ich das Gesicht von Andrea Nahles gesehen habe, bin ich mir in meiner Entscheidung sicherer geworden.

Berliner Zeitung: „Kommentar zum NSU-Prozess: Der Extremist als ‚Spitzenverdiener‘“

Kommentar zum NSU-Prozess: Der Extremist als „Spitzenverdiener“ | Politik - Berliner Zeitung

Nach 100 Verhandlungstagen im Prozess um die NSU-Morde schweigt die Angeklagte Beate Zschäpe beharrlich. Immerhin wird immer klarer, warum vom Staat bezahlte Neo-Nazis weitestgehend unbehelligt handeln durften.

Einerseits sei man gegenüber Brandts Informationen immer „argwöhnisch“ geblieben, da sie nicht hätten verifiziert werden können, andererseits sei viel Geld an ihn geflossen, zwischen 200 und 400 Mark pro Woche, ein „Spitzenverdiener“. Für Sonderaktionen wie Aufmärschen für Rudolf Heß habe es auch schon mal mehr gegeben, weil „wir da ganz nah dran bleiben wollten“.

:übel:

FAZ: „Julija Timoschenko: Mit Stilettos und Kalaschnikows“

Julija Timoschenko: Mit Stilettos und Kalaschnikows

Timoschenko hat kürzlich gesagt, sie wolle Putin „in die Stirn“ schießen. Jetzt will sie, die nicht zuletzt von Merkel hofiert wurde, ukrainische Präsidentin werden. Ihre Äußerungen spiegeln die Radikalisierung der Majdan-Bewegung.

Lesenswerte Analyse von Konrad Schuller. (Wenn man davon absieht, daß Schuller die Sache mit dem Scharfschützen unhinterfragt den Janukowitsch-Anhängern in Schuhe schiebt.)

Wie sehr Timoschenko sich mit dem Amazonen-Archetypus identifiziert, zeigt ein Blick in ihr reich geschmücktes persönliches Büro in der Kiewer Unterstadt Podil. Ihren Schreibtisch schmückt eine Statuette der Jeanne d’Arc im vollen Harnisch, an der Wand dahinter hängt ein Porträt der „Iron Lady“ Margaret Thatcher, welche die britische Flotte auf die Falkland-Inseln schickte.

:übel:

FAZ: „Krim-Krise in deutschen Medien: Was geht bloß in diesen Köpfen vor?“ (ergänzt)

krim

Krim-Krise in deutschen Medien: Was geht bloß in diesen Köpfen vor?

Auf den großen deutschen Nachrichtenseiten schreiben Leser – größtenteils unter Pseudonym – täglich Tausende Kommentare. Zumeist sind sie sehr kritisch. Aber noch nie war es so wild wie derzeit, berichten Mitarbeiter, die das sichten, was über die Kommentarfunktionen und auch über Facebook hereinschwappt. Sichten müssen.

Ja, wenn ich „Julian“ mit Vornamen hieße, würde ich auch unter Pseudonym schreiben. :roll:

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junge Welt: „Panamas Nebelbomben“

27.03.2014: Panamas Nebelbomben (Tageszeitung junge Welt)

Regierung des US-Vasallen macht sich zur Speerspitze gegen Venezuela in Lateinamerika. Staatschef Martinelli will mit Hetze im Wahlkampf punkten

Tjo, es ist freilich besonders überzeugend, wenn sich hier ausgerechnet der klassische Witz-Staat Lateinamerikas aus dem Fenster hängt… Panama ist bekanntlich seit mehr als hundert Jahren in Amerika so etwas, was Lettland heute in Europa ist – nur noch erheblich korrupter.

junge Welt: „‚Dem Bastard in die Stirn schießen‘“

26.03.2014: »Dem Bastard in die Stirn schießen« (Tageszeitung junge Welt)

Abrechnung in der Ukraine: Timoschenko-Tirade gegen Putin macht Furore. Polizei besetzt Zentrale der Nationalgarde und erschießt Führer des faschistischen »Rechten Sektors«

Na, Frau Timoschenko scheint sich ja ganz gut erholt zu haben nach ihrem Bandscheibenvorfall. Das stimmt ja auch ganz hoffnungsfroh. Ob das nun slawischem Lebensdrang oder der hohen ärztlichen Kunst der Charité zu verdanken ist, sei dahingestellt.

:roll:

Berliner Zeitung: „Glosse: Und Beate Zschäpe kommt ins Kabinett“

Glosse: Und Beate Zschäpe kommt ins Kabinett | Meinung - Berliner Zeitung

Der deutsche Nazi muss sich jede kleine Grabschändung ewig vorhalten lassen. Wenn dagegen der Swoboda-Chef „Russensäue, Judenschweine und andere Unarten“ erwähnt, ist das laut Katrin Göring-Eckardt nur „ein Zitat von 2004“.