Mein 9. November 1989

Mauerfall_89

Im November 1989 war ich im zweiten Semester und demgemäß mit dem noch eifrigen Studieren befaßt – noch eifriger hingegen mit Partyfeiern, Diskogehen und irgendwelchen Weibergeschichten. Meine Erinnerungen an den 9. November und die Tage danach sind daher vage und unpräzis.

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junge Welt: „Rechtsrutsch droht“

07.04.2014: Rechtsrutsch droht (Tageszeitung junge Welt)

Ähnliche Stimmen warnen, daß der Dynastie der Gandhi-Familie nun eine harsche Modi-Diktatur folgen könnte. Sie wäre eine besondere Variante des Neoliberalismus, verquickt mit hinduistischem Nationalismus und ökonomischem Fortschritt. In der Times of India schreibt der Analyst Kanti Bajpai von der Gefahr einer »Reise in Richtung weichem Faschismus«. Sie erhalte Nahrung durch die Ansicht, nur Modi könnte Indien retten, er sei der »einzige entschlossene, effektive, saubere und visionäre Politiker«. Unterstützt werde er von Unternehmern, die genug hätten von kostspieligen Sozialprogrammen, maroder Infrastruktur und zu vielen bürokratischen Vorschriften, und einer enttäuschten Mittelklasse, die zwischen der Oberschicht und den Armen hänge und nicht genug vom Wirtschaftsaufschwung profitiere.

Das kennen wir doch irgendwie aus der näheren Nachbarschaft Europas, nicht wahr?

FAZ: „20 Jahre nach dem Völkermord: Staatlich verordnete Versöhnung in Ruanda“

20 Jahre nach dem Völkermord: Staatlich verordnete Versöhnung in Ruanda

Cécile Mukagasana und Fréderic Kazigweno wohnen Haus an Haus. Während des Völkermords an den Tutsi vor 20 Jahren war er Täter, sie Opfer. Am Gartenzaun begegnen sich die beiden – zur staatlich verordneten Versöhnung.

Puh…

Raus

Raus

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Daß das am 70. Geburtstag Gerhard Schröders abgeschickt wurde, ist Zufall – aber es paßt. :-D

Über meine Gründe habe ich schon genug gesagt. Nur eines noch: Jedesmal wenn ich das Gesicht von Andrea Nahles gesehen habe, bin ich mir in meiner Entscheidung sicherer geworden.

Berliner Zeitung: „Kommentar zum NSU-Prozess: Der Extremist als ‚Spitzenverdiener‘“

Kommentar zum NSU-Prozess: Der Extremist als „Spitzenverdiener“ | Politik - Berliner Zeitung

Nach 100 Verhandlungstagen im Prozess um die NSU-Morde schweigt die Angeklagte Beate Zschäpe beharrlich. Immerhin wird immer klarer, warum vom Staat bezahlte Neo-Nazis weitestgehend unbehelligt handeln durften.

Einerseits sei man gegenüber Brandts Informationen immer „argwöhnisch“ geblieben, da sie nicht hätten verifiziert werden können, andererseits sei viel Geld an ihn geflossen, zwischen 200 und 400 Mark pro Woche, ein „Spitzenverdiener“. Für Sonderaktionen wie Aufmärschen für Rudolf Heß habe es auch schon mal mehr gegeben, weil „wir da ganz nah dran bleiben wollten“.

:übel:

FAZ: „Julija Timoschenko: Mit Stilettos und Kalaschnikows“

Julija Timoschenko: Mit Stilettos und Kalaschnikows

Timoschenko hat kürzlich gesagt, sie wolle Putin „in die Stirn“ schießen. Jetzt will sie, die nicht zuletzt von Merkel hofiert wurde, ukrainische Präsidentin werden. Ihre Äußerungen spiegeln die Radikalisierung der Majdan-Bewegung.

Lesenswerte Analyse von Konrad Schuller. (Wenn man davon absieht, daß Schuller die Sache mit dem Scharfschützen unhinterfragt den Janukowitsch-Anhängern in Schuhe schiebt.)

Wie sehr Timoschenko sich mit dem Amazonen-Archetypus identifiziert, zeigt ein Blick in ihr reich geschmücktes persönliches Büro in der Kiewer Unterstadt Podil. Ihren Schreibtisch schmückt eine Statuette der Jeanne d’Arc im vollen Harnisch, an der Wand dahinter hängt ein Porträt der „Iron Lady“ Margaret Thatcher, welche die britische Flotte auf die Falkland-Inseln schickte.

:übel:

FAZ: „Krim-Krise in deutschen Medien: Was geht bloß in diesen Köpfen vor?“ (ergänzt)

krim

Krim-Krise in deutschen Medien: Was geht bloß in diesen Köpfen vor?

Auf den großen deutschen Nachrichtenseiten schreiben Leser – größtenteils unter Pseudonym – täglich Tausende Kommentare. Zumeist sind sie sehr kritisch. Aber noch nie war es so wild wie derzeit, berichten Mitarbeiter, die das sichten, was über die Kommentarfunktionen und auch über Facebook hereinschwappt. Sichten müssen.

Ja, wenn ich „Julian“ mit Vornamen hieße, würde ich auch unter Pseudonym schreiben. :roll:

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junge Welt: „Panamas Nebelbomben“

27.03.2014: Panamas Nebelbomben (Tageszeitung junge Welt)

Regierung des US-Vasallen macht sich zur Speerspitze gegen Venezuela in Lateinamerika. Staatschef Martinelli will mit Hetze im Wahlkampf punkten

Tjo, es ist freilich besonders überzeugend, wenn sich hier ausgerechnet der klassische Witz-Staat Lateinamerikas aus dem Fenster hängt… Panama ist bekanntlich seit mehr als hundert Jahren in Amerika so etwas, was Lettland heute in Europa ist – nur noch erheblich korrupter.

junge Welt: „‚Dem Bastard in die Stirn schießen‘“

26.03.2014: »Dem Bastard in die Stirn schießen« (Tageszeitung junge Welt)

Abrechnung in der Ukraine: Timoschenko-Tirade gegen Putin macht Furore. Polizei besetzt Zentrale der Nationalgarde und erschießt Führer des faschistischen »Rechten Sektors«

Na, Frau Timoschenko scheint sich ja ganz gut erholt zu haben nach ihrem Bandscheibenvorfall. Das stimmt ja auch ganz hoffnungsfroh. Ob das nun slawischem Lebensdrang oder der hohen ärztlichen Kunst der Charité zu verdanken ist, sei dahingestellt.

:roll:

Berliner Zeitung: „Glosse: Und Beate Zschäpe kommt ins Kabinett“

Glosse: Und Beate Zschäpe kommt ins Kabinett | Meinung - Berliner Zeitung

Der deutsche Nazi muss sich jede kleine Grabschändung ewig vorhalten lassen. Wenn dagegen der Swoboda-Chef „Russensäue, Judenschweine und andere Unarten“ erwähnt, ist das laut Katrin Göring-Eckardt nur „ein Zitat von 2004“.

Project Syndicate: „Dominique Moisi says that Russia’s president may give Europe the new narrative and momentum it so badly needs.“

Dominique Moisi says that Russia’s president may give Europe the new narrative and momentum it so badly needs. – Project Syndicate

The alliance of democracies is back, and the facile quip that America comes from Mars and Europe from Venus no longer makes sense.

Noch so ein durchgeknallter Franzose mit, nun ja, zweifelhaften bis offensichtlichen Wurzeln…

Deutsche und Russen, es sei zugegeben, können einiges Unheil anrichten, jeweils allein oder gemeinsam – aber verschone uns Gott vor französischen „Groß-Intellektuellen“.

Und überhaupt frage ich mich, wie sich ein Geistesschaffender darüber freuen kann, wenn – angeblich – alle einer Meinung sind. Siehe dazu im weiteren Kontext auch hier.

Unless the limits to his ambitions are set now, the scariest historical analogies will become the most accurate.

Tjoar, klar: BHL könnte mal wieder zum „Spanischen Bürgerkrieg unserer Tage“ aufrufen.

:roll:

FAZ: „Krim-Krise: Wladimir Putins Kampf gegen den Rest der Welt“

Krim-Krise: Wladimir Putins Kampf gegen den Rest der Welt

Ein gutmütiges Russland und viele böse Nachbarn – so sieht die Grundeinstellung des russischen Präsidenten aus. Das Verhältnis zwischen seinem Land und dem Rest der Welt beschreibt er als ständigen Abwehrkampf.

Ich (und jeder) weiß, daß diese Mischung aus Larmoyanz und Aggressivität für den russischen Nationalismus (und weiß Gott auch für andere Nationalismen, so auch für den deutschen) ganz typisch ist. Allein: Nach der Lektüre von Putins Rede vermag ich in ihr nichts oder doch nur sehr wenig davon zu entdecken. Veser unterstellt hier Putin, etwas gesagt zu haben, was jeder Rußland-Hasser von ihm erwartet hätte, was er aber nicht gesagt hat, jedenfalls nicht essentiell.

Historisch ist Putins Behauptung falsch, der Osten und der Süden der heutigen Ukraine gehörten eigentlich nicht zu ihr – in diesen Gebieten sind seit dem 15. Jahrhundert Gemeinwesen ukrainischer Kosaken entstanden, die erst ab Mitte des 17. Jahrhunderts unter Kontrolle des Zarenreichs gerieten.

Hier bemüht Veser einen nationalen Mythos zur Widerlegung eines anderen! Als ob die Saporoger Kosaken wirklich Ukrainer (oder auch nur ihre „Vorfahren“) gewesen seien! Mumpitz! Um von der äußerst zweifelhaften Zeitangabe „15. Jahrhundert“ gar nicht erst zu reden.

junge Welt: „Im Westen nichts Neues“

22.03.2014: Im Westen nichts Neues (Tageszeitung junge Welt)

Im Wochenblättchen Jungle World (20. März), zuständig für die Befürwortung und Beschönigung US-amerikanischer Interventionen unter vermeintlich linker Flagge, schließlich klagt Ivo Bozic: »Die deutsche Linke kann sich zu einer Verurteilung der russischen Großmachtpolitik nicht durchringen.« Die Friedensbewegung sei »antiamerikanisch und antiwestlich«, was sie mit dem Nichtdemonstrieren für die Krim einmal mehr bewiesen habe. »Was wäre wohl losgewesen, wenn die US-Regierung auch nur angedroht hätte, irgendeinen Teil unseres Planeten, aus welchen angeblich edlen Motiven auch immer, militärisch zu besetzen?« Ja, was wäre dann wohl los? Der Mann von Welt und seine Kreuzberger Dschungelkämpfer würden wieder Beifall klatschen wie bei der Irak-Invasion und der Afghanistan-Attacke – oder um mehr Beistand bitten, wie für die syrischen Gotteskrieger, die von der CIA noch keine Boden-Luft-Raketen bekommen haben wie weiland die Mudschaheddin in Afghanistan. Denn das ist das eigentliche Ärgernis. Rußlands Präsident hat ordentliche »Ordnungskriege« im Nahen Osten verhindert. »Putin hält seine schützende Hand über das iranische Regime und über Syriens Diktator Baschar Al-Assad.«

NachDenkSeiten: „Die neue Konfrontation West-Ost. Wie geht es vermutlich weiter? Gedanken zur Ukraine, zu Putins Rede vom Dienstag, zu unseren Medien, etc. (Teil I)“

Die neue Konfrontation West-Ost. Wie geht es vermutlich weiter? Gedanken zur Ukraine, zu Putins Rede vom Dienstag, zu unseren Medien, etc. (Teil I) | NachDenkSeiten – Die kritische Website

Wir NDS-Macher haben den Bruch des Völkerrechts am Beispiel der Intervention im Irak und vor allem am Beispiel der militärischen Intervention im Kosovo-Krieg kritisiert. Die westliche Öffentlichkeit und veröffentlichte Meinung trug mehrheitlich keine Bedenken gegen dieses rechtswidrige Vorgehen vor.

Putin hat die Entwicklung des Verhältnisses von Russland zur Ukraine und zur Krim und den Eindruck, betrogen worden zu sein, ausführlich skizziert und diese Skizze mit Spott und Ironie, aber vor allem mit Fakten gewürzt. Auch das macht die Rede lesenswert. Wenn Sie die Zeit dazu finden, dann sollten Sie das wirklich tun. Denn diese Rede sagt viel über die Zukunft Europas und darüber aus, wie wir mit dem wieder aufgebrochenen Ost-West-Konflikt umgehen sollten, wenn wir friedlich in Europa leben wollen. Es ist auch gut, die Rede gelesen zu haben oder sie sich anzuhören, wenn man die handelnden Personen in Russland und die Reaktion der Verantwortlichen im Westen richtig einschätzen will

So ist es. Es war dies eine großartige Rede, ein Meilenstein.

junge Welt: „Die Krim legt ab“

21.03.2014: Die Krim legt ab (Tageszeitung junge Welt)

Auf der Krim geht das Tauziehen um die Stützpunkte der ukrainischen Armee weiter. Rußland hat den ukrainischen Militärs angeboten, sie zu ihren aktuellen Dienstgraden in die eigene Armee zu übernehmen. Ein Teil der ukrainischen Soldaten scheint dieses Angebot anzunehmen. Aus einer Kaserne in der Ortschaft Nowoosjorne zog dagegen ein komplettes Bataillon unter den Klängen der ukrainischen Hymne ab – unter Zurücklassung seiner Ausrüstung. Im Hafen von Sewastopol zogen drei kleinere Schiffe der ukrainischen Marine die russische Fahne auf.

:-)