Wenn ich ein rechter Amerikaner wäre,…

… würde es mich, glaube ich, nicht unerheblich stören, daß aus der unprofessionellen, ungeschickten Bauart der Bostoner Bomben sofort auf meine Gesinnungsfreunde als Attentäter geschlossen wird…

FAZ (Wirtschaft): „Im Gespräch: Boris Palmer: ‚Ich will Unternehmer für die Grünen gewinnen‘“

Im Gespräch: Boris Palmer: „Ich will Unternehmer für die Grünen gewinnen“ – Wirtschaftspolitik – FAZ

Tübingens grüner Oberbürgermeister Boris Palmer kritisiert das linke Wahlprogramm seiner Partei und lobt die Hartz-Reformen. Mit pragmatischer Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik will er die Stimmen der Unternehmer gewinnen.

FAZ: „Diskussion in Polen: Über Widerstand und Antisemitismus – ‚Unsere Mütter, unsere Väter‘“

Diskussion in Polen: Über Widerstand und Antisemitismus – „Unsere Mütter, unsere Väter“ – FAZ

Der deutsche Fernseh-Dreiteiler „Unsere Mütter, unsere Väter“ hat in Polen eine heftige Debatte entfacht. Anlass ist vor allem die Darstellung der polnischen Heimatarmee.

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FAZ: „‚De l’Allemagne‘ im Louvre: Aus tiefem Tal direkt zu Riefenstahl“

„De l’Allemagne“ im Louvre: Aus tiefem Tal direkt zu Riefenstahl – Kunst – FAZ

Was für ein Bild von Deutschland entwirft die Ausstellung „De l’Allemagne, 1800 – 1939. Von Friedrich zu Beckmann“ im Pariser Louvre – und warum?

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FAZ: „Anonymous-Angriff: Der große Bluff“

Anonymous-Angriff: Der große Bluff – Medien – FAZ

Die „Auslöschung Israels im Internet“ wurde vom Hacker-Kollektiv Anonymous für vergangenen Sonntag angekündigt. Was tatsächlich geschah, ließ die israelischen Behörden unbeeindruckt.

Eine geschmacklose, kindische und – Gott sei Dank – offensichtlich auch lächerliche Aktion. In jeder Beziehung infantil.

SZ: „Margaret Thatcher ist tot: Eiserne Lady tritt endgültig ab“

unerbittlicheMargaret Thatcher ist tot: Eiserne Lady tritt endgültig ab – Politik – Süddeutsche.de

Dass die Frau, die einst sogar Helmut Kohl Angst eingejagt haben soll, so verletzlich geworden war, möglicherweise gar nicht wusste, welcher Mann sie da die Treppen zur Downing Street 10 hochführte, passte nicht in das Bild der konservativen Ikone, die bis zuletzt die Maxime des Survival of the Fittest gepredigt hatte.

Auch ansonsten gelungener Schubladen-Nachruf.

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FR: „Kolumne: Lieber Europadiskurs!“

Kolumne: Lieber Europadiskurs! | Meinung - Frankfurter Rundschau

Ich jedenfalls lasse es mit meinem beschränkten Mitteln des Widerstandes nicht zu, dass meine europäischen Nachbarn, mein europäisches Erbe von hinterwäldlerischen Provinzdenkern kaputt gerechnet wird! Wenn die Morgensaufsteher und erstmal ’ne Ladung Konjunkturdaten in die Nase Zieher, die Hans-Olaf Henkels, Hans-Werner Sinns, Alternative für Deutschland, und wie sie alle heißen, die ewig gestrig Verhärmten, europäische Solidarität als Haltung nicht aushalten, dann sollen sie doch in die Schweiz auswandern. Dann ist Europa nichts für Leute wie sie!

Europa ist eine Idee. Europa ist ein Friedensgesuch. Europa ist der Versuch, aus einst barbarischen Verhältnissen einen zivilisierten Kontinent zu machen.

Stilistisch unsauber, aber in der Substanz treffend. ( Auch die Aufforderung an diese Typen, in die Schweiz auszuwandern, gefällt mir. :-D )

NachDenkSeiten: „Die Deutschen zwischen Verfolgungs- und Größenwahn“

Die Deutschen zwischen Verfolgungs- und Größenwahn | NachDenkSeiten – Die kritische Website

Wenn man dieser Tage die Verlautbarungen der Politiker und die Kommentare in den Medien verfolgt, dann kann einem nur noch Angst und Bange werden. Es herrscht eine Stimmung, wie man sie in der Literatur oder in der kritischen Geschichtsschreibung vor exakt einhundert Jahren, nämlich vor dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges beschrieben findet.

Wir Deutschen sind die Erfolgreichsten, wir sind diejenigen die wirtschaftlich am besten dastehen, wir haben die die richtigen wirtschaftspolitischen Konzepte, wir bürgen und zahlen für die anderen, wir sind die Retter Europas, am deutschen Modell soll Europa genesen. So hört und liest man allenthalben. Dieses Selbstlob, ja diese Selbstüberschätzung trägt Züge von Größenwahn.
Auf der anderen Seite beklagt man die Kritik unserer Nachbarn an der maßgeblich von der deutschen Regierung geprägten Austeritätspolitik mit einer Weinerlichkeit, die man nur noch als Verfolgungswahn bezeichnen kann.

[...]

Das ist die typisch Mischung aus deutschem Größen- und Verfolgungswahn, der im letzten Jahrhundert Europa zweimal in die Katastrophe geführt hat. Die zweite deutsche Demokratie ist auf dem Weg zur ersten.

Die deutsche Großspurigkeit, dass der deutsche Agenda-Kurs alternativlos sei und alle anderen diesem Kurs folgen müssten, koste es was es wolle, ist meilenweit von der Haltung entfernt, mit der Deutschland nicht nur seine Einheit wiedergewonnen hat, sondern zu einem angesehenen und erfolgreichen Glied der europäischen und auch der Weltgemeinschaft geworden ist.

„Wir wollen ein Volk der guten Nachbarn werden im Innern und nach außen“, sagte Willy Brandt in seiner Regierungserklärung im Jahre 1969. Gute Nachbarn sind nur, die sich dem deutschen Modell unterordnen, heißt es heute.

Essentiell halte ich diese Kritik Wolfgang Liebs am Neuen Deutschen Größen/Verfolgungswahn für vollauf berechtigt. Wie Garton Ash hatte ich das Gefühl, in einem Albtraum zu leben und erwachen zu müssen, als da ein CDU-Wesen öffentlich sagte, von nun an werde „in Europa deutsch gesprochen“.

Es kann einem Angst und Bange werden, und ich halte auch die Erinnerung an den Wilhelminismus vor hundert Jahren nicht für strukturell übertrieben – nicht umsonst fiel dieses Wort schon in den Tagen des unseligen Gerhard Schröders immer wieder. Der Neoliberalismus verspielt Vertrauen, das Deutschland in vielen Jahrzehnten gewonnen gewonnen hat.

Diese Kritik an einem einzigen SZ-Artikel aufzuhängen (den ich als nicht ganz so schlimm empfunden habe) und die Kritik dann doppelt so lang ausfallen zu lassen wie den Artikel selbst, ist, nun ja, das ist halt ein bißchen netztypisch zugleich und irgendwie „links-diskursfreudig“.

Und freilich sind der Neoliberalismus und der Marktradikalismus auch weder deutsche Erfindungen, noch sind sie heute deutsche Alleinstellungs-Merkmale. Der unselige Geist der 80er und 90er Jahre (der Jahre, in denen etwa „England“ ein „Vorbild“ war), er muß nicht nur in Deutschland überwunden werden, sondern in ganz Europa und auf unserem ganzen Planeten.

SZ: „Texanische Bewegung strebt Unabhängigkeit von USA an“

Texanische Bewegung strebt Unabhängigkeit von USA an – Politik – Süddeutsche.de

Es war eine harsche Reaktion auf den Wahlsieg von Barack Obama: 125.000 Texaner unterzeichneten im Internet eine Petition, die eine Abspaltung von den USA forderte.

„Die spinnen“, denken viele Amerikaner, die Texaner für konservative, schießwütige Pick-up-Fahrer halten.

:-D

Hähä, und viele in Mexiko haben noch ganz andere Vorstellungen von der territorialen Zugehörigkeit Kaliforniens, Arizonas und Texas‘, wenn ich recht orientiert bin. ;-)

Und es wird in dem Artikel nicht recht deutlich, welche Rolle der Bürgerkrieg und die CSA in der Vorstellungswelt dieser (Internet-)Separatisten spielt…

FAZ: „Jacob Zuma: Der Weltpolitiker“

Jacob Zuma: Der Weltpolitiker – Afrika – FAZ

Südafrika will außenpolitisch überall mitmischen, ein wahrhaftiges Konzept aber hat Präsident Zuma nirgendwo. Das zeigt sich auch auf dem Gipfel der Brics-Staaten. Den Ton gibt dort China an.

FR: „Kolumne von Mely Kiyak: Liebe Kolonialgeschichte!“

Kolumne von Mely Kiyak: Liebe Kolonialgeschichte! | Meinung - Frankfurter Rundschau

Wo bleibt die Aufarbeitung?

[...]

Keine Erinnerungskultur und genauen Opferzahlen. Keine Opferperspektiven, staatlich großzügige geförderte Programme zur Aufarbeitung und Entschädigungsleistungen, keine Studenten- oder Schüleraustauschprogramme, Journalistenreisen nach Afrika, Literaturtage oder Kulturfestivals oder Filmfestspiele, die diesen Teil deutscher Geschichte behandeln, keine besonderen Verlage, die berühmt wären für Kolonialismusgeschichte, Historiker, die Preise für Kolonialgeschichtsforschung bekommen haben, Jahrestage, die der Kolonialkriege oder der Aufstände der afrikanischen Bevölkerung gedenken, keine nationalen Einrichtungen und Feiertage sind mir geläufig, die an die deutsche Schuld in Afrika erinnern – kann man deutsche Kolonialgeschichte studieren, wurde ein Lehrstuhl eingerichtet – keine Ahnung, gibt es das nicht oder weiß ich von alledem nichts?!

Letzteres.

Und bei aller gelegentlichen Wertschätzung der Autorin und einer gewissen landsmannschaftlichen Verbundenheit (die kommt aus dem gleichen Kaff wie ich): Wenn man schon eingestandenermaßen von Tuten und Blasen keine Ahnung hat, kann es auch nicht schaden, einfach mal die Schnauze zu halten.

Na, wir würden es selbst nicht ertragen können oder jedenfalls nicht ertragen mögen, das harte Los eines (Frei-)Berufs-Trolls.

NDR (Zwischen Hamburg und Haiti): „Assam – Ein Land voller Tee“

Assam – Ein Land voller Tee

Sehr liebenswerte, interessante Sendung. :-) 30 Minuten, wie üblich bei dieser von mir seit frühen Jugendtagen geschätzten NDR-Reihe.

Es geht vor allem um das Alltagsleben der Teepflückerinnen, dh. um eine derselben. Weniger um Kulinarisches zum Thema „Tee“ oder gar um historische Zusammenhänge. (Also z.B. nicht um die Tatsache, daß die Engländer anfang des 19. Jahrhunderts mit ihren Teeplantagen in Assam, Darjeeling und auf Ceylon ein altes Monopol Chinas knacken und damit zum Niedergang Chinas in dieser Periode beitragen.)

FAZ: „Filmbiographie über Dick Cheney: Nichts zu bedauern“

Filmbiographie über Dick Cheney: Nichts zu bedauern – Medien – FAZ

In „The World According to Dick Cheney“ präsentiert sich der mächtigste Vizepräsident aller Zeiten als Unbelehrbarer. Die Biographie, die im amerikanischen Fernsehen lief, ist ein schockierendes Dokument.

[...]

Bei Dick Cheney geht es viel behutsamer zu. Schon um dessen Werdegang nachzuzeichnen, scheut Cutler sich nicht, die Geduld des Zuschauers auf die Probe zu stellen. Wir lernen den jungen Mann als Leitungsmonteur im schönen Bundesstaat Wyoming kennen, erfahren kurz etwas von einem doppelt unrühmlichen Abstecher nach Yale und gewissen Alkoholproblemen, die er mit Hilfe seiner späteren Gattin löst. Lynne Cheney erweist sich dabei nicht weniger wirksam als später, in seltsam ähnlicher Lage, Laura Bush. Aber zu tief will Cutler wahrlich nicht im historischen Schlamm herumwühlen. Taktvoll übergeht er sogar die Manöver, mit denen Cheney sich dem Kriegsdienst in Vietnam entzieht, und auch im Umfeld der abgebrochenen Promotion im Fach Politikwissenschaft mag er nicht herumstochern.

:-D

FAZ: „Tschechischer Präsident Klaus: Am Rande der Erträglichkeit“

Tschechischer Präsident Klaus: Am Rande der Erträglichkeit – Europa – FAZ

Als Brückenbauer hat sich Präsident Klaus nie verstanden, und seine Neujahrsamnestie hat viele empört. Kurz vor Ende seiner Amtszeit betreibt das tschechische Oberhaus dessen Amtsenthebung.

Längerer Hintergrundartikel von Karl-Peter Schwarz, der diesem wenig sympathischen Menschen Gerechtigkeit widerfahren läßt, vielleicht sogar zuviel.

Das Erste: „Töte zuerst“

Töte zuerstDas Erste online – Programm – Töte zuerst

Ich habe diese exzellente Doku gestern abend auf arte gesehen und empfehle sie ausdrücklich jedermann; sie wird heute um 22:45 im Ersten wiederholt.

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