70 Jahre Niedersachsen. Von der Zwangsheirat zur Vernunftehe

niedersachsen_afrika

Gefeiert werden soll der Geburtstag nach landesobrigkeitlichen Vorstellungen morgen, am 1. November 2016. Die Verordnung der britischen Militärregierung zur Gründung des Landes stammt vom 8. November 1946, sie wurde aber rückwirkend zum 1. November 1946 ausgestellt. Nun denn, der 8. November ist 2016 wohl doch zu sehr von der US-amerikanischen Präsidentschaftswahl besetzt, um Raum für landes-herrliche Geburtstagsfeiern zu lassen. Allerheiligen ist im mehrheitlich evangelischen Niedersachsen keine Konkurrenz – abgesehen vielleicht davon, daß es durch das mittlerweile allgegenwärtige Halloween doch wieder ein bißchen eine Konkurrenz geworden ist.

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Zwanzig Jahre nach dem Höhepunkt der Chaostage in Hannover

Lutherkirche

Und nun jährt sich die Sache also schon zum zwanzigsten Male – anno 1995 war’s. Im WDR-Stichtag gibt es heute einen anhörbaren Beitrag dazu. Vor knapp zehn Jahren hatte ich in meinem damaligen Forum konjunktiv 2 persönliche Erinnerungen dazu zu Protokoll gegeben und den Text dann hier 2008 aus der Mottenkiste geholt – und hiermit mache ich das nun noch einmal. Um der lieben Authentizität willen habe ich keine Veränderungen am Text vorgenommen, sondern nurmehr zwei kaputte Links entfernt.

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Licht aus

mond

Also gut, wenn es denn den sächselnden Protofaschisten gelungen ist, einen kleinen Sieg, einen allerersten Anfangserfolg gegen die übermächtige und allgegenwärtige Dauer-Anstrahlerei jedes auch nur halbwegs sehenswerten Gebäudes in wirklich jeder langweiligen Mittelstadt zu erringen, so sei ihnen von Herzen gedankt.

Lutz, bitte noch ’ne Bratwurscht! Und meine Mendy, Jahrgang ’75: Ich liebe Dich! :love:

Seit fünfzehn Jahren bin ich auf dem Weg nach links. Hier, wo ich jetzt stehe, werde ich wohl eine Weile bleiben. Ich hoffe mithin, gegen den Vorwurf, „Kulturkritik“ zu betreiben, halbwegs gewappnet zu sein.

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Bürgerliche Tapferkeitsmedaille – ein Vorschlag

Sonnenblume_Schwarz-Rot-Gold

Die tapfere deutschtürkische Studentin, die in Offenbach totgeschlagen worden ist, hätte eine respektablere Auszeichnung verdient als das elende Bundesverdienstkreuz. Daß ich den Fall Tugce A. nur anhand dessen zu beurteilen vermag, was in den Medien zu lesen ist, brauche ich kaum zu betonen – wir alle müssen aber zumindest bis auf weiteres davon ausgehen, daß sie eine junge Frau war, die ihren uneigennützigen Mut mit dem Leben bezahlt hat. Jeder mag sich fragen, ob er selbst diesen Mut gehabt hätte.

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Hochwasser

Wo sind eigentlich diesmal die Kohorten von freiwilligen Helfern aus ganz Deutschland, die das Hochwasser von 2002 zu einem Fast-Mythos gemacht haben? Politiker in Gummistiefeln gibt es heute wie damals im Fernsehen zu sehen, aber wo sind die Freiwilligen? Oder sind sie mir nur mehr entgangen?

„Die Mohren bleiben Mohren, trotz aller Professoren…“

Georg HerweghNoch ein paar Punkte zur „Alternative für Deutschland“. Nämlich:
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Wollsocken (ergänzt)

7913622544_4f3c3effb9_cEnde der 80er, Anfang der 90er gab es bei einigen von uns für die Erziehungswissenschaftler einen Spitznamen: die „Wollsocken“.

Die saßen damals in einem imposanten Gebäude aus der Zwischenkriegszeit in der Bismarckstraße (Südstadt). (Wiki: „Derzeit versucht das Land Niedersachsen das historische Gebäude zu vermarkten.“) Wenn man dort mal zu schaffen hatte, sagte man, sagten jedenfalls einige von uns: „So, ich fahr jetzt zu den Wollsocken.“

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Wahlbeteiligung(en) in Hannover

Vor mir liegt eine Aufstellung aller Wahlergebnisse aus den Wahlbezirken und -lokalen Hannovers aus der Druck-HAZ. Schau. Der. Haft. Nämlich die Wahlbeteiligungen:

  • Durchweg gut bis hervorragend ist die Wahlbeteiligung ausgerechnet in den schwarzen Bonzenvierteln: Kirchrode, Zoo, Isernhagen. Alle im 70er-%-Bereich.
  • Noch gut bis durchschnittlich ist sie in den innenstadtnahen, linksgrünen Vierteln wie Linden-Nord, der Nordstadt oder der List: im 60er-Bereich.
  • Mein Herrenhausen und andere Kleine-Leute-Stadtteile mit sozialdemokratischer Tradition (so Ricklingen und Linden-Mitte) schneiden schon unterdurchschnittlich, aber noch akzeptabel ab: 50er-Prozente.
  • Und desaströs schlecht ist die Wahlbeteiligung in den armen Stadtteilen an der Peripherie (70er-Jahre-Sozialwohnungen und/oder hoher Ausländer- und Hartz-IVler-Anteil – etwa Vahrenheide und Mühlenberg, aber auch ein traditionsreiches Arbeiterviertel wie Stöcken): jeweils nur 40er-Prozente.

Hier liegt etwas im Argen. :-/

(Und die gute Nachricht: Doris Schröder-Köpf hat ein noch schlechteres Ergebnis eingefahren als erwartet. :-D Nämlich nur 33,8 % der Erststimmen bei 41,8 % für den CDUler. Sie hat danach dann erstmal ihre Wähler beschimpft, die wohl nicht verstanden hätten, wie das mit den Erst- und Zweitstimmen funktioniert. Doch, doch, das haben sie schon, sieht man ja am Ergebnis.)

FAZ: „Der Fall Schavan: Frau Jedermanns Plagiat“

Der Fall Schavan: Frau Jedermanns Plagiat – Feuilleton – FAZ

Aber soll man sich so erklären, dass Schavan vergaß, gar nicht Martin Heidegger, sondern Walter Biemel über Heidegger gelesen zu haben? Und dass sie sogar Fehler ihrer Sekundärquellen übernommen hat, weil sie die Primärquellen nicht konsultiert hatte?

Die meisten Verteidiger Schavans plädieren auf „Zitierkultur“, obwohl das anhand Tausender Dissertationen, die korrekt vorgegangen sind, eigentlich recht leicht zu widerlegen ist. Außerdem rechtfertigt Gewohnheit keine Mogeleien, sie erklärt sie allenfalls – so wie die „Kultur der Schüler“ Abschreiben erklären mag.

Ganze exzellent – wie so oft – Jürgen Kaube.

NachDenkSeiten: „Wieder einmal strahlt eine Landtagswahl in Niedersachsen auf uns alle ab. ‚Strategisch‘ wählen!“

Focus: „Streit um Galerie in Bellevue: Gauck hängt die neuen Porträts seiner Vorgänger ab“

Die gute alte Wehrpflicht – ein melancholisches Fingerschnipsen

Vorhin bin ich auf einen Text im Kölner Stadtanzeiger gestupst worden, in dem ein Professor das anscheinend wiederum betrüblich gesunkene Niveau der deutschen Studenten beklagt: „Die Schulen haben resigniert“. Am Ende des Interviews hat es einen Absatz, der mich geradezu ein bißchen gerührt hat:

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Asfa-Wossen Asserate: Integration oder die Kunst, mit der Gabel zu essen

Asfa-Wossen Asserate: IntegrationWir haben eine Sonntagsrede gelesen. Keine unerträgliche, eingeschlafen sind wir nicht, aber viel Bemerkenswertes haben wir auch nicht erfahren. Asserate plädiert für die Multikulturalität, die er als Grundlage aller Kultur in Geschichte und Gegenwart sieht.

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Weg mit § 307!

:-)