Nein, „mein Präsident“… (umgebastelt)

Also: Es tut mir leid, mich auf dieses ölige, angelsächsisch-gefühlige „Mein Präsident, nicht mein Präsident, Präsident der Herzen“ überhaupt eingelassen zu haben – und sei es auch halbwegs ironisch gebrochen. (Zu den Twitterspastis, ich hatte es schon verlinkt, unübertrefflich gestern die Jungle World.)

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In Europa

Zunächst der rhetorische Amoklauf Kauders: „Nun wird in Europa Deutsch gesprochen“ – das ist bis heute ungeahndet. Jetzt der Irrsinnsvorschlag eines „Spar-Kommissars“ in Athen.  („Gauleiter“ macht die Presse daraus – „Generalgouverneur“ wäre wohl treffender.) Was die Regierung Murkel da in Liebedienerei vor der Springer-Hetzpresse veranstaltet, ist vielleicht nicht direkt lebensgefährlich für Deutschland, aber  lebensgefährlich für Deutschlands Ruf in Europa – und damit für das europäische Projekt als Ganzes und damit auch durchaus wiederum für Deutschland.

Kupferrot

Die Schriftstellerin Monika Maron hat gestern in einem Gastbeitrag („Der Einbruch des Halbseidenen in die Politik“) für die Frankfurter Allgemeine die Causa Wulff mit sicherem Griff auf in der Ära Schröder aufgekommene Sitten und Gebräuche zurückgeführt:

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George W. Bush: „Das Problem mit den Franzosen ist, daß sie kein Wort für Entrepreneur haben.“

So Bush laut TGA, S. 270, mit Nachweis auf Seite 471:
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Was Wulff tun könnte…

… aber natürlich nicht tun wird: Sich vor irgendeine Kamera stellen und erklären, daß es ein Fehler ist, sich auf ein Bündnis mit der Springerpresse oder auch mit anderen Medienkonzernen einzulassen – nicht nur für ein Staatsoberhaupt, sondern für jeden Politiker auf jeder nur denkbaren Ebene.

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DC – Jeanne

„Der ruhmbedeckten Jeanne d‘Arc,
Ihrer edlen Heimat Lothringen,
Ihrem lieben Vaterland Frankreich.
Die Republik der Vereinigten Staaten und die Stadt New York,
Ihre treuen Bewunderer. Am 15. August 1981.“

Das war zu ihrem 550. Todestag – heute ist ihr 600. Geburtstag.

„Jewish Voice from Germany“

„Alles Jüdische aus Deutschland“, so der Untertitel dieser neuen, viermal im Jahr mit einer angeblichen Druckauflage von 30.000 Exemplaren erscheinenden Zeitschrift in englischer Sprache. Herausgeber ist Rafael Seligmann. Der RSS-Feed der Website funktioniert nicht bzw. ist falsch verlinkt. Ein Favicon und ein Signet könnten auch nicht schaden.

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פֿאָרווערטס

Das ist jiddisch! „Forwerts!“ = „Vorwärts!“ Ja, der Name dieser jüdischen New Yorker Zeitung leitet sich in der Tat direkt vom Vorwärts, dem traditionsreichen Organ der deutschen Sozialdemokratie, ab. :-)

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„Weltgeschichte des 20. Jahrhunderts“ 7 – zur Finanzkrise

Man wird hier kaum anders können, als dem Verfasser zuzustimmen. Und da sage noch einer, Historiker lebten im Elfenbeinturm! Geschrieben wurde das Anfang 2009. Nachweise unterschlage ich wieder einmal der Einfachheit halber.
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Noch zu Schmidts Parteitags-Rede

Schmidt:

Als inzwischen sehr alter Mann denkt man naturgemäß in langen Zeiträumen – sowohl nach rückwärts in der Geschichte als ebenso nach vorwärts in die erhoffte und erstrebte Zukunft.

Dies bedeutete, daß einen alter Mann automatisch einerseits zum Historiker und andererseits zum Hellseher wird. Nun ja, vielleicht ein bißchen. Übrigens erinnert das sehr an einen Passus aus Willy Brandts Erinnerungen (S. 253 f.), in dem Adenauer und de Gaulle verglichen werden:
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Döner-Nagelbomben-Ossi-Nazis (3x ergänzt)

Das Kuriose, fast Surreale: ein Terrorismus, der keine Aufmerksamkeit erregen will. Hätte man je so etwas gehört? Keine Pamphlete, keine Aufrufe, keine „Bekennerschreiben“. Wirklich nur Mordlust – oder vielleicht gar Langeweile? Oder ist man einfach an dieser verdammt harten Aufgabe gescheitert, zusammenhängende Sätze zu Papier zu bringen?

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Mindermann und das Mindermädchen

Abgesehen von der Freude, daß es da einen CDU-Kartoffelkopp erwischt hat: Das ist natürlich wieder einmal Pillepalle. Sich darüber aufzuregen, scheint mir puritanische Verkniffenheit und Blaustrümpfigkeit. Und vor allem haben Abgeordnetete auch nicht primär eine „Vorbildfunktion“. Volker Beck hat mal ganz treffend gesagt, daß es typisch konservative Hybris sei, Politiker zu besseren Menschen stilisieren zu wollen.