Die Ehre Belgrads
Eine saugeile Passage aus Garton Ashs „Jahrhundertwende“. Es geht um die serbische Revolution vom Oktober 2000, also um den halbfriedlichen Machtwechsel von Slobodan Milosevic zu Vojislav Kostunica:
Äußerungen, bei denen es keinen Anrißtext und damit auch kein “weiter” gibt.
Eine saugeile Passage aus Garton Ashs „Jahrhundertwende“. Es geht um die serbische Revolution vom Oktober 2000, also um den halbfriedlichen Machtwechsel von Slobodan Milosevic zu Vojislav Kostunica:
ich habe zum Jahreswechsel dummerweise vergessen, etwas anzumerken, was mir eigentlich schon seit mehreren Jahren im Kopf herumgeht! In diesem Jahre 2012 werden ja nämlich die 68er 68!
Der Horrorjahrgang 1944 – der eisenharte Kern der 68er! – wird heuer 68!
Ich bitte um Pardon für die vielen Ausrufungszeichen! Aber die Sache liegt mir wirklich am Herzen! Die 68er werden jetzt 68!
Grüßle!
Klaas! (Der sich bewußt ist, daß das entscheidende Jahre eigentlich 1967 war!)
Bildquelle: David Jones, CC
Abgesehen von der Freude, daß es da einen CDU-Kartoffelkopp erwischt hat: Das ist natürlich wieder einmal Pillepalle. Sich darüber aufzuregen, scheint mir puritanische Verkniffenheit und Blaustrümpfigkeit. Und vor allem haben Abgeordnetete auch nicht primär eine „Vorbildfunktion“. Volker Beck hat mal ganz treffend gesagt, daß es typisch konservative Hybris sei, Politiker zu besseren Menschen stilisieren zu wollen.
Tatort „Das Dorf“, HR 2011, Felix Murot (Ulrich Tukur)
Gesellschaftlich-politisches Rahmenthema: ?
Mir ist diese Edgar-Wallace-Parodie mit ihren absichtlich dummen Dialogen nach zehn Minuten schlicht zu blöd und zu abgefuckt geworden – es kann sein, daß es noch besser geworden ist, aber ich gucke mir sowas nicht an, um mich zu ärgern und um was zu meckern zu haben. Und der Anlaß zum Ausklinken war dann diese allerplumpste Szene: Dorftrottel in der Kneipe verfallen in feindliches Schweigen, sobald ein Vertreter der Zivilisation das Lokal betritt. Uah.
Brandt, nachdem er die Aufbruchstimmung zu Beginn der sozialliberalen Koalition 1969 und den gleichsam in der Luft liegenden Reformeifer jener Tage geschildert hat:
Man mag das Modernitätspathos der späten sechziger Jahre belächeln; es war besser als die Fortschrittsangst ein Jahrzehnt danach. Wer den sozialliberalen Aufbruch mitgestaltet hatte, konnte nicht begeistert sein, als eine reformorientierte und zukunftsoffene Politik von zwei Seiten her bedrängt wurde – von einem naiven Neokonservativismus ebenso wie von fundamentaler Fortschrittsverneinung.
Erinnerungen, S. 271 f.

Ich habe versucht, dieser nicht ganz neuen Aversion in diesem – Blog gestalterisch Rechnung zu tragen.
Ein hübsches Zitat auf der allerersten Seite von Band 2, nämlich S. IX:
Bei den Diskursen rückt, soweit es um die alte Bundesrepublik geht, seit den siebziger Jahren immer mehr die Linke in den Vordergrund. Sie verfügte seit dem ersten Bonner Machtwechsel von 1969 über die intellektuelle Hegemonie, und das zunehmend unangefochten. Der Geist weht, wo er will, aber von rechts wollte er offenbar nicht mehr wehen. Der einzige Glanz, den die intellektuelle Rechte verbreitete, war der ihrer Abwesenheit. Infolgedessen richtet sich auch meine Kritik in der Spätphase der alten Bundesrepublik vor allem an die Adresse der Linken. Die Kritik ist gelegentlich auch Selbstkritik: Der Autor war an einigen Diskursen, von denen in dem Buch die Rede ist, beteiligt.
Ich habe im Moment große Schwierigkeiten einzuschätzen, was wie wichtig ist. Was reicht wie weit über den Horizont, welchen „Scope“ hat dieses oder jenes? Was ist wirkliche Aufregung, was ist Selbstrefenzialität, was ist – meinetwegen denn – auch „Sommerloch“? Echt, das bereitet mir heuer mehr Probleme denn je.
Man mag das Wort nicht mehr hören und das dann unvermeidlich folgende „hochqualifiziert“ auch nicht. Sooo viele „Gutausgebildete“, denen irgendwo auf der Welt unrecht getan wird. Und wenn man hinschaut, sind es verkrachte Low-interest-Akademiker („stellv. Leiterin des Zentrums für X-Studien“), Pommes-Buden-Manager, Fremdsprachenkorrespondentinnen – und natürlich Journalisten. Und, liebe Deutschtürkinnen:
Das ständige Gefühl, doch nicht dazuzugehören, obwohl man „deutscher“ nicht sein kann
Ja, so fühle ich mich hier auch ständig.
Also: Ein durchaus interessantes Thema, aber ein weinerlicher Schülerzeitungsartikel.
Keine Verläufe, keine runden Ecken, keine Schatten – dafür strikt euklidische
Achterteilung bei dem Balken oben und den Kreuzes-Armen. Ich habe das gerade mit Photoshop schnell für dieses Blog zusammengeklöppelt, vielleicht kann ja jemand was damit anfangen. Was mich angeht, mache ich daran keinerlei Rechte geltend, jeder kann damit machen, was er will. Keine Gewähr bei den Farben… Hier die PS-Datei zum Weiterbasteln.