Zu Syrien

Kurz hingehustet… Es nervt.

Seit vielen Monaten geht das nun schon so: Sobald der syrische Bürgerkrieg einmal ein bißchen aus den internationalen Medien verschwindet, kommt es zu einem Massaker, das angeblich von den Regierungstruppen begangen wurde – und bei dem sich hinterher herausstellt, daß es höchstwahrscheinlich die Rebellen waren.

(weiter…)

Buruma über Gaddafis Ermordung

Wie eigentlich immer außerordentlich lesenswert: Ian Buruma auf Project Syndicate. „The Lynching of Libya“. Er spricht sich mit dem doch eigentlich recht naheliegenden Argument, daß Blutrache nicht die Grundlage von Rechtsstaatlichkeit sein kann, schärfstens gegen die Ermordung Gaddafis aus. Ja, man denke: es besteht durchaus auch die Option, einen Mord per se zu verurteilen, und nicht nur die, ihn mit „We came, we saw, he died.“ zu kommentieren.

(weiter…)

Tripolitanien, Syrte, Kyrenaika. Zur Lage in Libyen (Umfrage hinzugefügt)

Vor knapp zwei Wochen hat Ian Buruma auf Project Syndicate Barack Obama gegen Angriffe aus dem US-amerikanischen konservativen Lager in Schutz genommen: Nein, Obama gehe in Ägypten nicht zu zaghaft und zu vorsichtig vor. Eine von den Rechten geforderte deutlichere Intervention der US-Regierung zugunsten des demokratischen Lagers in Ägypten wäre vielmehr kontraproduktiv, u.a. weil sie den beharrenden Kräften in Ägypten hülfe, die Demokratie als einen Zwangsimport von außen darzustellen.

(weiter…)

DIN und das, Made in Germany

Timothy Garton Ash empfiehlt in seiner Kolumne im Guardian den neuentstandenen oder neuentstehenden Demokratien in der arabischen Welt den deutschen Weg der „Vergangenheitsbewältigung“ und „Aufarbeitung“ der eigenen Geschichte (er zitiert diese Begriffe auf deutsch) als Vorbild: „Germany can show reborn Arab nations the art of overcoming a difficult past“.

(weiter…)

Keine Islamische Revolution

Olivier Roy, der das Scheitern des politischen Islam schon im Jahre 1994 postuliert hat, stellt nun im New Statesman angesichts der Ereignisse in Tunesien und Ägypten folgendes fest: „This is not an Islamic Revolution“. In dem nicht immer ganz prägnanten Artikel arbeitet er die wesentlichen Aspekte des Postislamismus (diesen Begriff verwendet er explizit) und der Christdemokratisierung des politischen Islams (diesen deutschlandbasierten Begriff verwendet er natürlich nicht) heraus.

(weiter…)

Samt, Sand, Sonderweg? Zur Lage in Tunesien und in Ägypten

Charakteristisch für die Revolutionen der letzten zwei Jahrzehnte – für die „Samtenen Revolutionen“, die „ausgehandelten Revolutionen“, die „Farbenrevolutionen“ – ist zunächst einmal ihr Ziel: es geht um Pluralismus und Demokratie nach westlichem Vorbilde. All diese Revolutionen stehen in irgendeiner Form in der Tradition der Amerikanischen und der Französischen Revolution.

(weiter…)