Bundestagswahl 2009
Grau
Nach einem strahlenden Wahlsonntag, an dem jeder Verständige auf 7-8 % für die Piratenpartei gehofft hat, senkt sich nun die bleigraue Decke sozialer Kälte und des totalen Überwachungsstaates über’s Land, so scheint’s. Im Ernst, 2,0 % sind ein toller Erfolg für einen Monothematiker-Haufen, der im Wahlkampf ausschließlich durch Trotteligkeiten (JF-Interviews) und Infantilismen (Yeah!) aufgefallen ist und in dem viele Telepolis lesen. Jetzt kann man hoffen oder vielleicht zu hoffen wagen, daß etwas daraus wird.
Und so eben nicht mehr
Stolpere ich gerade so halbzufällig drüber, über das Preußenlied, paßt irgendwie ganz gut in den Tag:
2. Mit Lieb‘ und Treue nah‘ ich mich dem Throne,
Von welchem mild zu mir ein Vater spricht;
Und wie der Vater treu mit seinem Sohne,
So steh‘ ich treu mit ihm und wanke nicht.
Fest sind der Liebe Bande;
Heil meinem Vaterlande!
|: Des Königs Ruf dring in das Herz mir ein:
Ich bin ein Preuße, will ein Preuße sein! :|
Heute wirkt’s lächerlich, aber der Failing State, um den’s da geht, hat vor gar nicht sooo langer Zeit mal halb Deutschland bedeckt, ganz Deutschland zur Witzfigur gemacht und viel Unheil angerichtet. Man muß sich klarmachen, daß da oben nicht ironisch gemeint ist.
Mein Wahl-O-Mat…
…bestätigt mir meine gestrigen Überlegungen auf das Vortrefflichste.
(Zu dem Tüülchen heute auch Robert Scholz auf E.R.)
Warum ich am 27. September (wiewohl unter Krämpfen) die FPD zu wählen gedenke
Diese Erklärungen hatte ich schon mehrmals im Twitter angekündigt – hier sollen sie nun folgen, ich will versuchen, sie kurz zu halten und die langweiligen Grundsätzlichkeiten auf ein Mindestmaß zu beschränken.
Vorwegschicken muß ich, daß ich auf einigen Gebieten, auch auf einigen mir sehr wichtigen Gebieten, Positionen vertrete, die nur von einer vernachlässigbaren Minderheit der Deutschen geteilt werden – näheres hier.
Zur Wahl
Der Schriftsteller Thomas Brussig erläutert im Tagesspiegel des längeren, warum er es gar nicht so schlimm findet, nicht zur Wahl zu gehen. Wir fassen zusammen: Erstens stören Wahlkämpfe und das in ihnen übliche Gebaren von Politikern den Ästheten in ihm, zweitens sei Nichtwählen immerhin auch ein akzeptables Zeichen von geistiger Unbeteiligtheit:
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frei_sein hat