FR: „Liebe Präsidenten und der NSU!“

Kolumne von Mely Kiyak: Liebe Präsidenten und der NSU! | Meinung - Frankfurter Rundschau

Moderatorin: Wie verlief die Begegnung mit Bundespräsident Gauck?

Elif Kubasik: Er hat uns für knapp zwei Stunden ins Schloss geholt. Es gab ein Mittagessen. Wir wurden vor die Presse geführt, die Fotografen durften uns fotografieren. Danach hat er sich mit beiden Händen in die Luft winkend von uns verabschiedet. Da habe ich gedacht: Sind wir jetzt für ein Mittagessen gekommen? Wenn Du mir als Staatspräsident keine Zuversicht geben kannst, dann brauche ich Dich nicht. Wozu hast Du uns eingeladen?

Moderatorin: Worin lag der Unterschied zu dem Treffen mit Bundespräsident Wulff?

Elif Kubasik: Der Unterschied bestand darin, dass Christian Wulff sich stundenlang Zeit für uns nahm. Er saß bei uns. Er redete mit uns, fragte wie es uns geht, was die Kinder machen. Welche Schulen sie besuchen. Wo sie arbeiten. Er interessierte sich für unsere Familien. Einmal weinte er, als er sprach. Er blieb bis zum Schluss und verließ als Letzter den Raum. Keine Presse. Keine Fotografen.

NDR: „Verkaufte Niedersachsen Kliniken unter Wert?“

Verkaufte Niedersachsen Kliniken unter Wert? | NDR.de – Regional – Niedersachsen

Der Protest war groß, als das Land Niedersachsen im Jahr 2005 ankündigte, die Landeskrankenhäuser zu privatisieren. Am Ende setzte sich die damalige Regierung durch. Doch der Verkauf der Kliniken könnte ihr jetzt gehörigen Ärger bereiten: Nach Informationen von NDR Info und der "Süddeutschen Zeitung" ergab eine neue Prüfung des Landesrechnungshofes im vergangenen Herbst, dass die Krankenhäuser deutlich unter Wert verkauft wurden. Der Schaden für die Steuerzahler: Möglicherweise weit mehr als 200 Millionen Euro.

Allein die Kosten für externe Berater wie die Firma PricewaterhouseCoopers beliefen sich auf knapp fünf Millionen Euro – mehr als doppelt so viel wie ursprünglich veranschlagt.

:übel:

FAZ: „Eheleute Wulff trennen sich: Der Glanz war nur Schein“

Eheleute Wulff trennen sich: Der Glanz war nur Schein – Menschen – FAZ

Von Robert von Lucius – erwartungsgemäß lesenswerter als andere Stellungnahmen zu der Sache…

Es muß übrigens irgendwie blöd für den Wulff sein, daß jetzt alle, aber wirklich alle, Sie und ich auch, sagen: „War ja klar…“ :-D

Eine Trennung, die kaum noch jemanden überrascht hat: Bettina und Christian Wulff sind kein Paar mehr. Christian Wulff ist bereits aus dem gemeinsamen Haus ausgezogen.

[...]

Fast jeder Fehler, der ihn in den vergangenen vier Jahren in Bedrängnis brachte, war entweder von ihr begangen worden – etwa das Upgrade auf einem Ferienflug – oder von ihm, in der Absicht, ihr und ihrer Neigung zur Welt des Scheins zu gefallen. Dazu zählten der Hauskauf in ihrer Heimatstadt Großburgwedel, die Hochzeitsreise auf Einladung sowie gemeinsame Unternehmungen mit dem Filmemacher David Groenewold in München und auf Sylt.

[...] Bettina Wulff fand sich wieder als Beraterin eines Unternehmens und Bewohnerin eines mittelgroßen Hauses in einem Vorort, ohne großen Stab dienstbarer Geister und ohne den Glanz der Auslandsreisen als First Lady, als Gastgeberin im Schloss Bellevue, als Schirmherrin vieler Stiftungen.

Dass sie das offenkundig nicht verwand, deutete sich an in ihrem ebenso selbstgefälligen wie nichtigen Buch „Jenseits des Protokolls“. Das Buch erhielt vernichtende Kritiken – es sei schamlos, larmoyant, niveaulos, „ein Monolog in 18 überflüssigen Kapiteln“ – und vor allem von Geltungssucht und Anspruchshaltung geprägt. Sie selbst dagegen hielt es für „gut und authentisch“.

FAS: „Der graue Wulff“

Ehemaliger Bundespräsident: Der graue Wulff – Politik – FAZ

Ein Ministerpräsident hatte kein Geld für Partys, seine Beamten verstanden nichts davon. Dann kam ein Eventmanager und fädelte alles ein. Es war schön – zu schön, um wahr zu sein.

Detailreich über Olaf Glaesekers und Manfred Schmidts Aktivitäten (unter Wulffs Protektion) zur Finanzierung dieser „Nord-Süd-Dialog“-Partys.

Schon der gequält-ironische Name dieser Veranstaltungen ist so etwas von peinlich und schnöselig… Warum rebelliert eine SPD-Oppostion nicht, wenn ein Teil des Lebenswerks ihres Ehrenvorsitzenden von naßforschen Marketing-Schnöseln mit Freßpartys parodiert wird?!

Ehrensold

Es scheint mir schon bemerkenswert, daß diejenigen, die ansonsten nicht laut genug vor „Populismus“ warnen können, nun in der erbärmlichen und pöbelhaften „Ehrensold“-Debatte mitmischen. Es ist eine völlige Selbstverständlichkeit, daß ein ehemaliges Staatsoberhaut eine anständige Apanage bekommt – so viele sind es ja nicht. Und 200.000 €/Jahr scheinen mir eher eine bescheidene denn eine angemessene Summe zu sein; das sollte wohl gerade noch drin sein bei der führenden Wirtschaftsmacht des Kontinents. Der Begriff „Ehrensold“ ist lächerlich, das stimmt, aber ansonsten gibt es hier nichts zu kritisieren. Und ich sehe auch für Wulff keinerlei Veranlassung, freiwillig auf diese Bezüge zu verzichten. Ein Ex-Bundeskanzler mit einem Aufsichtsratspost bei Putins Gasprom, das ist ein Skandal – aber nicht ein Ex-Bundespräsident, der sich üppig ausstaffiert der Annahme ebensolcher Posten enthält.

Kupferrot

Die Schriftstellerin Monika Maron hat gestern in einem Gastbeitrag („Der Einbruch des Halbseidenen in die Politik“) für die Frankfurter Allgemeine die Causa Wulff mit sicherem Griff auf in der Ära Schröder aufgekommene Sitten und Gebräuche zurückgeführt:

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Was Wulff tun könnte…

… aber natürlich nicht tun wird: Sich vor irgendeine Kamera stellen und erklären, daß es ein Fehler ist, sich auf ein Bündnis mit der Springerpresse oder auch mit anderen Medienkonzernen einzulassen – nicht nur für ein Staatsoberhaupt, sondern für jeden Politiker auf jeder nur denkbaren Ebene.

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