Google Insights
Hätten vielleicht unsere geschätzten Leser bemerkenswerte Erkenntnisse beim Experimentieren mit Googles neuem Suchbegriff-Aufdröselungs-Tool Google Insights gewinnen können (vgl. auch FAZ und Heise)?
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Oh, was für wunderschöne Kreationen von Regenschutzkleidung für Radfahrer es gibt; mal bunt, meist aber in gedeckten Farben – und ganz gewiß in alle Richtung für Flüssiges und Gasförmiges nach dem neues Stande der Faserchemie durch- oder auch undurchlässig. Das bedeckt immer den ganzen Körper, oft stecken auch die Füße in „Füßlingen“ (schon das Wort! übel
). Selbstverständlich aber trägt man ein Kapuze, die so weit zugezogen ist, daß nur noch die Augen freibleiben.
Übrigens hat es hier gerade so zwanzig Grad, leichter, warmer Sprühregen.
Bildquelle: Noël Zia Lee, CC
… gilt schon heut oder morgen nicht mehr.
Allein: Ich laufe immer noch.
Vor 898 Tagen, am 27. September 2005, hatte ich in meinem damaligen Forum „Konjunktiv 2″ in einer in geschmacklicher Hinsicht äußerst zweifelhaften Anwandlung zwei Fotos veröffentlicht: jeweils einen Laufschuh eines Paares, daß ich mir gerade neu gekauft hatte, und einen eines Paare, das ich zweieinhalb Jahre lang in der Mangel gehabt hatte.
Man gestatte mir bitte eine Reprise.
♦ Friedbert Pflüger legt in seinem Weblog dar, was ihm (neben dem zu Recht vielgeschmähten Passus über die Assimilation) an Erdogans Rede noch und vor allem nicht gefallen habe – nämlich der Versuch, Türken mit deutschem Paß der Intervention der Türkei in die deutsche Politik dienstbar zu machen. Ziemlich deutliche Worte.
♦ Die Papier-FAZ veröffentlicht heute drei außerordentlich islamkritische Leserbriefe. Darunter schien mir einer zwar etwas geisterseherisch, aber doch zumindest bedenkenswert. Der Schreiber aus Berlin-Wedding weist auf die massenhafte Verbreitung des Anabolika-Mibrauchs in der Unterschicht hin; die futtern das Zeug, weil es muskelbildend wirkt. Angeblich macht es aggressiv. Keine Ahnung, ob das quantitativ für die „Jugendkriminalität“ von Bedeutung ist – jedenfalls ist es, nach allem, was man hört, in der Tat extrem weit verbreitet.
Leider keine richtigen Fahnen, sondern diese komischen vertikalen Standarten, die man früher nur aus Gewerbegebieten kannte, und die sich jetzt auch vor Universitäten und Universitätsinstituten vermehren wie die Ratten. Beim Laufen von hier zum Königsworther Platz (insgesamt so sieben Kilometer) kommt man allein an vier dieser Grüppchen von Scheußlichkeiten vorbei.
Universitäten verkaufen sich wie Tankstellen, widerlich. (An einer Shell-Tankstelle kommt man auf besagter Strecke auch vorbei, und auch dort: Standarten.) Und diese Standardten haben immer so einen vertikalen „Tragebalken“, damit sie auch bei Windstille gut zu sehen sind. „Es soll immer Weihnachten sein.“
Heute abend aber war es windig, und wie, und an Standartenklirren herrschte kein Mangel. Zum erstenmal seit zwei Jahren mit Mütze und Handschuhen unterwegs, allerdings aus Eitelkeit nur auf dem Hinweg gegen diesen abscheulichen Ostwind. Die Temperatur nicht gerade furcheinflößend, um neun herum so gegen minus drei Grad, aber wenn man dabei gegen starken Wind laufen muß, ist es unangenehm; hat man den Wind im Rücken, ist es das nicht.
Man muß sich zugegebenermaßen in jedem Herbst aufs neue an sie gewöhnen – und des Sommers vermißt man ihren spröden, eckigen Charme auch keineswegs allzusehr. Wie schon in den Laufwintern zuvor stellen wir jedoch auch heuer wieder seit vielleicht Ende November, Anfang Dezember fest, daß uns das alte Meuble wieder einmal und/oder noch immer ans Herz gewachsen ist.
Einen Kilometer nach Osten an der Stirnseite des Großen Gartens vorbei, dann einen nach Süden längs der Graft (der Graben um den Großen Großen) und nochmal einen nach Osten durch die Kleingärten auf die Uni zu – auf allen drei Teilstücken hat es (eine teils recht funzelige) Straßebeleuchtung, daher. Und dann zurück.
(Weder dieses Weblog noch mein liebes Forum Konjunktiv 2…)
Wohl aber meine seit nun mehr als zehn Jahren in aller Stumpfsinnigkeit und möglicherweise in der Tat auch in aller Geschmacklosigkeit getragene Lieblingsjeans, meine Standard-Hose, von der ich mir im Laufe der Zeit wohl so 12 oder 15 Stück zugelegt habe.
Natürlich, es gibt sie weiterhin, aber eben nicht mehr in meiner Größe. Schon seit langer Zeit mußte ich durch mindestens 3 Kaufhäuser laufen, um die richtige Größe zu finden. Nun konnte man noch ein letztes Exemplar ergattern und erhielt dabei die offenbar kompetente Auskunft: „Die Größe wird jetzt gar nicht mehr hergestellt. Ist ein Rest.“
Na, wird auch wirklich Zeit, mir mal was anderes zu suchen, stimmt schon. Paßt also…
Jedenfalls – und das ist wirklich ein Abschiednehmen: Es gibt keine 501er-Jeanse in der Größe 27/34 mehr.
Im Feuilleton der Sonnabends-FAZ (S. 36) finden wir eine Zs-Sammelrezension von Ingeborg Harms, in der auch das Heft 700 des „Merkurs“ verhandelt wird. Wir hatten das auf Konjunktiv 2 auch, jedoch ging es dort um den einleitenden ebenso misogynen wie bundesbahnfeindlichen Artikel von Bohrer. Münklers Artikel hingegen scheint uns recht gut zu den Themen diese Blogs zu passen…
Heute etwas gestreßtes, unspektakuläres Normalpensum in einiger Zeitnot. Muskelkater hat sich fast verflüchtigt.
So, ich begebe mich fröhlich auf ein Terrain, auf dem ich mich nun gar nicht auskenne, auf dem mir aber doch den ganzen Nachmittag wohl zu Mute gewesen ist. Ich spreche nicht von Politik (für die das auch zuträfe), sondern von Parfums. Ich verwende seit fünfzehn Jahren wirklich täglich welche, ohne viel davon zu verstehen. (Mir wurde allerdings verschiedentlich bestätigt, daß mein Wahlen nicht ganz schlecht gewesen seien.)
Vor einer Handvoll Tage nun hatte ich eine liebe, duftbegeisterte Bekannte auf einen FAZ-Artikel aufmerksam gemacht. Es geht um die traditionsreiche Londoner Parfümerie Floris (gegründet 1730), die auch sehr geschickt mit ihrem Traditionsreichtum Marketing betreibt, z.B. indem sie ansonsten überhaupt kein Marketing betreibt. (Einen Webauftritt haben sie aber immerhin.) Sie machen einen Gutteil ihres Geschäfts mit „historischen“ Parfums und haben eine Reihe von Duftnoten im Angebot, die im 19., teilweise sogar im 18. Jahrhundert kreiert wurden. Parfums aus der Zeit vor der Französischen Revolution – wie faszinierend für einen Reaktionär!
Nun, für L. war es auf Anhieb offenbar noch faszinierender als für mich: Sie hat dort, drei Düfte bestellend, zugeschlagen. Ich hatte fast schon ein schlechtes Gewissen, sie zum Geldausgeben inspiriert zu haben, aber bald wurde mir klar, daß das ein wenig weitherziger Reflex war. Die Preise sind übrigens (vgl. den FAZ-Artikel) natürlich nicht ganz niedrig, aber auch keineswegs Wucherpreise. Sie sind, nun, solide, würde ich sagen. Ihr scheint’s Freude gemacht zu haben, heute nachmittag ist hier ein Päckchen von ihr mit Probefläschchen von den drei Parfums angekommen. (Auch hier nochmals: Danke!)
Es handelt sich um:
Alle drei sind sehr gradlinig, altmodisch und sozusagen bestimmt, prägnant und stilrein. Natürlich ist da überhaupt keine Bemühung um Dynamik oder Rasanz zu verspüren, schon gar nicht von hektischer Suche nach Originalität. Der Duft kommt selbstsicher, aber unaufdringlich auf einen zu. Man spürt auch, scheint mir, daß den Parfumeuren damals noch nicht die Marketing-Abteilung im Nacken gesessen hat.
„Special 127″ ähnelt von den Grundkomponenten (Bergamotte und Sandelholz) einem Parfum, das ich als junger Mann viel verwendet habe, ist aber, hm, „gedeckter“, kantiger und in meiner Nase gewürzhafter. Es wirkt ein bißchen betulich, man kann sich dazu wirklich sehr gut einen Herrn in der Belle Epoque vorstellen. Schön.
Immerhin: Sooo fremdartig wirken die Düfte nun auch nicht – ganz beruhigend, daß unsere ehrwürdigen Ahnen doch grosso modo die gleiche Nase hatten wie wir.