In Europa

Zunächst der rhetorische Amoklauf Kauders: „Nun wird in Europa Deutsch gesprochen“ – das ist bis heute ungeahndet. Jetzt der Irrsinnsvorschlag eines „Spar-Kommissars“ in Athen.  („Gauleiter“ macht die Presse daraus – „Generalgouverneur“ wäre wohl treffender.) Was die Regierung Murkel da in Liebedienerei vor der Springer-Hetzpresse veranstaltet, ist vielleicht nicht direkt lebensgefährlich für Deutschland, aber  lebensgefährlich für Deutschlands Ruf in Europa – und damit für das europäische Projekt als Ganzes und damit auch durchaus wiederum für Deutschland.

Margot Käßmann, „Pro Europa“, der SpOn und ein „Zivilcourage-Preis“

Ich hatte die Vermutung schon Montag vormittag, vor ca. 36 Stunden, in meinem „anderen Blog“ geäußert: der Spiegel ist einem Aufschneider aufgesessen und hat eine Ente verbreitet. Und die ganzen „Online-Redaktionen“ haben es nachgeplappert und tun es weiterhin: Unser aller Darling Margot Käßmann habe von der „Europäischen Kulturstiftung – Pro Europa“ einen „Preis für Zivilcourage“ verliehen bekommen, hieß es am Sonnabend im Spiegel.

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Phil

Europa

Es gibt eigentlich, zumindest bezogen auf Ländernamen, nur frankophil und anglophil, zur Not noch russophil. Sicher, amerikanophil, hispanophil, polonophil, danophil etc. kann man bilden und sie werden verstanden, aber eigentlich gebräuchlich sind diese Wörter nicht. Nicht einmal italianophil ist üblich – bemerkenswert angesichts der jahrhundertealten (unerwiderten) Liebe der Deutschen zu Italien. Und was ist zum Beispiel mit Holland und Belgien? Batavophil und belgophil – das klingt nun ganz komisch. Aber man tröste sich: für …phob gilt ja genau das gleiche. (Anregung.)

Die FAZ erzürnt sich, wohl zu Recht,

über die nicht ganz neue Praxis der EU, sich eine ihr genehme journalistische Berichterstattung durch (selbstverständlich durch die europäischen Steuerzahler finanzierte) Förderprogramme zu erkaufen. Wiederum fällt hierbei die Deutsche Welle unangenehm auf, als Begünstigter nämlich. FAZ.net

Ich werde gefürchtet, also bin ich

Ein weiteres Mal verweise ich auf einen Artikel von Adam Krzeminski in der Online-Ausgabe der Welt: „Polens neue Angst vor dem russischen Nachbarn“. Die Essenz des Textes: Polen hat wieder mehr Angst vor Rußland, aber es hat auch weniger Angst vor Deutschland – das alte polnische Trauma von russisch-deutschen Zangengriff ist heute weniger wirkungsmächtig als früher.

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