Ehrensache,…
… heute morgen muß ich der FAZ hinterherrobben, obwohl mir eigentlich egal ist, was sie denen anhängen. Aber der dichte Beschuß nötigt mich dazu: Die Titelseite mit einem richtig erläuterten (und nicht nur mit Witzen versehenen) Foto, ferner Rainer Blasius auf Seite 5, letzterer auch im Internet.
Die Gestaltung mit dem Logo-Kreuz im Metall-Kreuz finde ich blöd.


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Mit einiger Verspätung doch noch etwas zur heutigen FAZ-Titelseite. Eigentlich ein schönes Foto, aber man muß ein ausgesprochener Fan von Krampf-Assoziationen sein, um dem Agglomerat von Sagas, Geysiren, Seifen und Blasen etwas abgewinnen zu können.
Die FAZ visualisiert die Dramatik des Geschehens auf den internationalen Finanz-Märkten und die Kümmernis der Regierungen deshalb mit einem einem exzentrischen Layout – und mit einem Rettungsring. (Ich hätte gerne auch einen.
) In der Bild-Gebrauchs-Anweisung ist dann noch vom Domino-Effekt und ein paar anderen Lieblingsvokabeln der Finanz-Krisen-Manager die Rede.
„Foto Archiv“ schreiben sie. Nun, die Graphik kursiert dutzendfach im Netz, unter anderem
Die FAZ liefert mir und allen anderen bloggenden Augentierchen heute geradezu einen Freifahrtschein, es in Zukunft mit der Bilderauswahl auch wiederum nicht zu genau zu nehmen. „Foto: F.A.Z.-Archiv“ Fragt sich, ob man „auf der Suche nach dem Bild des Tages“ überhaupt auf einen Forenaufreger wie das mit den Schwarzen Löchern aufspringen muß.
… und zwar ziemlich brutal. Auf dem Titelbild nochmals die ganze Palin-Mischpoche auf dem Parteitag mit ihren Kostümchen und ihren Bibelverkäufer-Visagen und dem Mongo-Baby. (Letzteres allerdings Gott sei Dank nur klein, diesmal.) Und tatsächlich, sie führen genau auf, wer da wer sei – eine heißt zum Beispiel mit Vornamen „Piper“. Ich bin mir nicht sicher, ob sie das ironisch meinen. Auf der Startseite von faz.net hingegen im Moment gerade – John McCain auf dem Parteitag. Also, ich wäre wohl im Zweifelsfall auch eher für McCain, aber die FAZ haut doch ein bißchen zu sehr für ihn und für seine Co-Pilotin auf den Pudding. Und akut kann ich auch sein Teddybärengesicht nicht mehr sehen.
Vielleicht sollte ich nicht zu oft Bemerkungen zur FAZ-Titelseite machen. Aber dieses Ergebnis der Suche nach dem „Bild des Tages“ ist nun einmal fast jeden Tag einer meiner ersten „neuen“ optischen Eindrücke und heute wundere ich mich besonders über die halb-gequälte, halb-gelungene Assoziationskette.
Wie man es erwarten konnte, macht die FAZ mit einem Foto eines russischen Panzers in Prag im Jahre 1968 auf. So soll es auch sein. Und auch die Frage, von wo und von wann denn das Foto stamme, ist nur recht und billig: „Budapest 1956? Grosny 1999? Gori 2008 […] bei russischen Einmärschen gleichen sich nicht nur die Bilder.“
Die FAZ hat sich gefaßt, ist auf die Füße gefallen und macht heute in (nein, nicht in Schweineblut) Aktionskunst.
So, ich hoffe, die Tagesereignisse haben die FAZ gestern zumindest fürs erste zum letzenmal veranlaßt, aus der Form zu gehen. Mir gefällt diese kleine Serie auch nicht mehr, drei Folgen reichen, weiß Gott.
Nun, eigentlich hatte ich mir heute vorgenommen, mich auf dem Weg zur Arbeit melodramatisch naßregnen zu lassen, aber daraus ist nichts geworden.
Die FAZ präsentiert sich in ungwohnter Aufteilung, die Woche beginnt mithin beunruhigend. Rußland marodiert im Transkaukasus, China läßt Turnflummis unklaren Alters herumhüpfen. Und dann gäbe es da noch Indien. Es ist in den Leitartikeln viel von Regionen, Großmächten und Polaritäten und Multilaterismen die Rede.