Von wegen antiintellektuell

tazobamaIn der taz ein wirklich saublöder Kommentar von Robert Misik zur allgemeinen Verwunderung über den Friedensnobelpreis für Barack Obama: „Linke Lust am Scheitern“. Man hat den Eindruck, da soll auf die Linken zugeschrieben werden, die nämliche Verwunderung wenn nicht gerade als Gotteslästerung, so doch als böswille Besudelung ihres Lieblings-Pinups empfinden…

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Kurze Prognose

nobelAlso, der nächste demokratische US-Vizepräsident dürfte den Friedensnobelpreis so gut wie sicher haben, wenn er sich nicht ganz und gar danebenbenimmt. Nach Gore, Ahtisaari und nun Obama (zuvor 2002 schon Jimmy Carter) wäre dann erstmal wieder ein skandinavischer Apparatschik dran. Auch dringend wieder eine Frau! Die letzte war schon 2004 diese Kenianerin – nicht zu fassen bei Skandinaviern.

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Aceh als muslimische Erfolgsgeschichte – Skandinavier überflüssig

Kishore Mahbubani, seines Zeichens Dekan der Lee Kuan Yew School of Public Policy der Nationalen Universität von Singapur, kritisiert – durchaus im Sinne des Namenspatrons des von ihm geleiteten Instituts – auf Project Syndicate die Entscheidung des norwegischen Nobelpreiskomitees: „Ungerechtigkeit bei Nobelpreisverleihung“.

Er zweifelt (natürlich) nicht daran, daß Martti Ahtisaari ein bedeutender Mann sei, der den Nobelpreis verdient habe.

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Repertorium Germanicum

rep_germ2.jpgMit dem „Repertorium Germanicum“ zu schaffen – einem zwanzigbändigen Wahnsinnsprojekt von Quellenedition, das die Erwähnung von Personen aus und Orten im Deutschen Reich in den Papstakten von den 1370er bis in die 1470er Jahre erschließt. Das Deutsche Historische Institut in Rom arbeitet seit einem Jahrhundert daran.

Aus dem Vorwort zu Band V/1,1 (Tübingen 2004): „Zwei Jahre nach seinem Amtsantritt als Direktor des 1953 wiedereröffneten Deutschen Historischen Instituts (DHI) in Rom stellte Walther Holtzmann in seinem knappen Anriß der Institutsgeschichte fest: ‚Ein Sorgenkind war von jeher das Repertorium Germanicum‘.“ Kann man sich vorstellen…

Was mir neu war: Zuerst angestoßen wurde das Projekt von Ludwig Quidde – dem Linksabweichler in (und dann bald nicht mehr in) der deutschen Historikerzunft, Verfasser einer Satire auf Kaiser Wilhelm II. („Caligula“ ) und Friedensnobelpreisträger von 1927.