Marlen Haushofer: Die Wand

Dieses Buch hat mich begeistert und mitgerissen. Ich bin in den letzten Jahren ein träger und schlechter Bücherleser geworden, und wenn ich einen Roman in zwei Tagen verschlinge, wie seit Jugendtagen nicht mehr, so wird das schon etwas zu bedeuten haben – zumal, wenn es sich über weiter Strecken um ein Katzen-, gar ein Hundebuch handelt. Übrigens vermöchte ich mir kaum ein Buch vorszustellen, das Hunde, Kühe und Katzen freundlicher beschriebe, ohne sie im mindesten zu vermenschlichen – empathischer geht es kaum.

Ich bin durch die (wundersamerweise übrigens gelungene) Verfilmung aus dem Jahre 2012 aufmerksam geworden, sie lief vor zwei oder drei Wochen auf arte.

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Die wahre Familie

„Nastojaschtschaja Semja“ – „die echte, die wahre Familie“. So lautet seit einigen Tagen das Motto einer Kampagne der russischen De-facto Staatspartei „Einiges Rußland“, mit der man die „traditionellen Familienwerte“ gegen teuflische Einflüsterungen aus dem Westen stärken und verteidigen möchte. Selbstverständlich ist die Aktion auch und vor allem als Gegenbewegung gegen die Bestrebungen zur Gleichstellung der Homoehe in den meisten westlichen Ländern zu verstehen.

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FAS: „Gender-Design: ‚Ich glaube nicht, dass Mädchen ein pinkes Gen haben‘“

Gender-Design: „Ich glaube nicht, dass Mädchen ein pinkes Gen haben“ – Menschen – FAZ

Ganz interessantes Interview…

Und mein Gefühl dabei ist oft, provokativ gesagt, eigentlich hätte sich der Designer lieber an einem Porsche und nicht an einer Saftpresse versucht. Darum versieht er eben die Saftpresse mit einem Turbo, der aus 17 Teilen besteht, die man nur schlecht wieder zusammensetzen kann. Ich habe so eine Saftpresse, die in der Ecke verstaubt, weil ich die vielen Teile nicht immer säubern will. Für mich ein typischer Fall, dem Mann fehlt die entsprechende Erfahrung.

Ich denke hier sofort an die neue Küche meiner Mutter. Sehr solide Arbeit – aber zwei Details: Erstens ist der Abfluß der Spüle genau in deren Mitte, sodaß man den Gummi-Pröppel kaum reinstöpseln kann, wenn sie voll mit Geschirr ist. Und wenn er nicht drin ist, blockiert in der Spüle liegendes Geschirr oft den Abfluß. Zweitens die kaum sichbaren Markierungen den Drehschaltern der hochmodernen Umfluft-Gas-Elektro-Herdes. Sofort ist das Urteil zur Hand: „Das kann sich nur ein Mann ausgedacht haben, der selbst nie in der Küche steht!“ (Vermutlich trifft es.)

Ferner geht es auch um die schon hier erwähnte Pinkifizierung kindlicher Lebenswelten.

Wollsocken (ergänzt)

7913622544_4f3c3effb9_cEnde der 80er, Anfang der 90er gab es bei einigen von uns für die Erziehungswissenschaftler einen Spitznamen: die „Wollsocken“.

Die saßen damals in einem imposanten Gebäude aus der Zwischenkriegszeit in der Bismarckstraße (Südstadt). (Wiki: „Derzeit versucht das Land Niedersachsen das historische Gebäude zu vermarkten.“) Wenn man dort mal zu schaffen hatte, sagte man, sagten jedenfalls einige von uns: „So, ich fahr jetzt zu den Wollsocken.“

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