Gender
Zwischen den Ohren (Thiel; Boerne)
Tatort „Zwischen den Ohren“, WDR 2011, Frank Thiel (Axel Prahl), Karl-Friedrich Boerne (Jan Josef Liefers)
Gesellschaftlich-politisches Rahmenthema: Intersexualität, Transsexualität, Pullover
Moinsen! Das wichtigste zuerst: der Münsterfaktor. Es war schon mal noch schlimmer, meine ich.
Mein Vorschlag…
… für eine neue, geschlechtergerechte Ruhmeszeile in der österreichischen Nationalhymne soll nicht im Twitter versauern:
Heimat bist Du großer Leute,
Schreibst mit Binnen-I stets heute,
Vielgerühmtes Österreich!
Alternativ böte sich vielleicht noch an:
Eine bessere Welt (Steier; Mey)
Tatort „Eine bessere Welt“, HR 2011, Frank Steier (Joachim Król), Conny Mey (Nina Kunzendorf)
Gesellschaftlich-politisches Rahmenthema: keines
Wenn ich Bundeskanzler wäre, hätte ich dafür gesorgt, daß Nina Kunzendorf Tatorts-Kommissarin wird. Nun hat sie’s auch so geschafft – ich habe mich nicht in ihr getäuscht.
Die Unmöglichkeit, sich den Tod vorzustellen (Ritter; Stark)
Tatort „Die Unmöglichkeit, sich den Tod vorzustellen“, RBB 2010, Till Ritter (Dominic Raacke), Felix Stark (Boris Aljinovic)
Gesellschaftlich-politisches Rahmenthema: Neue Männer, Tod, Familie, Kinder
Neue Männer ziehen sich vor allen Dingen und zuallererst die Schuhe aus, wenn es heißt, einen Parkettfußboden zu schonen. Das machen sie alle, und alle machen sie mit. Klar: Buch und Regie je von eine Frau – da wird das für selbstverständlich angenommen.
Ist Twitter RSS für Mädchen?
Seit längerem schon habe ich den Eindruck, daß Twitter auch so eine Art RSS für Mädchen sei. Leuten, die seit vielen Jahren schon keinen RSS-Reader benutzen, gefällt seit dem Frühling 2009 Twitter ganz wunderbar, weil sie dadurch auf einmal Überblick über die Nachrichten verschiedener Sites bekommen.
Unterstriche in Oberland?
Es kommen da gerade so vage Hinweise herein, daß die Österreicher mit ihren komischen Gender-Schreibweisen wieder ein neues Spielzeug haben, nämlich den Unterstrich („_“). Klar, es ist bekannt, daß die mit Begeisterung und/oder fast schon durchgängig dieses große I („MitarbeiterInnen“) und „man/frau“ schreiben, wie das hier in den Unis in den 80/90ern schick war.
„Binnen-I be gone“
Ösis, aufgepaßt! (Und Deutsche, die, etwa aus beruflichen Gründen, gezwungen sind, häufiger österreichische Websites zu besuchen – auch aufgepaßt!) Es gibt ein Firefox-Addon, daß das große I und nächstverwandte Austriazismen aus den von Euch besuchten Sites herausfiltert und in normales Deutsch umwandelt! Es heißt „Binnen-I be gone“! (Via @klandestina.) Aus der FAQ von „Binnen-I be gone„:
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Architektur eines Todes (Sänger; Dellwo)
Tatort „Architektur des Todes“, HR 2009, Charlotte Sänger (Andrea Sawatzki), Fritz Dellwo (Jörg Schüttauf)
Gesellschaftlich-politisches Rahmenthema: Gender, Gender, Gender!
Also, ob’s im Working Women Web und in den angeschlossenen Callboy-Netzwerken wirklich so zugeht, weiß ich freilich nicht… Bin ja nicht einmal bei Xing.
JSS – Die Familie des Herzogs von Marlborough
Man beachte die in der Tat konservativ-subversive Komposition dieses prächtigen Familienbildes von John Singer Sargent aus dem Jahre 1905 (332,7 x 238,8 cm!). Er, immerhin ein englischer Herzog und Chef des Hauses, steht ein bißchen verloren am Rande, sie (deren Geld übrigens die Familie vorm Ruin gerettet hat), steht in der Mitte und thront über allem. Herrlich!
Praktikantinnen im Endspurt
Gestern abend hatte ich hier einmal etwas Feministisches gebracht. Heute morgen nun, gegen Ende der langen Feiertagskette, liefern mir die Praktikantinnen von faz.net erfreulicherweise die Gelegenheit frei Haus, in die andere Richtung zu boßeln. Sie berichten, prominent auf der Site plaziert, über „Frauen, die sich was trauen“, nämlich über „Frauen in Männerdomämen“. Also:
FAZ.NET hat genau hingeschaut, welche Hürden Frauen auf dem Weg zur sportlichen Gleichberechtigung überwinden müssen.
Der Artikel ist erfreulich kurz
, es geht im Grunde nur darum, eine Klickerzeugungsumfrage zu bewerben.
Eine Schlacht verloren,…
… an anderen Fronten (auch im Innern) geht der Kampf weiter.
Die Académie Française kämpft gegen die Katzbuckelei von Klientelpolitikern vor Bauerndialekten, bzw. vor Lehrertypen, die sich gerne die Zeit damit vertreiben, etwas einzufordern – vorzugsweise Respekt vor irgendwas, noch lieber Entschuldigungen. Nicht gerade schöner, aber doch lesenswerter Kommentar dazu von Jürg Altwegg in der FAZ:
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Herrenhandtascherl…
Bis heute nachmittag gegen halb sechs hatte ich eine Antwort auf die Frage parat, warum man als Läufer daran gewöhnt sei, sich die Nase ohne Taschentuch zu putzen: „Weil Du beim Laufen halt kein Herrenhandtascherl dabei haben kannst.“
Nun bin ich belehrt worden: Das geht doch. Wirklich und tatsächlich – ich war Zeuge. Natürlich hatte der Typ trotz äußerst kommoder Temperaturen auch diese Damenstrumpfhosen an und ein warmes Mützchen auf dem Kopf.
übel übel
Lindenblütentee
Es scheinen dies Tage und Nächte der Grundsätzlichkeiten zu sein. Eben gerade wird mir (nicht ganz zum erstenmal, es sei zugegeben) klar, daß das Farbschema dieses Weblogs ganz deutlich an das der sogenannten „Bibel in gerechter Sprache“ und ihres Webauftritts erinnert.
Aus einem alten FAZ-Kommentar zu diesem Machwerk in diesem Zusammenhang diese herrlichen Sätze von Lorenz Jäger: „So ein zartes Gelb auf dem Umschlag schmerzt das Auge nicht, es stimmt zum Lindenblütentee bei der Bibelarbeit. Nur das Ohr leidet. […] „Ich, Adonaj, deine Gottheit, bin eine eifersüchtige Gottheit.“ Denn schlicht vom „Herrn“ zu sprechen paßt nicht in die Zeit. So gibt es auch keine Priester mehr, sondern nur eine „mit dem Priesteramt betraute Person“. Woraus wir lernen, daß die gerechte Sprache immer auch um eine Nuance bürokratischer ist: Das Vorbild gibt der Politiker, der im Fernsehen seinen Wählerinnen und Wählern dankt.“ (F.A.Z., 06.10.2006, Nr. 232 / Seite 33)


