Film-Mittwoch im Ersten: „Mitte 30″, 2008, Gerrit (Mark Waschke), Sandra (Silke Bodenbender), Claudia (Anneke Kim Sarnau)
Exzellent – definitiv das beste, was wir seit Monaten im Fernsehen zu sehen bekommen haben. Spannend, subtil, witzig, ein bißchen lasziv und vor allem mit dem unbedingt notwendigen Maß an charmant-leichter Irrealität und Abstrusität ausgestattet. Letzteres wird beispielsweise gleich daran deutlich, daß das Böse zunächst auf der Beerdigung durch die Türritzen hineingekrochen kommt (sehr realistisch), sich dann aber doch aus dramaturgischen Gründen verflüchtigt. Dieser Film hält gekonnt die Waage zwischen feiner Charakterstudie und, nun ja, urbanem Märchen.
Brillant auch der Einsatz der Musik – man hört nämlich bis zum Ding-Dong gar keine und dann erst wieder ganz zum Schluß.
Nun, eine Frau flötet zunächst und versucht dann, furchtbar unauffällig zu dirigieren, eine schreit auf einmal sehr lautstark herum – das ist wiederum keineswegs märchenhaft, sondern sehr real, aber es paßt bestens. Dafür ist die Hauptrolle märchenhaft genug.
Toller Film, ein Hurra dem Filmmittwoch im Ersten!
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(Nächste Woche hat es „Sophie Scholl – die letzten Tage“, ein über die Maßen großartiges Werk. Bitte, man schaue sich das an, wenn man es noch nicht kennt.)