schriftzugover

Die Welt riecht süß nach Gestern

flieder_steine_kippApril

Die Welt riecht süß
nach Gestern.
Düfte sind dauerhaft.

Du öffnest das Fenster.
Alle Frühlinge
kommen herein mit diesem.

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Der Duft – ein Unterweltler

Aus der schon erwähnten „Kulturgeschichte der Gewürze“ ein unschlagbares Zitat über den Duft:

„Eigentlich lebt der Duft in der Unterwelt. Geleitet von der Augenmafia, überwacht von Ohrenspitzeln. Deswegen wohl auch immer flüchtig.“

Markus Czygan

(Hier selbstverständlich keine Visualisierung durch ein Bildchen, das können wir dem Geächteten nicht auch noch zumuten.)

Ausflug in die Kulinargenetik

76px-illustration_coriandrum_sativum0.jpgBekanntlich empfinden viele Menschen, insbesondere Europäer, die die Verwendung von Koriandergrün als Küchenkraut nicht gewöhnt sind, seinen Geruch als unangenehm – nämlich als „seifig“ oder „wanzenartig“.

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Van Gils

Das gibt es wieder, ich mochte zuerst meinen Augen nicht trauen, aber es stimmt – das Geburtstagsgeschenk war keine Fata Morgana und auch kein Jux. Vor mir steht ein 100-ml-Flacon Eau de Toilette. Nichtmuseal, kein Sammlerstück.

Van Gils war so etwa zwischen dem 23. und dem 27. Lebensjahr mein Parfum – dann wurde das eingestellt, ich habe mich wirklich jahrelang darüber geärgert.

Nun gibt es das wieder – die Überraschung hat wirklich gesessen. Grundton ist Bergamotte, also zitronig, dazu ein bißchen nach diversen Gewürzen – irgenwie nach Koriander und Zimt, auch einen „holzartigen“, etwas schwereren, kantigeren Unterton hat es, der immer besser und deutlicher kommt, wenn es länger auf der Haut gelegen hat. Es ist paradoxerweise in der Gesamtwirkung gar nicht fruchtig.

Ich bin mir nicht 100pro sicher, ob das noch paßt. Es ist im Moment so ein bißchen das Gefühl, einer Jugendliebe zu begegnen, die erstaunlichweise nicht gealtert ist. Man hat also seine wohlbegründeten Bedenken… Nun, auf das Experiment wollen wir uns aber gerne einlassen. :-)