Treitschkestraße

Wie nebenstehend hat man in Hannover, und zwar im Stadtteil Hainholz, versucht, das Problem zu lösen. Was ist davon zu halten?

Die Treitschkestraße in Hannover ist eine kleine Straße in der Nähe der Bahn in einem Stadtteil, der nie ein guter gewesen ist. Allerdings ist es auch keine ganz finstere Gegend. Wenn Sie sich vom Straßenschild auf dem Foto aus auf die Mitte der Straße verfügen, haben Sie in etwa diesen Blick in die Straße hinein:

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Ist das nun Wilhelminismus?

augsteinFranziska Augstein schießt in der Süddeutschen meines Erachtens in verschiedener Hinsicht weit über das Ziel hinaus, wenn Sie dem sich wandelnden deutschen Populär-Geschichtsbild „Wilhelminismus“ unterstellt: „Schüssel voller Träume“. Dieser unerfreuliche Eindruck wird allerdings dadurch gemildert, daß sie Joachim Fernaus Nibelungenbuch als von ihr durchaus freundlich behandelten Aufhänger wählt.

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Appel de Blois – lu et apprové

In Frankreich hat die Rebellion der Historiker im Jahre 2005 begonnen – aus gegebenem Anlaß weitet sie sich nun auf das restliche Europa aus. Timothy Garton Ash – um deutliche Worte nie verlegen – legt im Guardian dar, worum es geht:

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VII

209.gif♦ Auf WDR 3 in eine Wiederholung dieses Störtebeker-Zweiteilers von vor so einem guten Jahr reingerutsch. Nach drei Minuten ausgeklinkt: es ist von „300 Seemeilen“ die Rede. Eine Seemeile sind 1,83 km, also eine Bogenminute der nautischen Breite, also das Sechzigstel des Abstandes zwischen zwei Breitengraden. Nicht schlecht, das im späten 14. Jahrhundert gewußt zu haben. (Ich weiß, das ist jetzt schulmeisterliche Rechthaberei, aber man kann Historienfilme, in denen solche Lapsus vorkommen, einfach nicht anschauen.)

♦ Auf welt.de eine Reportage über Hannover-Linden. Das ist das verzeckteste Studenten-, Türken und Arbeitslosenviertel hier. War schon immer links. Seitdem das 1929 doch noch eingemeindet wurde (vorher das größte „Dorf“ im Staate „Preußen“), ist hier Hopfen und Malz verloren.

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Historica

mgh_66.gifGefunden im Vorwort des X. Bandes der Constitutiones et acta publica-Reihe der Abteilung Leges in quart der Monumenta Germaniae Historica – „Dokumente zur Geschichte des deutschen Reiches und seiner Verfassungen“, herausgegeben von der Akademie der Wissenschaften der DDR, bearbeitet von Margarete Kühn, Weimar 1979-1991, S. VII:

Die Bearbeiterin ist am 18. August 1986 im Alter von 92 Jahren verstorben. Der Tod nahm Margarete Kühn bei der Bogenkorrektur des letzten Textfaszikels von Band X die Feder aus der Hand. Hermann Krause, den sie als Gelehrtenautorität noch ihrer eigenen Generation hoch achtete, hat als dazu Berufener die Verstorbene in einem Nachruf gewürdigt (Deutsches Archiv, 42. Jg., 1986, S. 747).

In den letzten Jahren war Margarete Kühn die älteste Mitarbeiterin der Monumenta Germaniae Historica (seit 1941) und Nestorin der quelleneditorischen Arbeit über Karl IV. Verehrt und bewundert, brachte sie auf einem jahrelangen Krankenlager und unter ständigen Schmerzen als Achtzig- und schließlich Neunzigjährige die Kraft und den Willen auf, ihr Lebens- und Alterswerk, die Constitutiones-Bände König Karls IV. 1349 bis 1353, zu vollenden, zum bleibenden Nutzen der Geschichtswissenschaft.

Nun, bei der Lieferung waren die Seiten noch nicht aufgeschnitten…

Nachtrag: Dieses MGH-Faszikel von 1991 war, glaube ich, die jüngste Lieferung, das jüngste ausgelieferte Werk überhaupt mit nicht aufgeschnittenen Seiten, das ich je in der Hand gehabt habe. Ich vermute fast, daß man das zu der Zeit nur noch in der DDR so gemacht hat.

Der Wattenbach

96px-wilhelm_wattenbach.jpgGeschichte spiegelt sich in den Auflagen eines Geschichtswerkes – die Rede ist von Wilhelm Wattenbachs „Deutschlands Geschichtsquellen im Mittelalter bis zur Mitte des 13. Jahrhunderts“, einer ganz besonders ehrwürdigen Quellenkunde, einem Hilfsmittel, das jedem Historiker bekannt ist.

Zuerst erschienen ist es 1858 als Lösung einer Preisaufgabe, Wattenbach selbst besorgt bis in die 1890er Jahre sechs Auflagen des ab der 2. Auflage zweibändigen Werkes – sein Haupt- und Lebenswerk.

Anfang der 30er Jahre verzögert sich die dringend notwendig gewordene Neubearbeitung – Wilhelm Levison, der die Zeit der Merowinger und Karolinger bearbeiten sollte, wird 1935 zwangspensioniert und kann sich 1939 mit knapper Not nach England retten, wo er 1947 stirbt. Levisons Nachlaß geht an Heinz Löwe, der dann die zwischen 1953 und 1973 in Weimar erschienenen fünf Hefte des nur mehr das Frühmittelalter bis zum Herrschaftsantritt des sächsischen Hauses abdeckenden „Wattenbach-Levison-(Löwe)“ herausgibt. Löwe lehrt „später“ in Tübingen.

Noch im Dritten Reich erscheinen aber die ersten Hefte der von Robert Holtzmann bearbeiteten drei Bände über die Zeit der Sachsenkaiser und der Salier. Abgeschlossen ist dies Werk 1948, neu herausgegeben wird es zwischen 1967 und 1971 von Franz-Josef Schmale. Schmale auch kann 1976 noch einen Band der zweibändig gedachten Fortsetzung („Vom Tode Heinrichs V. bis zum Ende des Interregnums“) vorlegen. (Bei einem der Mitarbeiter haben wir Anfang der 90er in einem früheren Leben noch studiert.) Band 2 ist „in Vorbereitung“.

Repertorium Germanicum

rep_germ2.jpgMit dem „Repertorium Germanicum“ zu schaffen – einem zwanzigbändigen Wahnsinnsprojekt von Quellenedition, das die Erwähnung von Personen aus und Orten im Deutschen Reich in den Papstakten von den 1370er bis in die 1470er Jahre erschließt. Das Deutsche Historische Institut in Rom arbeitet seit einem Jahrhundert daran.

Aus dem Vorwort zu Band V/1,1 (Tübingen 2004): „Zwei Jahre nach seinem Amtsantritt als Direktor des 1953 wiedereröffneten Deutschen Historischen Instituts (DHI) in Rom stellte Walther Holtzmann in seinem knappen Anriß der Institutsgeschichte fest: ‚Ein Sorgenkind war von jeher das Repertorium Germanicum‘.“ Kann man sich vorstellen…

Was mir neu war: Zuerst angestoßen wurde das Projekt von Ludwig Quidde – dem Linksabweichler in (und dann bald nicht mehr in) der deutschen Historikerzunft, Verfasser einer Satire auf Kaiser Wilhelm II. („Caligula“ ) und Friedensnobelpreisträger von 1927.