Islam
„Weltgeschichte des 20. Jahrhunderts“ 4 – Zur islamischen Welt
Zum Relaunch von Qantara
Das von der Deutschen Welle betriebene Webprojekt Qantara ist nicht nur eine Brücke, so die Bedeutung seines Namens – es ist ein stolzes und einsames Leuchtfeuer in der dunklen, dunklen Nacht der deutschsprachigen Websites zum Thema „Islam“.
Vor einigen Tagen nun wurde der Webauftritt einer grundlegenden Erneuerung unterzogen – und ich weiß nicht so recht, was ich davon halten soll.
Samt, Sand, Sonderweg? Zur Lage in Tunesien und in Ägypten
Charakteristisch für die Revolutionen der letzten zwei Jahrzehnte – für die „Samtenen Revolutionen“, die „ausgehandelten Revolutionen“, die „Farbenrevolutionen“ – ist zunächst einmal ihr Ziel: es geht um Pluralismus und Demokratie nach westlichem Vorbilde. All diese Revolutionen stehen in irgendeiner Form in der Tradition der Amerikanischen und der Französischen Revolution.
Islamismus und Islamkritik
Wir meinen, daß die sogenannte „Islamkritik“ ihrem eigenen (vorgeblichen) Anliegen schadet. Wer den Islamismus, gar den Dschihadismus bekämpfen möchte, kann dies sinnvoller- und erfolgversprechenderweise nur in Kooperation mit der großen Masse der nichtfundamentalistischen Moslems und ihren Wortführern tun. (Wenn es diese Wortführer denn nur in größerer Zahl gäbe!)
Zweimal zu Flaig
Der gestrige und der heutige Tag haben uns eine lesbare und eine exzellente Rezension von Egon Flaigs umstrittener „Weltgeschichte der Sklaverei“ beschert. Gestern hat Jürgen Zimmerer das Opus in der Süddeutschen de facto verissen: „Und wieder gegen den Islam“. Flaig habe gar keine Weltgeschichte der Sklaverei geschrieben, obwohl er es gekonnt hätte, so grosso modo der Vorwurf. Das Buch werde immer schlechter, je näher Flaig seinem Hauptfeinde, dem Islam, käme:
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Immerhin, sie kriegen noch Dresche
Und zwar die Frömmler in Bosnien:
Bei einer Massenschlägerei zwischen einer Gruppe ultrareligiöser Wahhabiten und vermutlich ehemaligen Kämpfern der bosnischen Armee wurde der 34-jährige Magdi Dizdarevic getötet.
(Mit diesem Magdi Dinges hat es einen richtigen erwischt.) Als alter Optimist hoffe ich also, daß es um den Euroislam doch noch nicht ganz geschehen ist. (Hat @klandestina vorhin gefunden…) – Link
Der Islam lacht nicht
Ich empfehle die Lektüre eines ausgezeichneten Artikel von Gideon Böss in der Welt (via @klandestina): „Monty Python würde dem Islam gut tun“. Der Verfasser wirft den Muslimen oder zumindest ihren öffentlich wahrnehmbaren Repräsentaten ihre Humorlosigkeit vor:
Viele Farben Grün
Hm, strange, die Farbe Grün steht mittlerweile nicht nur für den Islam und den Islamismus, sondern auch für den Anti-Islamismus – weil sich dieser im Iran islamisch maskieren muß. Je nun. Die Twitterer machen’s mit ohne zu murren, gut so. (Hoffentlich nicht, ohne sich zumindest zu wundern.) Dann haben wir da noch die Partei der Grünen. Grüne Welle. Gibt’s die Grüne Woche eigentlich noch? Irland ist auch grün. Die Sezession nur dieses Jahr, im nächsten wird sie rot. Im Russischen Bürgerkrieg gab es neben Roten und Weißen auch Grüne – nämlich anarchistische Gruppen, Nestor Machno wäre da der wesentliche Name. Noch was?
Kaschmir
Was assoziiert man eigentlich so zum Thema „Islam in Indien“? Na, John Singer Sargents „Kaschmir“! Entstanden ist das wunderbare Bild im Jahre 1908, als auch in Indien die Welt noch leidlich in Ordnung war; es zeigt Sargents etwa elfjährige Nichte Reine Ormond in einem exotischen Kaschmir-Schal in sieben verschiedenen Posen.
Aceh als muslimische Erfolgsgeschichte – Skandinavier überflüssig
Kishore Mahbubani, seines Zeichens Dekan der Lee Kuan Yew School of Public Policy der Nationalen Universität von Singapur, kritisiert – durchaus im Sinne des Namenspatrons des von ihm geleiteten Instituts – auf Project Syndicate die Entscheidung des norwegischen Nobelpreiskomitees: „Ungerechtigkeit bei Nobelpreisverleihung“.
Er zweifelt (natürlich) nicht daran, daß Martti Ahtisaari ein bedeutender Mann sei, der den Nobelpreis verdient habe.
Noch einmal zu Köln – Versuch eines Resümees
Zum einen möchte ich hier versuchen – ausgehend von frei_seins und meinen Überlegungen im Gen-Mekka-Thread –, ein kleines und sicher ganz unmaßgebliches, fast schon privates Resümee der Ereignisse in der Stadt Köln am letzten Wochenende zu ziehen.
Zum anderen (und vielleicht vor allen Dingen) möchte ich in diesem Zusammenhang etwas zu den Thesen sagen, die Michael Kreuzberg in einem längeren Kommentar im Weblog der „ossirechten“ Blauen Narzisse aufstellt.
30 Tage des „Gebets für die islamische Welt“
Es ist eine sogar für christliche Verhältnisse außergewöhnlich geschmacklose Aktion anzuzeigen.
Bekanntlich beten Christen immer gerne für irgend jemanden, und zwar durchaus auch gerne ohne dessen ausdrückliches Einverständnis oder gar gegen dessen Willen. Jedenfalls sagen sie, daß sie das tun – wenn sie für Nichtchristen beten, beten sie natürlich nicht für den Bebeteten, sondern dafür, daß er auf’s eigene Niveau heruntergezogen werde.
Nur einmal die Woche
Ne Anekdote aus dem Supermarkt. Ist schon einige Zeit her, hatte ich aber noch nirgendwo ausgetratscht. In der Schlange beim Woolworth; hinter mir stehen zwei türkische Mädchen, so siebzehn, achtzehn. Aufgemiezt nach Art der Unterschicht – sie unterhalten sich also auch in erheblicher Lautstärke. (Man muß sich ab und zu klarmachen, in welchem Maße sich diese Leute schon intergriert haben. Lorenz Jäger mal was Witziges dazu geschrieben.)
Reine Religion
Olivier Roy, also nicht irgendwer, sondern einer der nennenswertesten französischen Islamspezialisten, fordert in der Online-NZZ, dem Islamismus unter anderem dadurch zu begegnen, daß man den Islam als „‚reine‘ Religion“ nimmt und betrachtet. Daß man zwischen „dem Islam“ und der „islamischen Welt“ unterscheidet, so übersetzen wir es uns.



