FAZ: „Anonymous-Angriff: Der große Bluff“

Anonymous-Angriff: Der große Bluff – Medien – FAZ

Die „Auslöschung Israels im Internet“ wurde vom Hacker-Kollektiv Anonymous für vergangenen Sonntag angekündigt. Was tatsächlich geschah, ließ die israelischen Behörden unbeeindruckt.

Eine geschmacklose, kindische und – Gott sei Dank – offensichtlich auch lächerliche Aktion. In jeder Beziehung infantil.

taz: „Eine große These – mit spärlichen Belegen: Linker Antisemitismus?“

Die Neue Linke nach 1968 war offen für Antisemitismus. Eine große These – mit spärlichen Belegen: Linker Antisemitismus? – taz.de

Sehr kluger Artikel.

(Zu ergänzen bliebe, daß dieser Kraushaar – natürlich – kein Historiker ist, wie es zumindest im RSS-Anriß der taz heißt, sondern Politik-Dinges. Provokateur X, Medien-Zampano Y und Spon-Springer-Zuarbeiter Z, halt. Ein Aly in nochmals verkleinertem Maßstab.)

Im Juni 1967 wurde der Student Benno Ohnesorg erschossen, und gleichzeitig verwandelte sich Israel im Sechs-Tage-Krieg vom existenziell Bedrängten in die militärisch führende Regionalmacht, die Palästina seitdem völkerrechtswidrig besetzt hält. Die Neue Linke war bis dato proisraelisch gewesen – man sympathisierte mit den sozialistisch-experimentellen Kibbuzim und dem Land der NS-Opfer.

All das implodierte, als die Springer-Presse, die die Studenten in Karikaturen als neue SA inszenierte, israelische Militärs als Helden feierte. Die Mehrheitsgesellschaft gerierte sich nach 1967 philosemitisch – die Mixtur von Bewunderung für Kriegsheld Dayan und Amnestie der Nazitäter hatte etwas Abgründiges.

Das Erste: „Töte zuerst“

Töte zuerstDas Erste online – Programm – Töte zuerst

Ich habe diese exzellente Doku gestern abend auf arte gesehen und empfehle sie ausdrücklich jedermann; sie wird heute um 22:45 im Ersten wiederholt.

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Jungle World: „Kochen auf dem Krisenherd – ‚Israelisch Kochen‘“

jungle-world.com – Archiv – 51/2012 – Dossier – »Israelisch Kochen«

Israels Geschichte lässt sich auch anhand seiner Küche erzählen.

von Katrin Richter und Martin Krauß

Ein Abdruck aus einem neuerschienenen Buch über die israelische Küche. Ein sehr langer, kenntnisreicher und interessanter Text über dieselbe und ihre historischen Wurzeln. Stilistisch zwar streckenweise etwas holprig, aber dennoch rundheraus empfehlenswert!

taz: „Die nächste Regierung muss eine der extremen Rechten sein: Ein gefährliches Experiment“

Die nächste Regierung muss eine der extremen Rechten sein: Ein gefährliches Experiment – taz.de

Lasst den rechten Flügel und das Bennett-Feiglin-Team gewinnen. Wenn die israelischen Wähler dies wollen, ist es das, was sie verdienen. Die angemessene Regierung für Israel ist eine, der die selbsternannte Menschenrechtsaktivistin Orit Struck (Platz 10 auf der „Habajit Hajehudi“-Liste, eine der wichtigsten VertreterInnen der militanten Siedlerbewegung) aus der Avraham-Avinu-Siedlung in Hebron angehört. Sie wird sicherlich adäquater sein als die scheidende Regierung, mit der Arbeitspartei als Partner bei ihren Verbrechen, einem angeblich moderaten Verteidigungsminister Ehud Barak und all den Dan Meridors (stellvertretender Premierminister, Likud) und Michael Eitans (Minister, Likud) als Zierde.

Nur mit einer Regierung von Danny Danon (Likud-Abgeordneter, der sich gegen die Zwei-Staaten-Lösung ausgesprochen hat) und Tzipi Hotovely (Likud-Abgeordnete, die den Kampf der Palästinenser als religiösen Kampf des Islam bezeichnete) wird die Welt und Israel das wahre Gesicht das Landes erkennen. Nur mit einer Lieberman-Shamir-Regierung werden all die verrückten Ideen endlich in der Praxis getestet.

Nur mit einer Regierung von Benjamin Netanjahu und Miri Regev (Likud-Abgeordnete, die die afrikanischen Migranten in Israel als „Krebsgeschwür“ bezeichnete) werden endlich alle aufgeweckt werden. Schluss mit all den doppelzüngigen Regierungen; wir wollen endlich die wahre Liebe, nach der sich die meisten Israelis sehnen.

Podcast-Sendung Nr. 27: Zum neuen Jahr, zu Augstein, zu Israel, zu den Wulffs und zu anderen sozialdemokratischen Familienverhältnissen

FAZ: „Antisemitismus-Debatte: Israel gehört nicht seiner Regierung“

Antisemitismus-Debatte: Israel gehört nicht seiner Regierung – Debatten – FAZ

Treffender, allerdings bis zur Naivität holzschnittartiger Artikel einer mir unbekannten freien Journalistin.

NachDenkSeiten: „Kritik an Israels Regierung = Antisemitismus. Und die TAZ macht bei dieser üblen Hatz auf ‚Freitag‘-Herausgeber Augstein mit.“

Kritik an Israels Regierung = Antisemitismus. Und die TAZ macht bei dieser üblen Hatz auf „Freitag“-Herausgeber Augstein mit. | NachDenkSeiten – Die kritische Website

Von der Sache her trifft dieser Artikel Albrecht Müllers auf den Punkt. Nur sollte man sich vielleicht auch nicht zu sehr über die kuriose „Ranking“- und Zensuren-Vergabe-Masche der Amis echauffieren. Diese Leute sind da eben ein bißchen und für jedermann sofort erkennbar kindisch, auch dann, wenn sie sich nicht wie das „Simon-Wiesenthal-Zentrum“ auch noch dadurch lächerlich machen, einen rechten Pausenclown und Boulevard- und Porno-Schmierfinken wie Henrik Broder zur Quelle ihrer Zensurenvergabe zu machen.

Sehr treffend Christian Bommarius (FR, in dem NDS-Artikel zitiert):

Es spricht für den deutschen Rechtsstaat, dass Henryk M. Broder bis heute frei herumläuft, aber es spricht gegen das Simon-Wiesenthal-Center, dass es den Lügen und Verleumdungen dieser trostlosen Witzfigur aufgesessen ist. Wer Broder Glauben schenkt, der vertraut auch einem Bankräuber sein Bargeld an und einem Kannibalen die Ehefrau. Mit der weltweiten Ausrufung Augsteins als Antisemit hat sich das Simon Wiesenthal Center – möglicherweise ungewollt, aber grob fahrlässig – zum Komplizen Broders gemacht und zum Vollstrecker der Rufmordkampagne, die Broder seit Längerem gegen den Freitag-Herausgeber führt.

Und schließlich noch Müller selbst:

Wer Hendryk M. Broder als Kronzeugen für die Verunglimpfung Israels und des Judentums heranzieht, stellt sich an die Seite eines islamophoben Rechtspopulisten und verunglimpft sich damit selbst.

Vor allem aber sollte das infantile Vergnügen, daß Amerikaner an Listen, „Awards“, Rankings, „Top 10 XY“ haben – „Mach mir die Welt einfach!“ – uns Europäern ein weiterer Grund sein, die Köpfe hoch und stolz zu tragen.

FAZ: „Israel: Die Wurzeln der Treuen“

Israel: Die Wurzeln der Treuen – Ausland – FAZ

Bei der Wahl im Januar kann die konservative Regierung Netanjahu fest auf die Stimmen jener Israelis zählen, die aus arabischen Ländern, Äthiopien und Russland stammen.

[...]

Die Partei, die jahrzehntelang die israelische Politik bestimmte, hofft, bei dieser Wahl mit mehr als 20 Mandaten zweitstärkste Kraft in der Knesset zu werden. Die Partei der Staatsgründer und ihrer Nachfolger war stets von Menschen geprägt, die aus Europa und Amerika kamen. Viele jüdische Einwanderer aus arabischen und afrikanischen Ländern fühlten sich von ihr vernachlässigt und wie Bürger zweiter Klasse behandelt. „Die Juden aus Europa haben Geld und Land bekommen. Meine Eltern durften am Rand unseres Dorfes nicht einmal Gemüse anpflanzen. Meine Mutter musste in den Familien meiner Klassenkameraden putzen gehen“, sagt Haim Amir bitter.

[...]

„Der Likud-Partei ist es gelungen, ihnen ihren Stolz zurückzugeben, nachdem sie jahrelang von der Arbeiterpartei herablassend behandelt wurden. Der erste Likud-Ministerpräsident, Menachem Begin, ging auf sie zu, als wäre er einer von ihnen“, sagt der Politikwissenschaftler Ofer Kenig vom „Israel Democracy Institute“. Dabei stimmten Wahrnehmung und Wirklichkeit nicht überein: Begin stammte aus Osteuropa, so wie die Vorfahren von Benjamin Netanjahu. In den Kabinetten der Arbeiterpartei seien mehr Minister nahöstlicher Herkunft vertreten gewesen als in den Likud-Regierungen, sagt Kenig.

Bekannter Sachverhalt, aber interessante, dichte Reportage.

The Daily Star (Lebanon): „Humiliation will not make Palestine stable | Opinion , Commentary“

Humiliation will not make Palestine stable | Opinion , Commentary | THE DAILY STAR

Sehr gut:

Israeli policies are not genocidal, as some commentators, not always free from anti-semitic animus, like to claim. Many Palestinians have been killed under Israeli rule, but their number is not even close to the number of Muslim civilians who are still being tortured, murdered and maimed by Muslim governments every day. Israel is, however, a semi-imperial power, using traditional colonial methods: ruling by proxy, dividing potential rebels, rewarding obeisance and punishing opposition.

Colonial history shows that this type of rule is fragile. Humiliation is not a firm basis for long-term stability. There comes a point when promises of independence no longer convince anyone. Fomenting violent resistance by demoralizing those who might still listen to reason is an invitation to disaster. The chances of a peaceful settlement vanish. Violence is all that is left.

Ganz wichtig: Niemals einen Feind mutwillig und zum Spaß (z.B. auch zum Aufpolieren des eigenen Egos) demütigen! Das macht man erstens nicht, und zweitens ist es desaströs schädlich. Man muß mit jedem Feind wieder Frieden von gleich zu gleich schließen können. Der Feind von heute kann der Verbündete von morgen sein, vielleicht sogar ein Freund.

Niemals in weibischen Haß verfallen, wenn es sich irgend vermeiden läßt. Nie keifen.

Und selbst wenn er vom Freund wieder zum schlimmsten Feind wird: etwas wird bleiben. Das Beste bleibt.

(Und so blöd wie die Likud-Proleten sind die Engländer auch nie gewesen…)

FR: „Auslese: Die ganze Welt ist gegen uns“

Auslese: Die ganze Welt ist gegen uns | Meinung - Frankfurter Rundschau

Netanjahu kokettiert mit der Isolation Israels.

Typisch rechter, in diesem Fall typisch israelisch-rechter Heulsusen-Reflex. Larmoyant zugleich und kaum verhohlen gewalttätig und primitiv. Fehlt nur noch der Hinweis, daß „Israel die einzige Demokratie im Nahen Osten“ sei, umgeben von einem Meer von Feinden.

FAZ: „Israel: Ehud Barak zieht sich aus Politik zurück“

FAZ: „Naher Osten: Der neue Gaza-Krieg“

Naher Osten: Der neue Gaza-Krieg – Ausland – FAZ

Noch einmal tausend tote Palästinenser kann sich Israel nicht leisten. Denn in den arabischen Staaten regieren nun gewählte Repräsentanten von Islamisten. Das gilt nicht zuletzt für Ägypten.

Meedia: „Israel zieht in den Social-Media Krieg“

Meedia: Israel zieht in den Social-Media Krieg

Die israelische Armee hat im Nahostkonflikt der Palästinenser-Organisation Hamas den Social-Media-Krieg erklärt – und zwar via Twitter. Die jüngsten Luftangriffe der israelischen Armee im Gaza-Streifen wurden erstmals von der israelischen Armee via Twitter angekündigt – die erste Twitter-Kriegserklärung der Welt. Unter anderem mit einem Blog, Facebook, YouTube und Twitter informiert die Armee nun fortdauernd über ihre Operationen. Die Reaktionen sind gespalten.

Israelische Botschaft: „Kommentar der Botschaft zum Vanunu-Gedicht von Günter Grass“

Kommentar der Botschaft zum Vanunu-Gedicht von Günter Grass

Die Versuche Günter Grass’, sich auf dem Rücken des Staates Israel ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu bringen, sind peinlich. Es scheint, als wache Grass alle paar Monate auf und habe dann einen neuen Sermon im Gepäck. Auf seinem Kreuzzug gegen den jüdischen Staat lässt er sich von Tatsachen nicht beirren.

Hat Grass in seiner Jugend die Judenverfolgung unterstützt, schreibt er nun im Alter gegen den Judenstaat an.

:-D