Unmoral. Und es ist ja eine unheimliche Ruhe…

unmoralOh weh, der Tag beginnt wegen eines Fehlklicks im Feedreader mit einer Extremdosis Qualitätsjournalismus. Ein Süddeutscher über den Gaza-Report von „Breaking the Silence“: „Die Unmoral der Truppe“. Schon der Tiiitel! Als ob es da um etwelche Obszönitäten ginge… Und hat an jemals einen faderen Anriß gesehen als das hier:

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Kindheit in Israel, 1960er

judeaDie Frau ist so um die fünfzig und hat das spartanisch-sozialistische Alt-Israel als Kind noch mitbekommen. Sie erzählt (ohne viel Stolz, eher schon ein bißchen posttraumatisiert) von den Wanderungen in der judäischen Wüste, die sie in der Schule machen mußten. Und zwar jeweils für eine Woche.

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Das Ende des postzionistischen Traumes

segevTom Segev hat der taz ein deprimierendes, aber hochinteressantes Interview gegeben: „Alle wollen Opfer sein“. Eigentlich alles, was von Segev (wohl wichtigster der „Neuen Historiker“ Israel, Exponent des „Postzionismus“) kommt, ist lesenswert – und dieses Interview ist es nicht nur für am Nahostkonflikt Interessierte. Der Betreiber dieses Blogs ist mit gutem Grund ein ausgesprochener und erklärter Segev-Fan.

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Ein Löwe am Mittag

loeweEs paßt einfach alles zu gut zusammen. Der den Holocaust geleugnet habende +Williamson ward aus Argentinien hinausgebeten (ausgebetet?). Bei mir läuft seit fast schon zwei Wochen der „argentinische Bob Dylan“ Léon Gieco in Endlosschleife. Zum hundersten Jubiläum des Futuristischen Manifests paßt es auch.

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Bernard-Henri Lévy im Nahen Osten

bhlBernard-Henri Lévy war in Israel und in Ägypten, unter anderem hat er Ehud Barak getroffen – seine Beobachtungen in der Papp-FAZ auf Seite 40, online ist’s mal wieder nicht, auch nicht für Abonnenten :roll: , auf französisch hingegen hier. (Später vermutlich mehr dazu.) Edit und Fortsetzung: Es ist nun doch online, und sogar generös für jedermann: „Ich gebe hier mein Zeugnis ab“.

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Mädchen auf dem Panzer

tankgirl11Man wird mir das nicht als Jubelparteinahme im Gaza-Rabatz auslegen – ich finde einfach nur das Foto toll. Der alte Gaddafi hatte schon seine Gründe, das mit den Soldatinnen nachzumachen. (Wobei ich mich auch wundere, denn eigentlich werden israelische Soldatinnen doch nicht in Kampftruppen eingesetzt?) Nachtrag zur Quelle des Bildes: Das war aus dem Newsletter der israelischen Botschaft in Berlin.

Gegen die Unbedingten – André Glucksmann

glucksmannIch empfehle allen am aktuellen Nahost-Rabatz Interessierten ganz unbedingt die Lektüre jenes Textes von André Glucksmann, anläßlich dessen seinem Verfasser neulich von Hanimann in der FAZ so eine Art moralischer Bankrotterklärung vorgeworfen wurde: „Die Worte und der Krieg“. (Original in Le Monde)

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Die Pros

israelIch würde hier gerne einmal kurz, aber um so herzlicher anmerken, wie sehr mir am Wochenende die Pro-Israel-Demonstranten auf die Nerven gegangen sind, und zwar obwohl ich in der gegenwärtigen Auseinandersetzung, wenn ich mir denn eine Seite aussuchen müßte, auch auf der israelischen stände.

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Aus der Situation heraus verständlich

gaza.jpgund auch unvermeidlich, wenn man sich in der Form mit Israel anlegt, aber natürlich keineswegs geeignet, eine dauerhafte Beruhigung herbeizuführen. Das wären meine zehn Cent. Und wieder einmal Ekel vor den frommen Schreihälsen aller Religionen, versteht sich – in diesem Fall in der Tat besonders vor den moslemischen, die sich hinter ihren Frauen und Kindern verbarrikadieren, um dann kreischend irgendwelche Leichen präsentieren zu können. Des weiteren bei Scipio.

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Schluß, Schluß, Schluß!

Wolffsohn auf D-RadioAh, ein wunderbarer Artikel von Wolffsohn auf Deutschlandradio, ist schon ein paar Tage alt (aufmerksam werde ich ausgerechnet durch den „Störungsmelder“), soll hier aber keineswegs fehlen. Es geht um die Dauer-Nerv-Frage „Darf man Israel in Deutschland kritisieren?“

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„An der Seite der Schwachen“

Der Perlentaucher glänzt in diesen Tagen mit pointierten Formulierungen. Das im Tagesspiegel unter dem Titel „An der Seite der Schwachen“ veröffentlichte Eloborat Gregor Gysis faßt er folgendermaßen zusammen: „Das historisch-dialektische Potenzial der PDS ist ungebrochen.“ Kurz gesagt behauptet Gysi folgendes: Die DDR war antiisraelisch, aber nicht antisemitisch, die lange von der CDU dominierte BRD hingegen war proisraelisch und gleichzeitig (daher?) antisemitisch.

Daraus:

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Zwar fordert Schlomo Ben-Ami, also immerhin

ehemaliger israelische Außenminister (unter Barak), auf PS nicht explizit die Eindampfung der israelischen A-Waffen, aber er ist auch nicht allzu weit davon entfernt. Bemerkenswert auch das grundsätzliche Verständnis für den iranischen Standpunkt, also beispielsweise für das Gefühl der „Verlassenheit“ im Ersten Golfkrieg. Ich möchte ihm hier weder zustimmen, noch meckern. Es wird aber zumindest deutlich, daß Israel und der Iran keine strukturellen Gegner sind, nach 2500 Jahren der friedlichen Koexistenz immer noch nicht. ;-)