Zwei Bemerkungen zu John Singer Sargent

madame_roger_jourdain.jpgErstens: Ich krieg’s schlichtweg nicht fertig, den einfach als „Sargent“ zu bezeichnen. Ansonsten mag ich die amerikanischen Mittelnamen nicht so gern, aber hier paßt es perfekt: „John Singer Sargent“, schon der Name ist Musik. Das fliegt hoch und das fliegt einem entgegen. Belle Epoque, wirklich. :-)

Zweitens: Schon zu Beginn meiner JSS-Manie ist mir aufgefallen, daß es fast gar keine weiblichen Akte von dem gibt. Bemerkenswert, würde ich sagen.

Mrs. Chapman

sargent_chapman_0.jpgDie beiden Porträts von John Singer Sargent sind fast zur gleichen Zeit entstanden, um 1893, das der Lady Agnew und das hier der Mrs. John J. Chapman (National Museum of American Art). Sie wirken wie zwei Seiten einer Münze oder auch fast wie Negative voneinander.

Die beiden Frauen stammen aus dem gleichen Milieu, der Schönen Welt jener Tage, JSS‘ Welt also. Sie ähneln sich, sind fast gleich alt und sind doch ganz anders.

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John Singer Sargent malt den Krieg

Und zwar im Sommer 1918 in Frankreich, als offizieller Kriegsmaler der Engländer. Man sieht, er ist der Aufgabe gewachsen – sein Metier ist es genauso offensichtlich nicht. Jedenfalls dann nicht, wenn man sich anständige Kriegsmalerei als bundesrepublikanisch-schulbuchgeeignet denkt. Aber muß man das eigentlich?

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Zwar bin ich nun kein Reaktionär mehr und lege

Mrs. John J. Chapmanauch einigen Wert darauf, nicht als Schowi zu erscheinen – die aus den Titeln vieler Sargent-Porträts deutlich werdende altmodische Manier, den Namen von verheirateten Frauen öffentlich anzugeben, finde ich immer noch ausgesprochen hübsch. :-)

John Singer Sargent malt die Wertheimers

betty_wertheimer_a.jpgGerade treibe ich mich einmal wieder in der nicht genug zu lobenden JSS Virtual Gallery herum, und zwar genauer gesagt auf der Unterseite mit den im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts entstandenen Portraits der dem Maler eng verbundenen Familie Asher Wertheimer. Drängt sich der Gedanke auf: Leicht fällt die Selbstaristokratisierung, wenn der Schotter da ist; ohne ihn gestaltet sich das etwas mühseliger.

Lady Agnew

lady_agnew_neu.jpgIch möchte mir, kurz vorm Wochenende, die Freude machen, noch einmal explizit zum Ruhme dieses Gemäldes in die Tasten zu hauen, zum Ruhm der „Lady Agnew of Lochnaw“ von John Singer Sargent, entstanden 1892-93, hängt in der Schottischen Nationalgalerie in der Stadt Edinburg.

Mein Hauptproblem dabei: Ich kann mir von hier aus nicht den genauen Lila-Ton des Kleides erschließen. Es wirkt auf einigen Abbildungen lila, auf einigen fast weiß. Nun, da kann man nichts machen. Ich hoffe, es ist lila.

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John Singer Sargent

Seit einiger Zeit entwickelt sich bei mir eine ausgesprochene Schwäche für das Werk des amerikanischen Porträtmalers John Singer Sargent (1856-1925) – ganz wunderbare Frauenporträts aus der englischen und amerikanischen Oberschicht. Alles ein bißchen glamourös, sehr mondän, sehr souverän und lässig – überhaupt nichts Langweiliges, Pfäffisches, Biederes, Rührseliges oder Verkniffenes. Finde ich herrlich, Kunst, wie sie sein soll.

Das Porträt der Lady Agnew of Lochnaugh ist in jeder Beziehung hinreißend, ich verwende das gleich nochmal als Beitragsbildchen – Singer selbst sah zwar nicht schlecht aus, aber doch nicht gut genug, um hier als Beitragsbild durchzugehen.

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