Zwei Bemerkungen zu John Singer Sargent
Erstens: Ich krieg’s schlichtweg nicht fertig, den einfach als „Sargent“ zu bezeichnen. Ansonsten mag ich die amerikanischen Mittelnamen nicht so gern, aber hier paßt es perfekt: „John Singer Sargent“, schon der Name ist Musik. Das fliegt hoch und das fliegt einem entgegen. Belle Epoque, wirklich.
Zweitens: Schon zu Beginn meiner JSS-Manie ist mir aufgefallen, daß es fast gar keine weiblichen Akte von dem gibt. Bemerkenswert, würde ich sagen.





Und zwar im Sommer 1918 in Frankreich, als offizieller Kriegsmaler der Engländer. Man sieht, er ist der Aufgabe gewachsen – sein Metier ist es genauso offensichtlich nicht. Jedenfalls dann nicht, wenn man sich anständige Kriegsmalerei als bundesrepublikanisch-schulbuchgeeignet denkt. Aber muß man das eigentlich?
Seit einiger Zeit entwickelt sich bei mir eine ausgesprochene Schwäche für das Werk des amerikanischen Porträtmalers John Singer Sargent (1856-1925) – ganz wunderbare Frauenporträts aus der englischen und amerikanischen Oberschicht. Alles ein bißchen glamourös, sehr mondän, sehr souverän und lässig – überhaupt nichts Langweiliges, Pfäffisches, Biederes, Rührseliges oder Verkniffenes. Finde ich herrlich, Kunst, wie sie sein soll.