schriftzugover

Eber und Hyäne mögen sich in Nachtmahrnetzen verfangen

netze.jpg

Sie sollen nicht deine heilige Erde entweihen, England,
der deutsche Eber und die italienische Hyäne.

Dergestalt wendet sich Borges sozusagen ex post Ende der Sechziger an einen gewissen Schatten im Jahre 1940 und er ruft sie herbei:
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Dinge

Wieder Jorge Luis Borges, wieder ein Gedicht, wieder ein katalogisches Gedicht. Ich mag diese Kataloge seit langen Jahren (nicht erst, seit ich soviel Zeit mit Forenspielen verbracht habe): Dinge (chez Pierre Marteau). Es werden hier diskrete Gegenstände mit dezenter, zurückgenommener Melacholie ins Leben geholt.

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Grabspruch auf ein Söldnerheer

Ich fahre fort mit den Borgesiana. Diesmal nicht mit einem Gedicht von Borges, sondern mit einem, über das Borges unübertrefflich geurteilt hat, nämlich mit dem Grabspruch auf ein Söldnerheer von A. E. Housman. Borges sagt in dem Essay Die Schamhaftigkeit der Geschichte (auch so ein Manierenratgeber in nuce!), er spüre bei diesen Gedicht den „elementaren Geschmack des Heldischen“. Genau.

Also:

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Weiteres Gedicht von den Gaben

Zum drittenmal heute schon Hispanidad, zum zweitenmal Borges – und nach dem giftigen Ernst nun der freundliche Klee Xul Solar. Seit vielen Jahren schon schwärme ich für das „Weitere Gedicht von den Gaben“ von JLB:

Kompletter Text des Gedichts – verlegt’s Peter Hammer zu Cölln

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Borges zum Frühstück

Aber diesmal nicht den Anfang des „Deutschen Requiems“, sondern dessen Ende – auf die Gefahr hin, daß es auf verschiedene denkbare Arten mißverstanden werde:

Soll es den Himmel geben, auch wenn unser Ort die Hölle ist.

Ich betrachte mein Gesicht im Spiegel um zu erfahren, wer ich bin, wer ich bin, in welcher Haltung ich in ein paar Stunden dem Ende entgegengehen werde. Mein Fleisch mag Angst fühlen; ich nicht.

Grenzenloser Optimismus, mithin.

„Ich werde die Asche sein und der Nebel“

ritter_tod_teufel.jpgIch habe heute diese Verse, die letzten aus Borges‘ großartigem Doppel-Gedicht „Zwei Fassungen von Ritter, Tod im Teufel“, mit mir herumgetragen:

Ich werde die Asche sein und der Nebel;
Ich, der später aufbrach, werde mein sterbliches Ziel
Erreicht haben; du, der du nicht bist,
Du, Ritter des redlichen Schwertes
Und des strengen Waldes, wirst deinen Schritt
Fortsetzen solange die Menschen dauern,
Unerschütterlich, imaginär, ewig.

Das komplette Gedicht findet man hier.

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Das Blog von Babel

borges.jpgPaul Ingendaay berichtet im Feuilleton der FAZ über Versuche der „New York Times“, Jorge Luis Borges – unter Berufung auf ein Werk einer argentinische Literaturwissenschaftlerin – zum Propheten des „Web 2.0″ zu stilisieren: „Der blinde Prophet des Cyberspace“.

„Ach je, Literaturwissenschaftler!“, möchte man aufseufzen. Niemand mag mehr etwas von „Web 2.0″ hören, schon „Blog“ ist eigentlich ein Nono-Wort – und nun werden auch sie aufmerksam.

Warum Borges? Wenn ihn das eifrige Zitieren von Literatur zu einem der geistigen Väter des Webs machte, dann wäre ausgerechnet Ernst Jünger auch einer. Gut, Borges war im Gegensatz zu Jünger kein Langweiler, aber was wäre charakteristischer für das Web als seine Langweiligkeit?

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F.A.Z. Reading Room

reading_room.jpgDas FAZ-Feuilleton hat heute mit dem Vorabdruck des ersten Zehntels der Übersetzung des in Frankreich seit einem Jahr heißdiskutierten Romans „Die Wohlgesinnten“ von Jonathan Littell begonnen. Schirrmachers Einführungstext liefert leider keine ganz eindeutige Orientierung: ich hatte mit einer hysterischen Eloge im Stile seiner Äußerungen zu Tom Cruise als Stauffenberg gerechnet, aber das ist es nicht. Man kann sich also nicht von vornherein darauf zurückziehen, daß hier etwas schöngeschrieben werden solle. Warten wir mithin ab.

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