Auswandern aus Rußland

In einem sehr lesenswerten, dichten Artikel zeichnet Kerstin Holm (Moskau) ein realistisches – also ein finsteres – Bild von der Lage im Lande des „Quadriga-Preis“-Trägers. Die gutausgebildete Elite sitzt offenbar zu einem guten Teil auf gepackten Koffern – einige müssen allerdings noch warten, bis sie wieder aus dem Gefängnis heraus sind, in das sie durch fingierte Prozesse gewandert sind, weil der Staat an ihr Geld wollte. Die Apparatschiks des Rentenkapitalismus brauchen keinen Mittelstand, weil sie Rohstoffe haben. Man fürchtet allerwegen, daß Putin wieder Präsident wird. Gegen Endes des Artikels ein bißchen Hoffnung. Und ja, so ist es seit den Tagen Peters des Großen: Rußland liebt Europa und wird nicht zurückgeliebt. Guter Artikel.

FAZ – Herz aus Blech

holm_fazSehr hübsche Glosse von Kerstin Holm zum Autofahren à la russe. Daraus

Private Fahrzeughalter, die wiederholt gegen Polizistenwillkür und Zollerhöhungen für Gebrauchtwagen demonstriert haben, sind in Russland die einzige Gruppe, die überregional Solidaritätskundgebungen mobilisieren kann – und damit die Keimzelle einer Zivilgesellschaft.

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Moskauer Monitor (FAZ-Blogs III)

moskauer_monitor2Seit gestern nachmittag gibt es ein neues FAZ-Blog, nämlich den Moskauer Monitor der stets ausgesprochen lesenswerten Kerstin Holm. Es startet mit einem Beitrag über Rußland patriotische Weihnachtszurüstungen. Von diesem Blog wird hier mit Sicherheit noch öfter die Rede sein, wenn es denn in Schwung kommt.

Georgien – die schwierige Geliebte

Ein kluger, nicht zu langer Artikel von Kerstin Holm (wie schon des öfteren erwähnt eine meiner Lieblingsjournalistinnen zum Thema Rußland) zur zwiespältigen und komplizierten Haltung der russischen Intelligenzia zum Georgien-Konflikt. Sehr schön darin vor allem diese Passage zum russischen Georgien-Bild:

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Er gehört uns!

Kerstin Holm – immer lesenswert – informiert uns in der FAZ über den aktuellen Stand der Versuche der rußländischen Obrigkeit, das geistige Erbe Alexander Solschenizyns für sich zu reklamieren. Natürlich ist der Verfasserin ebenso wie den zerprengten russischen Liberalen klar, daß Solschenizyn selbst diese Bestrebungen durch seine Altersschnurren – durch seinen etwas lächerlichen Prophetengestus ebenso wie durch seinen in seinen letzten zwei Lebensjahrzehnten kultivierten großrussischen Chauvinismus – nach Kräften vorzubereiten geholfen hat.

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