Der Kleine Orient von Argentinien
Heute morgen ist beim Durchpflügen der Presse unerfreulicherweise Edward Said ans Tageslicht gekommen – „Orientalismus“
. Fügt sich fein, daß mir nun des nachts beim Rumblättern in Borges‘ Die tiefe Rose „Der Orient“ unterkommt. Na ja, bringt’s wohl nicht, die strengen jungen Herrschaften aus den 70ern ex post um Nachsicht für unseren Orient bitten zu wollen… In den Fremdenverkehrs-Ministerien der betreffenden Länder wäre man da gewiß allezeit nachsichtiger gewesen. Und meine Güte, hat Gaddafi abgebaut! Aber auch das nur nebenbei, hier also das Borges-Poem:
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Nicht im Sinne von „wüten“, sondern im konkreten, körperlichen Sinne – austoben. Bei Frost und Dunkelheit durch die leeren Straßen der Stadt gegen den Ostwind anrennen, angetan mit einem russischen Matrosenhemd, ein martialisches gallisches Liedchen auf den Lippen. Was könnt’s Schöneres geben?
Heute findet alles ein bißchen später statt. Wenn mich mein Gedächtnis nicht trügt, bin ich heute zum erstenmal nach Mitternacht gelaufen — und das nun gerade in der Osternacht.
Leider keine richtigen Fahnen, sondern diese komischen vertikalen Standarten, die man früher nur aus Gewerbegebieten kannte, und die sich jetzt auch vor Universitäten und Universitätsinstituten vermehren wie die Ratten. Beim Laufen von hier zum Königsworther Platz (insgesamt so sieben Kilometer) kommt man allein an vier dieser Grüppchen von Scheußlichkeiten vorbei.
Bäh, was für ein nervenzehrender Wind in den letzten Tagen. Nicht sehr stark, aber ganz unausgesetzt und namentlich beim Laufen ganz scheußlich. Es hat nicht einmal etwas Heroisches, dagegen anzulaufen.

