Landleute in der Stadt

hoferAm Sonntag, den 20. September, jährt sich der Beginn des Andreas-Hofer-Aufstandes in Tirol zum 200. Mal. Thomas Schmidt orientiert uns in einem sehr kompetenten Artikel in der Frankfurter Rundschau über die zu erwartenden/befürchtenden Feierlichkeiten im österreichischen und italienischen Teil Tirols: „Nur die Dornenkrone, die fehlt“.

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Napoleon und Talleyrand

talleyrandAus der SZ, zitiert im PT:

Gustav Seibt rät Peer Steinbrück, sich im Umgang mit kleiner Ländern nicht Napoleon, sondern Talleyrand zum Vorbild zu nehmen. Ersterer hatte ein große Klappe, ein hochfahrendes Wesen und endete unschön. Letzterer dagegen „wusste, dass in zwischenstaatlichem Verkehr die Fiktion herrschen müsse, alle souveränen Länder seien gleichrangig – ob Frankreich oder Schwarzburg-Rudolstadt. Demütigungen wirken oft übler als materielle Bedrückung. Talleyrand war so beliebt, dass er im Jahr 1814 nach Napoleons Sturz nicht zuletzt mit Hilfe der kleineren deutschen Länder und Österreichs gegen Preußen und Russland einen sensationell milden Frieden für Frankreich aushandeln konnte.“

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Jubiläen 2009

jubilaeen2009Uah, diese Bilderstrecke von faz.net empfehle ich unbedingt der Aufmerksamkeit namentlich meiner selbstbloggenden Leser: „So wird 2009 gewesen sein“. Wir werden in sage und schreibe 48 Bildern auf die wichtigsten Jubiläen eingestimmt, die uns im neuen Jahr bevorstehen. Als da unter anderem (!) wären:

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Eine Zwangsehe

Da ich gerade wieder einmal bei Napoleon gelandet bin, nehme ich das auch als hochwillkommenen Anlaß, zwei Textpassagen aus Carl Amerys „An den Feuern der Leyermark“ zu posten – sie liegt mir schon seit Tagen sozusagen auf der Zunge.

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Kein Spießrutenlaufen mehr…

… jedenfalls nicht mehr für die Soldaten der deutschen Bundeswehr und das nun schon seit 200 Jahren nicht mehr. Von diesem Jubiläum gibt uns ein „Kalenderblatt“ des Deutschlandfunks Kunde. Und wenn ich diesen Beitrag lese, dann könnte ich wetten, daß der Autor so aus meiner Generation ist und als Kind in Bernd Engelmanns Werken aus Papis Bücherschrank geschmökert hat.

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Waterloo

waterloo.jpgIn dem Roman „Einhand-Klatschen“ von Anthony Burgess wundert sich ein Mädchen aus der englischen Arbeiterklasse angesichts der Londoner Waterloo Station: Sie habe nie verstehen können, wie man einen Bahnhof nach einer verlorenen Schlacht habe benennen können.

Das ist gewiß die Rache des Schicksals an Wellington, der durchgesetzt hat, daß die Schlacht nach seinem eigenen, 15 km nördlich des Schlachtfeldes gelegenen Hauptquartier benannt wurde.

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Davout

Setzen wir unsere kleine Serie über die Marschälle Napoleons fort — nach dem Tapfersten nun den Grimmigsten und – es sei zugegeben – wohl auch Unsympathischsten. Die Rede ist von Louis-Nicolas Davout, Marschall von Frankreich, Fürst von Eckmühl und Herzog von Auerstedt, der „Eiserne Marschall“, „la bête“, „das Tier“. Ein mürrischer, glatzköpfiger Griesgram, den man nie lachen gesehen hat.

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Ney

Michel Ney, Marschall von FrankreichRaistlin wähnte sich heute morgen in der taktischen Situation des Herzogs von Wellington. Hetzen wir ihm also nun zum Feierabend zur Strafe den größten Saarländer aller Zeiten auf den Hals:

Michel Ney, Sohn eines armen Böttchers aus Saarlouis. Marschall von Frankreich, Herzog von Elchingen und Fürst von der Moskwa – Tapferster der Tapferen. Und diese Titel sind ihm bekanntlich nicht von irgend jemanden verliehen worden.

Der Wiki-Artikel über Ney ist sehr okay, wer die berühmte Anekdote aus dem Wirtshaus in Ostpreußen („Messieurs, erkennen Sie mich nicht? Ich bin die Nachhut der Großen Armee – ich bin Michel Ney.“) in literarisch ansprechenderer Form lesen will, kann Sieburgs „Hundert Tage“ zur Hand nehmen.

Und bei Waterloo ist er ja leider nicht durchgekommen – Raistlin wird es also letztlich doch nicht ans Leder gehen. :-)

König Lustik

lustik.jpgEs sind hier große Plakatwände zu sehen, auf denen die Kasseler Ausstellung über Jérôme Bonaparte und das Königreich Westphalen beworben wird – leider werde ich vermutlich keine Gelegenheit haben hinzufahren. Die Rechten werden schimpfen, daß das Königreich schon im Titel der Ausstellung als „Modellstaat“ bezeichnet wird, die allermeisten anderen werden eh nur Bahnhof verstehen.

lustik_kuss.jpgWas ich ganz entsetztlich und allerunterstgrottenolmig finde, ist der Name der veranstaltenden Körperschaft: „Museumslandschaft Hessen Kassel“ übel Hingegen halte ich den Kußmund auf dem Plakat für eine zwar ahistorische, aber ausgesprochen charmante und hübsche Idee. :-)

Civilisation

500px-code_civil_1804.pngDer Wind kommt heuer aus dem Osten – die Zivilisation immer schon aus dem Westen. Eine Ausgabe des Code Napoléon von 1808. Und zwar, das ist der Witz, eine zweisprachige. Ein schöner Quartband, rechte Seiten in Antiqua auf französisch, links Seiten in Fraktur auf deutsch: „Wir, Hieronymus, von Gottes Gnaden König von Westphalen…“

(Im Gegensatz zur Ganz-Originalausgabe heißt die zweisprachige Ausgabe übrigens auch wirklich auf dem Titelblatt Code Napoléon und nicht Code Civil.)

Drumherum stehen noch andere, kleiner Gesetzestexte aus der Zeit, Polizeigesetze und ähnliches, teils deutsch, teils französisch. In einer deutschen Ausgabe auf dem Vorsatzblatt: „Napoleon, Kaiser der Franzosen, König von Italien und Schutzherr des Rheinbundes…“