FAZ: „Mali: Nachts kommen die Hubschrauber“

Mali: Nachts kommen die Hubschrauber – Afrika – FAZ

Schöne Reportage von Thomas Scheen.

Ich würde gerne rufen „Vive la France!“ – wenn nicht die Franzosen unter dem unsäglichen Gnomen Nicolas Sarkozy (und unter dem journalistischen Trommelfeuer des noch unerträglicheren BHLs, der jetzt wieder auf der richtigen Seiten ist) durch ihren unmotivierten Angriff auf Libyen dazu beigetragen hätten, die Kräfte zu entfesseln, die sie jetzt bekämpfen.

Wie man des Dschihadismus am besten Herr wird, hat uns das algerische Militär gerade in bewährter Manier eindrucksvoll demonstriert.

Zur Frankreich-Wahl

Verschiedene Zeitung – ganz rechte (Springer-Welt) und recht linke (Frankfurter Rundschau, Libération) – scheinen sich erstaunlich einig: Sarkozy hat mit seinen Rechts-Ausschlägen im Wahlkampf vor allem Marine Le Pen Wähler zugetrieben, hat sie „entdämonisiert“ (das Wort mag angesichts der französischen Verhältnisse ein wenig übertrieben sein) und ihr zu einem formidablen Wahlergebnis verholfen. Das wird kaum der Sinn der Übung gewesen sein.

(weiter…)

„Weltgeschichte des 20. Jahrhunderts“ 2 – über 1968 (und über Nicolas Sarkozy)

Diese zusammenfassende Wertung der Ergebnisse von 1968 gefällt mir ziemlich gut – gerade auch die Bemerkung über die freundlicheren Umgangsformen. Wenn man sich Tonaufnahmen aus den 40er oder 50er Jahren anhört, fällt einem sehr oft auf, wieviel moderater und ziviler der Umgangston seither geworden ist.

(weiter…)

Tripolitanien, Syrte, Kyrenaika. Zur Lage in Libyen (Umfrage hinzugefügt)

Vor knapp zwei Wochen hat Ian Buruma auf Project Syndicate Barack Obama gegen Angriffe aus dem US-amerikanischen konservativen Lager in Schutz genommen: Nein, Obama gehe in Ägypten nicht zu zaghaft und zu vorsichtig vor. Eine von den Rechten geforderte deutlichere Intervention der US-Regierung zugunsten des demokratischen Lagers in Ägypten wäre vielmehr kontraproduktiv, u.a. weil sie den beharrenden Kräften in Ägypten hülfe, die Demokratie als einen Zwangsimport von außen darzustellen.

(weiter…)

Mourir pour Lhassa à Dantzig?

tintinIn der FAZ ein sehr interessanter zeit- und geistesgeschichtlicher Artikel von Jürg Altwegg: „Tintin und der Führer der Tibeter“. Es geht um das demnächst (doch noch) anstehende Treffen Sarkozys mit dem Dalai Lama in Danzig – und vor allem darum, was die Pariser Groß-Intellektuellen dazu warum zu sagen haben..

(weiter…)

Das Gewand der Königin

Ja, und auf faz.net (Feuilleton…) wäre dann gestern so gegen Abend ne ganz hübsche Groschenromans-Parodie aufgeschlagen… Es handelt sich um eine ironische Eloge auf Carla Bruni und ihren Einfluß auf Sarkozy: „Faß der Königin nicht ins Gewand!“ Na, ich hoffe jedenfalls mal, daß das zumindest zu zwei Dritteln ironisch gemeint ist. Auszug:

(weiter…)

Die älteste Tochter ist kein Mami-Kind

Anläßlich des bevorstehenden Papst-Besuchs im Mutterland des Laizismus ein schöner Leitartikel von Michael Wiegel: „Frieden mit der Laizität“. Ganz unvermeidlich taucht darin das Wort von der „Ältesten Tochter der Kirche“ auf, ich erlaube mir, das aufzugreifen.

Da haben wir also zweierlei:

(weiter…)

Chromrot zum Frühstück

So, ich hoffe, die Tagesereignisse haben die FAZ gestern zumindest fürs erste zum letzenmal veranlaßt, aus der Form zu gehen. Mir gefällt diese kleine Serie auch nicht mehr, drei Folgen reichen, weiß Gott.

Realiter nehme ich übrigens vormittags grundsätzlich nichts Festes zu mir, nur Kaffee; die erste Mahlzeit ist alltags das Mittagessen so gegen halb zwei.

(weiter…)

Kein Defilee :-(

Zum erstenmal seit vielleicht sieben Jahren komme ich in diesem Jahr nicht dazu, mir die Übertragung der Militärparade in Paris im Fernsehen anzuschauen. Als großer Freund eines liturgisch korrekten Jahresablaufes hätte ich mir dafür ohne weiteres einen Tag Urlaub genommen, aber ich kriege leider keinen französischen Sender mehr übers Kabelnetz – und mir das im Internet anzuschauen, ist mir zu blöd. Nun denn, dann entgeht mir also Carlas erster Auftritt in diesem Zusammenhang ebenso wie ein wegen seiner diplomatischen Triumphe vermutlich einen Meter über dem Teppich der Ehrentribüne schwebender Sarkozy.

Bildquelle: Panoramas, CC

Screenshot

faz_shot.pngEin FAZ.net-Screenshot, den man sich einfach nicht entgehen lassen kann… Kann man sich an dieses Foto erinnern, daß so um den Dreh 2003 im Web kursierte: „The Main Difference Between Europe and the US“, oder so ähnlich? Daran mußte ich sofort denken.

Und, nun ja, Carla B. Ich habe Ihre erste Platte (Quelqu‘un m‘a dit) rauf und runter gehört. Sehr schön, die klug-naiven Texte und die dezenten Aufnahmen, auch einprägliche, intelligente Melodien. Leider, leider – aus und vorbei. Man kann das nicht mehr hören, ohne lachen zu müssen. :-(

Der Spectator bedankt sich

spectator_sarkozy.jpgUnd zwar in einer kratzigen Blog-Meldung bei Nicolas Sarkozy für die gelegentlich seines Besuches den Engländern angebotene Zusammenarbeit auf dem Gebiete der Atomindustrie. Während die englische Regierung die letzten zehn Jahre Geld in die ineffiziente Windkraft gepumpt habe, habe Frankreich seine Atomindustrie weiter auf Vordermann gebracht – französisches Wissen auf diesem Gebiet sei mithin genau das, was man brauche.

Wie ersparen es uns, die hier naheliegenden Bemerkung zur Lage in Deutschland zu machen und verweisen im Zusammenhang mit Sarkozys Staatsbesuch auf einen bedachtsamen Kommentar von Nonnenmacher und einen interessanten Artikel von Michaela Wiegel – beide allerdings werden der Aufmerksamkeit der Leser dieses Weblogs ohnehin nicht entgangen sein.

WE III – Helden

faz_sarko_196.jpgGestern abend mußte ich mich wegen möglicher eigener Geschmacklosigkeit und der Trotteligkeit der FAZ entschuldigen – heute morgen nun wegen der Geschmacklosigkeit der FAZ und möglicher eigener Abgestandenheit. Aber es paßt einfach zu gut, schon farblich.

Und außerdem: „Bog ljubit troizu“ – „Gott liebt die Dreiheit“. Also gleich nochmal auf die FAZ losgedroschen!

Die FAZ – das „Bild des Tages“ – zeigt Sarkozy beim Bade, wie schön; es geht um seinen „Mare Nostrum“-Plan.

Nebenan in der Leitglosse hingegen geht es weiterhin um Tapferkeit und um die anstehende Neustiftung des Eisernen Kreuzes für unsere tapfer ihren Müll trennenden Jungs und Mädels im Hochsicherheitscamp in Afghanistan. Die Glosse ist okay.

er_will_sich_nicht_pruegeln.jpgAuf dem Weg zur Arbeit werde ich dann auf eine neue Plakataktion der Deutschen Caritas aufmerksam: „Achten statt ächten“. Auch dort geht es um Helden, sicher ganz im Sinne der Obrigkeit. Ein Slogan dieser Kampagne:

So sehen Helden aus. Er wil sich nicht prügeln, obwohl er damit aufgewachsen ist.

Beruhigt und sediert ins Wochenende. :-)

Lachet der alten Tanten…

faz_70.jpg…, die uns mit dürrem Finger dräun.

Das wäre heute wahrlich ein Tag für Konjunktiv-2 -Nachlesen — jedenfalls dann, wenn die Titelseite der FAZ einzelnen Tagen eine bestimmte Richtung zu geben in der Lage wäre.

Das Foto auf der Titelseite zeigt eine Auswahl von dänischen Zeitungen, die nun eine der Mohammed-Karikaturen in Jyllands Posten nachgedruckt haben. Dazu hat die FAZ damals nicht den Mut gehabt, nun langt’s immerhin zu Fotos der neuerlichen Nachdrucke, sehr lobenswert.

(weiter…)

Merowinger

merowinger.jpgDie hübsche Infographik aus dem Klatschteil der heutigen FAZ möchten wir unseren Lesern keineswegs vorenthalten. Man muß aber sicher hinzufügen, daß hier die Verhältnisse zuungunsten (zugunsten?) Carla B.s verzerrt werden, insofern die Affären eines Spitzenmannequins gewiß genauerer Beobachtungen unterliegen als die eines Politikers. Vielleicht (hoffentlich…) wären auf der rechten Seite also doch noch ein paar Herzchen hinzuzusetzen.

(weiter…)