Jungle World: „Tödliche Lyrik“

jungle-world.com – Archiv – 07/2013 – Dschungel – Tödliche Lyrik

Der Literaturwissenschaftler Martin Baxmeyer entzaubert in seiner Studie über anarchistische Lyrik im Spanischen Bürgerkrieg den Anarchismus.

Interessant, aber ein Aspekt wird zumindest in der Rezension nicht einmal erwähnt: wenn da katalanische Anarchisten die „Mutter Spanien“ bejubeln, richtet sich das natürlich zumindest auch gegen die katalanisch-nationalistische, autonomistische Bourgeoisie von Barcelona!

Und um Pardon, wenn da an der Propaganda gegen die bestialischen Moros herumgemäkelt wird, weil sie „regelrecht rassistisch“ gewesen sei, dann ist das realitätsblindes und vermieftes Szenekneipenhocker- und Stubengelehrtentum. Weitab vom Schuß.

Jungle World: „Dschungel – Shoot, baby!“

jungle-world.com – Archiv – 45/2012 – Dschungel – Shoot, baby!

Billig ist der Spott über Manufactum; über die Produkte, die so viel klobiger und rohbehauener sind als ihre baugleichen Pendants bei Woolworth; über Zahnarztfrauen, die sich Tin­tenfass und Federkiel kaufen, um mit dem nötigen Klassenbewusstsein die Einkaufsliste vollzukrakeln; über den Willen zur Hässlichkeit, die nur teuer genug daherkommen muss, um der abschmelzenden Mittelschicht zur Distinktion zu gereichen.

:-D

Jäp, Manufactum – und noch mehr die Leute, die da kaufen –, das ist ganz einfach ein Ärgernis.

Tell them of these men

„Mein Katalonien“ 6 – Die großartigen Stellungen unter Fahnen auf den Hügeln, Blechbüchsen und Kot

Aus dem März 1937, später Winter an der Aragón-Front:

(weiter…)

Logo 15 – 30 – 60 – 1936

Hö, man lernt nie aus. Es ist mir vorhin beim Rumspielen mit Inkscape aufgefallen: Wenn man ein gleichseitiges Dreieck um 15° kippt, läßt es sich genau in ein Quadrat einschreiben. (Ich habe das nirgendwo gefunden, es war mir halt aufgefallen…) Und wenn man dann die Spitzen des Dreiecks von 60° auf 30° verkleinert, sodaß dann ein dreizackiger Stern entsteht (das war – in rot – das Emblem der Internationalen Brigaden im Spanischen Bürgerkriege), steht eine von dessen Begrenzungen genau waagerecht und eine genau senkrecht. :-)

„Kampfplatz Spanien“ 7 – Bei Guadalajara im Monat März

Die Schlacht bei Guadalajara im März 1937 ist – neben der Verteidigung Madrids im November 36 – der einzige wirklich triumphale Sieg der Republik über die Faschisten: das Expeditionskorps Mussolinis wird nach allen Regeln der Kunst auseinandergenommen und in die Flucht geschlagen.

(weiter…)

„Kampfplatz Spanien“ 6 – Unmut über eine nicht stattgefunden habende Nibelungenschlacht in Málaga

Borkenau zeigt sich angesichts der Einnahme von Málaga durch die Faschisten im Februar 1937 hinsichtlich der militärischen Fähigkeiten der republikanischen Streitkräfte und Milizen außerordentlich skeptisch:
(weiter…)

„Kampfplatz Spanien“ 5 – Deutsch-jüdische Streitkräfte

Sehr interessant. Borkenau ist im Januar 1937 auf seiner zweiten Spanienreise in Murcia recht weit im Süden und beobachtet dort folgendes:

(weiter…)

„Kampfplatz Spanien“ 4 – Madrid, Kastilien, Andalusien (und noch die Pasionaria)

Ende August, Anfang September 1936 reist Borkenau von Barcelona zunächst nach Valencia, dann weiter nach Madrid – und von dort aus nach Süden: nach der Mancha in Neukastilien und schließlich in den nördlichen Teil Ostandalusiens.

(weiter…)

„Kampfplatz Spanien“ 3 – auf dem Weg zur Front – Lérida, Sancho, Durruti, Dum-Dum

Borkenau ist am 12. August 1936 auf dem Weg von Barcelona zur Aragón-Front. (Ein halbes Jahr später wird George Orwell in etwa den gleichen Weg zurücklegen. Und Willy Brandt auch, aber das nur nebenbei.)

(weiter…)

„Kampfplatz Spanien“ 2 – eine Kirche brennt

Und zwar am 5. August 1936 im de facto von anarchistischen Milizen beherrschten Barcelona. Knapp drei Wochen liegt der Aufstand der Faschisten zurück, Barcelona und ganz Katalonien ist fest in der Hand der Regionalisten/Loyalisten und der Revolutionäre. Borkenau ist gerade dort eingetroffen.

(weiter…)

„Kampfplatz Spanien“ 1 – über die katholische Kirche

Eine lange, aber außerordentlich interessante Passage. Sie klärt grosso modo die Frage: „Warum ist bei diversen roten Aufständen in katholischen Gegenden Deutschlands nach dem Ersten Weltkrieg niemand auf den Gedanken gekommen, Priestern was zu tun – und warum sind sie in Spanien reihenweise an die Wand gestellt worden?“ (Außer in Navarra und im Baskenland.)

(weiter…)

Noch etwas zum 9. November

9. November 1936: Die vor allem aus Deutschen, Franzosen, Belgiern und Engländern bestehende neuaufgestellte XI. Internationale Brigade – insgesamt etwa 2000 Mann – greift erstmals in das Kampfgeschehen des Spanischen Bürgerkrieges ein.

(weiter…)

Orwell und Enzensberger

Da habe ich nun gestern nach der Beendigung von George Orwells „Mein Katalonien“ (zuerst 1938) die Lektüre von Hans Magnus Enzensbergers „Der kurze Sommer der Anarchie“ begonnen. Und es geht nicht, obwohl beide Werke thematisch so nahe beieinander liegen.

(weiter…)

„Mein Katalonien“ 5 – Die letzten Tage: die Kathedrale und wieder Tabak

Die letzten drei Kapitel sind ziemlich beklemmend und sozusagen ein Vorgeschmack auf 1984. Sie sind gleichsam durchzogen und durchwoben von der allgegenwärtigen Angst vor einer Verhaftung durch die Geheimpolizei. Es muß im Sommer 1937 in Barcelona eine entsetzliche Atmosphäre geherrscht haben – auch in Brandts Erinnerungen klingt sie an.

(weiter…)