Jungle World: „Tödliche Lyrik“
jungle-world.com – Archiv – 07/2013 – Dschungel – Tödliche Lyrik
Der Literaturwissenschaftler Martin Baxmeyer entzaubert in seiner Studie über anarchistische Lyrik im Spanischen Bürgerkrieg den Anarchismus.
Interessant, aber ein Aspekt wird zumindest in der Rezension nicht einmal erwähnt: wenn da katalanische Anarchisten die „Mutter Spanien“ bejubeln, richtet sich das natürlich zumindest auch gegen die katalanisch-nationalistische, autonomistische Bourgeoisie von Barcelona!
Und um Pardon, wenn da an der Propaganda gegen die bestialischen Moros herumgemäkelt wird, weil sie „regelrecht rassistisch“ gewesen sei, dann ist das realitätsblindes und vermieftes Szenekneipenhocker- und Stubengelehrtentum. Weitab vom Schuß.



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Da habe ich nun gestern nach der Beendigung von George Orwells „Mein Katalonien“ (zuerst 1938) die Lektüre von Hans Magnus Enzensbergers „Der kurze Sommer der Anarchie“ begonnen. Und es geht nicht, obwohl beide Werke thematisch so nahe beieinander liegen.
Die letzten drei Kapitel sind ziemlich beklemmend und sozusagen ein Vorgeschmack auf 1984. Sie sind gleichsam durchzogen und durchwoben von der allgegenwärtigen Angst vor einer Verhaftung durch die Geheimpolizei. Es muß im Sommer 1937 in Barcelona eine entsetzliche Atmosphäre geherrscht haben – auch in Brandts Erinnerungen klingt sie an.