
Es beginnt sehr bald, das Dunkle Drittel des Jahres, die Zeit zwischen Mitte Oktober und Mitte Februar. Die Zeit der Nachtläufe auf den immer gleichen Strecken, meist nicht sehr lange Routen längs wenig befahrener Straßen oder auf irgendwelchen Wegen in Kleingartenkolonien.
Na, es sind im Grund nur zwei Strecken von sieben Kilometern Länge. Zur Monotonie des täglichen Laufens paßt es auch schlecht, sich abwechslungsreiche, „innovative“ Routen zurechzuschneidern. Man reißt die Sache halt ab wie einen Abenspaziergang. Die Stetigkeit der körperlichen Übung, auch beim Hantelstemmen vor dem Laufen, wird eigentlich erst durch die verhältnismäßige Eintönigkeit möglich. Zwar strengt man sich ziemlich an, kann aber gerade in dem festen Korsett des Programms die Gedanken laufen lassen. Weiß gar nicht, wieviele Texte ich dabei in all den Jahren schon im Kopf formuliert habe.
Heute gegen 19:00 Uhr das untrügliche Zeichen, daß es ins Dunkle Drittel geht: in den Gärten ein Köter mit Rücklicht. Wie blöd sieht das aus. Es sind Halsbänder, aber wenn man das auch aus nur mäßiger Entfernung sieht, denkt man – auch, weil das Licht rot ist – unwillkürlich, die hätten so einen Leuchtpröppel im *rschl*ch stecken.
Schlimm auch des Nachts der Anblick von Joggern mit Rücklichtlein: „Ich bin sportlich, aber verantwortungsbewußt und allemal vorsichtig.“ übel