Türken
Die Türken vor Wien auf D-Radio
Häääh??!! Was ist denn auf Deutschland-Radio los?! Hat sich da einer eingeschlichen oder schnall ich den Witz nicht? Also: Heute vor 325 endet die Schlacht auf dem Kahlenberg, der polnischen König Jan Sobieski rettet Wien vor den Türken. Man sollte doch nun erwarten, daß da auf D-Radio irgendein Loblied auf den Kulturaustausch zwischen Orient und Europa und eine Veräppelung der nationalistischen Geschichtsschreibung des 19. Jahrhunderts kommen würde.
Nur einmal die Woche
Ne Anekdote aus dem Supermarkt. Ist schon einige Zeit her, hatte ich aber noch nirgendwo ausgetratscht. In der Schlange beim Woolworth; hinter mir stehen zwei türkische Mädchen, so siebzehn, achtzehn. Aufgemiezt nach Art der Unterschicht – sie unterhalten sich also auch in erheblicher Lautstärke. (Man muß sich ab und zu klarmachen, in welchem Maße sich diese Leute schon intergriert haben. Lorenz Jäger mal was Witziges dazu geschrieben.)
Dreihundert Wörter
Auf faz.net ein interessanter und offenbar kenntnisreicher Bericht von Regina Mönch über die Auswirkungen der neuen Regelung, daß nach Deutschland verheiratete türkische Mädchen mindestens dreihundert deutsche Vokabeln beherrschen müssen. Natürlich – das ist im Interesse der Mädchen, denen nun nicht mehr die elementarste Bildung vorenthalten werden kann.
Schatten der Angst (Odenthal; Kopper)
Tatort „Schatten der Angst“, SWR 2008, Lena Odenthal (Ulrike Folkerts), Mario Kopper (Andreas Hoppe)
Gesellschaftlich-politisches Rahmenthema: Ehrenmorde (und Anabolika-Mißbrauch)
Die Gefahr, unbeholfen zu wirken, wenn man sich eines solchen Themas annimmt, ist groß – und im Gegensatz zum NDR mit seinen Gender-Mainstreamings-Charlotten-Angelina-Tatorten hat der SWR die Aufgabe leidlich gemeistert. Ich denke, mit dem Ergebnis können alle Beteiligten leben. Außerdem war das auch noch ein ansehnlicher Fernsehkriminalfilm. Gut gemacht.
Wem Ehre gebührt (Lindholm)
„Wem Ehre gebührt“, NDR, 2007, Charlotte Lindholm (Maria Furtwängler)
Gesellschaftlich-politisches Rahmenthema: Kinderschändung, Ehrenmorde, Aleviten vs. Sunniten in der Türkei und in Deutschland, Schwangerschaft, Tristesse des hannöverschen Bürokratenalltages
Angesichts der Tatsache, daß sowohl Buch und Regie als auch die Kamera von einer Frau besorgt wurden, daß ferner die HAZ am Freitag eine die Grenzen der Lächerlichkeit ins Unermeßliche zerdehnende Jubelrezension veröffentlicht hat (verfaßt von Stefan Arndt, S. 9), war mit noch wesentlich Schlimmerem zu rechnen. Es war dann aber einfach nur eine unterdurchschnittliche, überdurchschnittlich langweilige Folge – es passiert wenig, und das, was passiert, ist undurchsichtig.


