Hübscher Absatz, gerichtet an Nicola Liebert (taz):
Das deutlich Andere (und allein dessen Symbolwert!) als persönlichen Angriff auffassen: Genau das ist der ganz typische Weiberkram, der sich mit gleichem psychologischem Paradigma auch durch die Kind-Karriere-Mutterschafts-Debatte zieht. Eine Kinderlose hockt in der Bahn neben einer Mutter und empfindet alles – jedes gesungene Lied, jedes Küßchen – als gegen sie gerichtete Provokation. Und vice versa: Wenn der Mutter nicht aufforderungslos zwei, drei, vier Plätze geräumt werden, schwant ihr Kinderfeindlichkeit und ein bewußter Affront. So funktionieren die Befindlichkeiten, Orte und Gelegenheiten sind austauschbar. Frau gönnt sich da im Normafall nichts – außer die „große Krise“. Und Mütter untereinander sind oft nicht besser.
Wohl wahr, aber dennoch meine ich, daß Liebert recht hat, sich über den moralinsaueren Vorwurf des Koptuches, über das Vormoderne und Rekationäre desselben, zu erzürnen. – Link