Panik-Meteorologie

Wann haben Sie die Begriff „Blitzeis“ und „Starkregen“ zuerst gehört? Sicher nicht, bevor Sie einen Internetanschluß bekommen haben, und sicher nicht vor viel länger als vor fünf Jahren. Die berühmten „gefühlten Temperaturen“ dürften nicht viel älter sein. Ein Online-FAZ-Artikel vom Sonntag versieht uns mit weiteren Beispielen: „Minusgrade aus Sibirien“.

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Alle reden

Bildvorlage ist die 1914 entstandene Hommage an Blériot von Robert Delaunay, dessen Opus im nächsten Jahr gemeinfrei wird und dessen Sohn ein Musikjournalist war. (Ich kann mich weiterhin nur ärgern, mir 2009 die Marc-Macke-Delaunay-Austellung im Sprengelmuseum eben nicht angeschaut zu haben.)

„Schneechaos“

Vor einigen Tagen wurde auf den NachDenkSeiten der Neoliberalismus für das „Schneechaos“ dieser Tage verantwortlich gemacht, heute stößt ein Blogger ins gleiche Horn. Straßenmeistereien seien privatisiert worden und funktionierten nun nicht mehr.

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Frühling, Sommer, Herbst und Winter

Das sind nicht nur, wie man im Web weiß, die vier Feinde der Deutschen Bahn, es sind auch die einzigen Abstufungen, die die Social-Media-Spastis kennen. Und jeder will dann die jeweils nächste zuerst bemerkt haben, weil er eben sonst nichts mitzuteilen weiß, aber unbedingt was twittern will.

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Vorm Frühling

Halb amüsiert’s mich, halb reg ich drüber auf: das offensichtliche Bedürfnis der kleinen deutschen „Social-Media“-Gemeinde, auch noch den Frühling als allererste zur Kenntnis zu nehmen. Das war schon bei der Tauperiode vor etwa zwei Wochen so und nun wieder. Lächerlich. Es ist Winter.

Laufend beobachtet…

  • Noch nie soviel Split auf einmal gesehen wie gerade beim Laufen nach der Schneeschmelze.
  • Zwei große, schwere Typen laufen. In mehren Schichten dick eingepackt. Kapuzenpulli, nur die Augen sind frei – daher auch ist das Alter nicht einzuschätzen. Fäustlinge. Es sind 7 Grad. Für mich zum erstenmal seit Wochen wieder kurze Hosen und T-Shirt.
  • Und wie immer kurz vor Sommenuntergang: viele Köter.

Grau

Nach einem strahlenden Wahlsonntag, an dem jeder Verständige auf 7-8 % für die Piratenpartei gehofft hat, senkt sich nun die bleigraue Decke sozialer Kälte und des totalen Überwachungsstaates über’s Land, so scheint’s. Im Ernst, 2,0 % sind ein toller Erfolg für einen Monothematiker-Haufen, der im Wahlkampf ausschließlich durch Trotteligkeiten (JF-Interviews) und Infantilismen (Yeah!) aufgefallen ist und in dem viele Telepolis lesen. Jetzt kann man hoffen oder vielleicht zu hoffen wagen, daß etwas daraus wird.

Blitzpodcast zum Neujahrs-Abend

2009

Play

Inhalt: Frohes neues Jahr, Rauhreif, Mond und Venus, Gelaber über die Deutsche Bahn, Freundlichkeitsmüll, „Service-Wüste“, Nigromontanus, frei_sein, Konjunktiv 2, Frohes neues Jahr

Hitzewelle

Schinderbeitrag

So, also hinein in die Hitzewelle. Die Begriffsschöpfung „kataklastischer Gemütszustand“, die ich gestern rechts oben verwendet habe, möchte ich jedenfalls unbedingt auch in den regulärer Beiträgen verewigt sehen.

Heute morgen einmal wieder zum Straßenbahnfahren genötigt gewesen, mithin erfreuliche und unerfreuliche Anblicke in großer Zahl. Ich bin da schon viel duldsamer geworden, nur kurze Hosen würde ich Männern weiterhin gerne verboten sehen.

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Regenschutz (quasi dritte Fassung von „Ritter, Tod und Teufel“)

Oh, was für wunderschöne Kreationen von Regenschutzkleidung für Radfahrer es gibt; mal bunt, meist aber in gedeckten Farben – und ganz gewiß in alle Richtung für Flüssiges und Gasförmiges nach dem neues Stande der Faserchemie durch- oder auch undurchlässig. Das bedeckt immer den ganzen Körper, oft stecken auch die Füße in „Füßlingen“ (schon das Wort! übel :-D ). Selbstverständlich aber trägt man ein Kapuze, die so weit zugezogen ist, daß nur noch die Augen freibleiben.

Übrigens hat es hier gerade so zwanzig Grad, leichter, warmer Sprühregen.

Bildquelle: Noël Zia Lee, CC

Im Regen

Keine Angst, bitte, diesmal keine möchtegern-surrealistischen Traum-Gesichte oder als solche verklausulierten steganographischen Mitteilungen, sondern schieres Alltagsgeschraddel…

Von den Hirnstromverwirbelungen dieses Tages und seinen Endlosigkeiten würde ich gerne berichten, kann es aber nicht. Also berichte ich von seinem Fix- und Schlußpunkt, dem Sportprogramm. Nach den Hanteln verschwitzt und verstunken gegen neun zum Laufen gestartet. Laufen bei Sommerregen ist immer toll, eigentlich das schönste Wetter für diesen Sport. Ganz unpathetisch und geradezu freundlich; das wirkt sich, glaube ich, sogar auf den Laufstil aus. Während der Tour läßt der Regen nach. Und nun ist es still, ruhig, die blanken Pfützen verschwinden im Dunkeln und wir harren der Dinge.

Bildquelle: gari.baldi, CC – danke!

Skype Ahoi – marine nationale

skype-ahoy.pngBemerkenswert, nun, jedenfalls dann, wenn ein visueller Sinn und akute Langeweile zusammenkommen: Einer der Standard-Avatare des allseits beliebten Umsonst-Telefonier-Programms Skype ist ein Matrose. Jedoch trägt er keine amerikanisch Matrosenmütze – sondern ausgerechnet die Mütze der französischen Marine mit dem charakteristischen roten Pompom.

Sofort ist man in Gedanken in Pierre Schoendoerffers großartigem, zugleich eminent politischen und still-enigmatischen Film „Le crabe tambour“.

Nur ein paar ziemlich primitive Screenshots, Reihenfolge mehr oder weniger zufällig:

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Im Mai 1999…

159.gif…hocke ich an einem Morgen in einer Wissenschafts-Institution – in einer Stadt im frühsommerlichen Kaukasusvorland, dort wo noch Südrußland ist und doch schon der Nordkaukasus; in einer Stadt, die Militär ist seit ihrer Gründung, in der Bastion der Russen in dieser Gegend. Ein alter Ossete, mit dem ich mich angefreundet habe, Stalinist, wie bedenklich viele Osseten, erzählt mir von den Ereignissen des Vorabends: Sie hätten vorm Fernseher alle für „Bavaria“ geschrien, man habe sich schon gefreut, aber es sei gar nicht zu glauben, was dann noch passiert sei.

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Schnee im Frühling

schnee.jpgHeute findet alles ein bißchen später statt. Wenn mich mein Gedächtnis nicht trügt, bin ich heute zum erstenmal nach Mitternacht gelaufen — und das nun gerade in der Osternacht.

Vor dem Gemeindehaus der evangelischen Kirche nebenan brennen sie ein Osterfeuer ab, ein merkwürdiger Anblick im Wohngebiet, aber doch hübsch anzuschauen. Dennoch: Es paßt nicht. Nicht neben einer Kirche. Osterfeuer sollten mit Suff und Krach verbunden sein, nicht mit wohlanständigem Danebenstehen und ein paar Tanten-Reflexionen über den heidnischen Ursprung der Veranstaltung.

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IX

207.gif♦ Friedbert Pflüger legt in seinem Weblog dar, was ihm (neben dem zu Recht vielgeschmähten Passus über die Assimilation) an Erdogans Rede noch und vor allem nicht gefallen habe – nämlich der Versuch, Türken mit deutschem Paß der Intervention der Türkei in die deutsche Politik dienstbar zu machen. Ziemlich deutliche Worte.

♦ Die Papier-FAZ veröffentlicht heute drei außerordentlich islamkritische Leserbriefe. Darunter schien mir einer zwar etwas geisterseherisch, aber doch zumindest bedenkenswert. Der Schreiber aus Berlin-Wedding weist auf die massenhafte Verbreitung des Anabolika-Mibrauchs in der Unterschicht hin; die futtern das Zeug, weil es muskelbildend wirkt. Angeblich macht es aggressiv. Keine Ahnung, ob das quantitativ für die „Jugendkriminalität“ von Bedeutung ist – jedenfalls ist es, nach allem, was man hört, in der Tat extrem weit verbreitet.

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