Schuhkartons

Ich habe von Osterhammel gelernt, daß die in Europa oft belächelte Gewohnheit der Amerikaner, Häuser aus Holz und Pappe zu bauen, dem Bestreben geschuldet sei, möglichst jedem ein eigenes Haus möglich zu machen. Also billig zu bauen, Städte in Vorstädte aufzulösen – es gibt (vielleicht) irgendwo eine „Downtown“, aber es gibt kaum Stadtteile nach europäischem Verständnis. Die große Mehrzahl der Leute wohnt in Vorstädten in Holz- und Papp-Häusern.

Sehr lobenswert. Aber daß derlei in der Tornado-Zone gewisse naturbedingte Nachteile mit sich bringt, sehen wir heute wieder einmal.

Na, der Freie Markt wird’s schon richten – der baut bekanntlich auch feste Deiche um Großstädte, die im Einzugsbereich tropischer Wirbelstürme unter dem Meeresspiegel und an der Küste liegen.

Schnee im Frühling

Ich kann mich durchaus noch daran erinnern, als Kind mindestens einmal im Schnee Ostereier gesucht zu haben. Später habe ich mich dann jahrelang gewundert, daß das einmal möglich gewesen sein soll. Und nun ist es eben einmal wieder soweit. „Schnee im Frühling“ halt, soll’s ja geben. (Auch wenn es den #frühlings-Twitter-Tanten skandalös erscheinen mag – Grüne sind eben Stadtmenschen.) Und Ostern ist dieses Jahr auch noch wirklich ziemlich früh.

Ferner: „Das war ne heißen Märzenzeit, trotz Regen, Schnee und alledem…“

Ich weiß, man ist regelmäßig genervt vom Meteorologen, die einem in den Medien angesichts offenbarer Ausnahmewetterlagen erklären, daß sie ganz normal seien. Aber vielleicht haben sie ja auch mal recht und wollen sich nicht nur wichtig machen… Schnee im Frühling scheint mir jedenfalls nichts ganz Ungewöhnliches.

HAZ: „Unwetterwarnung für Hannover“

Unwetterwarnung für Hannover Aus der Stadt Hannover / HAZ – Hannoversche Allgemeine

Der Deutsche Wetterdienst hat für Hannover eine Unwetterwarnung ausgegeben. Am Sonntagmorgen kann es wegen des heftigen Schneefalls zu Schneeverwehungen kommen.

:drrr:

k:D

Es ist Dezember und draußen liegen ca. 5 cm Neuschnee, es schneit weiterhin. Welch ein Unwetter.

Offensichtlich werden nun auch schon Meteorologen im Studium auf Lärmsprech und erzeugen von Trash-Aufmerksamkeit „in den Medien“ trainiert. Peinlich.

Edit 14:43 Uhr: Jetzt heißt es da:

Der Deutsche Wetterdienst hat für Hannover eine Warnung vor markantem Wetter ausgegeben.

;-)

Panik-Meteorologie

Wann haben Sie die Begriff „Blitzeis“ und „Starkregen“ zuerst gehört? Sicher nicht, bevor Sie einen Internetanschluß bekommen haben, und sicher nicht vor viel länger als vor fünf Jahren. Die berühmten „gefühlten Temperaturen“ dürften nicht viel älter sein. Ein Online-FAZ-Artikel vom Sonntag versieht uns mit weiteren Beispielen: „Minusgrade aus Sibirien“.

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Alle reden

Bildvorlage ist die 1914 entstandene Hommage an Blériot von Robert Delaunay, dessen Opus im nächsten Jahr gemeinfrei wird und dessen Sohn ein Musikjournalist war. (Ich kann mich weiterhin nur ärgern, mir 2009 die Marc-Macke-Delaunay-Austellung im Sprengelmuseum eben nicht angeschaut zu haben.)

„Schneechaos“

Vor einigen Tagen wurde auf den NachDenkSeiten der Neoliberalismus für das „Schneechaos“ dieser Tage verantwortlich gemacht, heute stößt ein Blogger ins gleiche Horn. Straßenmeistereien seien privatisiert worden und funktionierten nun nicht mehr.

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Frühling, Sommer, Herbst und Winter

Das sind nicht nur, wie man im Web weiß, die vier Feinde der Deutschen Bahn, es sind auch die einzigen Abstufungen, die die Social-Media-Spastis kennen. Und jeder will dann die jeweils nächste zuerst bemerkt haben, weil er eben sonst nichts mitzuteilen weiß, aber unbedingt was twittern will.

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Vorm Frühling

Halb amüsiert’s mich, halb reg ich drüber auf: das offensichtliche Bedürfnis der kleinen deutschen „Social-Media“-Gemeinde, auch noch den Frühling als allererste zur Kenntnis zu nehmen. Das war schon bei der Tauperiode vor etwa zwei Wochen so und nun wieder. Lächerlich. Es ist Winter.

Laufend beobachtet…

  • Noch nie soviel Split auf einmal gesehen wie gerade beim Laufen nach der Schneeschmelze.
  • Zwei große, schwere Typen laufen. In mehren Schichten dick eingepackt. Kapuzenpulli, nur die Augen sind frei – daher auch ist das Alter nicht einzuschätzen. Fäustlinge. Es sind 7 Grad. Für mich zum erstenmal seit Wochen wieder kurze Hosen und T-Shirt.
  • Und wie immer kurz vor Sommenuntergang: viele Köter.

Grau

Nach einem strahlenden Wahlsonntag, an dem jeder Verständige auf 7-8 % für die Piratenpartei gehofft hat, senkt sich nun die bleigraue Decke sozialer Kälte und des totalen Überwachungsstaates über’s Land, so scheint’s. Im Ernst, 2,0 % sind ein toller Erfolg für einen Monothematiker-Haufen, der im Wahlkampf ausschließlich durch Trotteligkeiten (JF-Interviews) und Infantilismen (Yeah!) aufgefallen ist und in dem viele Telepolis lesen. Jetzt kann man hoffen oder vielleicht zu hoffen wagen, daß etwas daraus wird.

Blitzpodcast zum Neujahrs-Abend

2009

Play

Inhalt: Frohes neues Jahr, Rauhreif, Mond und Venus, Gelaber über die Deutsche Bahn, Freundlichkeitsmüll, „Service-Wüste“, Nigromontanus, frei_sein, Konjunktiv 2, Frohes neues Jahr

Hitzewelle

Schinderbeitrag

So, also hinein in die Hitzewelle. Die Begriffsschöpfung „kataklastischer Gemütszustand“, die ich gestern rechts oben verwendet habe, möchte ich jedenfalls unbedingt auch in den regulärer Beiträgen verewigt sehen.

Heute morgen einmal wieder zum Straßenbahnfahren genötigt gewesen, mithin erfreuliche und unerfreuliche Anblicke in großer Zahl. Ich bin da schon viel duldsamer geworden, nur kurze Hosen würde ich Männern weiterhin gerne verboten sehen.

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Regenschutz (quasi dritte Fassung von „Ritter, Tod und Teufel“)

Oh, was für wunderschöne Kreationen von Regenschutzkleidung für Radfahrer es gibt; mal bunt, meist aber in gedeckten Farben – und ganz gewiß in alle Richtung für Flüssiges und Gasförmiges nach dem neues Stande der Faserchemie durch- oder auch undurchlässig. Das bedeckt immer den ganzen Körper, oft stecken auch die Füße in „Füßlingen“ (schon das Wort! übel :-D ). Selbstverständlich aber trägt man ein Kapuze, die so weit zugezogen ist, daß nur noch die Augen freibleiben.

Übrigens hat es hier gerade so zwanzig Grad, leichter, warmer Sprühregen.

Bildquelle: Noël Zia Lee, CC

Im Regen

Keine Angst, bitte, diesmal keine möchtegern-surrealistischen Traum-Gesichte oder als solche verklausulierten steganographischen Mitteilungen, sondern schieres Alltagsgeschraddel…

Von den Hirnstromverwirbelungen dieses Tages und seinen Endlosigkeiten würde ich gerne berichten, kann es aber nicht. Also berichte ich von seinem Fix- und Schlußpunkt, dem Sportprogramm. Nach den Hanteln verschwitzt und verstunken gegen neun zum Laufen gestartet. Laufen bei Sommerregen ist immer toll, eigentlich das schönste Wetter für diesen Sport. Ganz unpathetisch und geradezu freundlich; das wirkt sich, glaube ich, sogar auf den Laufstil aus. Während der Tour läßt der Regen nach. Und nun ist es still, ruhig, die blanken Pfützen verschwinden im Dunkeln und wir harren der Dinge.

Bildquelle: gari.baldi, CC – danke!

Skype Ahoi – marine nationale

skype-ahoy.pngBemerkenswert, nun, jedenfalls dann, wenn ein visueller Sinn und akute Langeweile zusammenkommen: Einer der Standard-Avatare des allseits beliebten Umsonst-Telefonier-Programms Skype ist ein Matrose. Jedoch trägt er keine amerikanisch Matrosenmütze – sondern ausgerechnet die Mütze der französischen Marine mit dem charakteristischen roten Pompom.

Sofort ist man in Gedanken in Pierre Schoendoerffers großartigem, zugleich eminent politischen und still-enigmatischen Film „Le crabe tambour“.

Nur ein paar ziemlich primitive Screenshots, Reihenfolge mehr oder weniger zufällig:

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